Wie promote ich eine Blog-Serie?


Geschrieben am Montag, 06. August 2007 von Thomas Kilian

Existenzgründer-Vorstellung

War die Idee zur Serie “Existenzgründer-Vorstellung” der Flop der Woche? Bislang ist noch kein einziger Interessent in Sicht: Keine Email, kein Anruf; kein Bedarf? Brauchen sich Existenzgründer nicht mehr vorzustellen, weil sie sich vor neuen Kunden kaum retten können? Best-Practice-Blogger Burkhard Schneider sowie René J. Buchinger vom u-p-m Marketing Blog haben schon die Werbetrommel gerührt (vielen Dank dafür!) und auch über unseren Agentur-Newsletter haben wir die Serie bekannt gemacht.

Selbst beim (zunächst scheinbar) unbekannten Business-Blog-Karneval, der im Frühjahr im Neukunden-Magnet Weblog in die dritte Runde ging, erhielt ich bereits nach wenigen Stunden die ersten Rückmeldungen von teilnahmewilligen Bloggern. Die nicht erklärungsbedürftige Eigenpräsentation von Existenzgründern scheint deutlich länger zu brauchen, bis sie sich als Serie durchsetzt (und das wird sie, davon bin ich überzeugt!). Deshalb nehme ich mir die Freiheit, die Serie gewissermaßen auf der “Meta-Ebene” zusätzlich von einer anderen Seite zu betrachten:

Ich starte heute das Experiment “Wie promote ich eine Blog-Serie?” – ein Selbstversuch, der – als Experiment zugegebenermaßen auch mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist, aber dennoch - einige interessante Aspekte über die Vermarktung von Unternehmen und Projekten aufzeigen wird. Ein “Marketing für eine Marketing-Aktion” gewissermaßen.

Folgende Ansätze könnten die Frage nach der bisher geringen Teilnahme beantworten:

  1. Existenzgründer lesen keine Blogs! (Andere Kanäle für Promotion wählen)
  2. Was nichts kostet, ist nichts wert! (Teilnahme mit einer Gebühr belegen)
  3. Existenzgründer haben in der Tat keinen Bedarf an neuen Kunden oder sehen in der Vorstellung keinen Nutzen, um neue Kunden zu gewinnen! (Andere Zielgruppe für die Aktion wählen)
  4. Eine Woche war zu kurz, um die Reaktion richtig beurteilen zu können. (Einfach abwarten und Tee trinken)
  5. Es wissen noch viel zu wenige Existenzgründer, dass es die Serie gibt. (Mehr Werbung für die Serie machen)

Weitere Gründe hinterlässt Matthias Schwenk in einem Kommentar zum Artikel beim Best-Practice-Business Blog:

Eine (immer wieder) schöne Idee und das Engagement von Thomas Kilian ist auf alle Fälle zu loben. Schade ist nur, dass die damit zu erzielende Publicity wohl überwiegend auf die Blogosphäre beschränkt bleibt. Interessanter wäre da eine Aktion, bei der zwar die Initiative auch (schwerpunktmässig) bei den Blogs liegt, die aber von klassischen Medien mit einer flankierenden Berichterstattung begleitet wird. Das würde dem einen oder anderen Existenzgründer vermutlich mehr bringen, als nur der (erhöhte) Traffic auf seinem eigenen Blog.

Vielen Dank dafür! Zusammengefasst also noch weitere Faktoren:

  • Beschränkung auf Blogosphäre! (siehe 1)
  • Fehlende Begleitung durch klassische Medien! (flankierende Berichterstattungen, siehe 1)
  • Einzelnutzen (Traffic auf Website) motiviert nicht genügend (Mehrfachnutzen anbieten)

Da haben wir doch schon mal eine ganze Reihe guter Gründe für den gefloppten Serienstart. Aber wir sind ja im Kollektiv lernwillig und so gibt es in der nächsten Folge dieser Meta-Serie dann nach der Analyse die nächsten Schritte zu lesen. Wir werden gemeinsam sehen, wie sich die Existenzgründer-Vorstellung promoten lasst. Ich bin gespannt auf Ihre/Eure Kommentare!

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7 KOMMENTAR(E)
zum Beitrag “Wie promote ich eine Blog-Serie?”
Burkhard Schneider
Am 6. August 2007 um 15:13 Uhr

Hallo Thomas,

auch ich vermute, dass es mehrere Gründe gibt, warum Deine Aktion kein Selbstläufer ist.

Blogaffin sind hauptsächlich Web 2.0 Gründer, die bereits zahlreiche Internetmedien zur Verfügung haben, um ihr Start Up gezielt bekannt zu machen.

Zudem glaube ich auch, dass Traffiq auf der Webseite nicht unbedingt zielführend für die Kundenakquise sein muss. So kenne ich eine Gründerin, die eine tolle Webseite hat. Allerdings kommen nur Anfragen wegen (meist sehr einseitigen) Kooperationen oder Jobanfragen. Wenn Kundenanfragen kommen, dann meist gefakte Anfragen von Wettbewerbern.

Und ob sich klassische Medien in solche eine Kampagne einspannen lassen, halte ich für mehr als fraglich.

Lösungsvorschläge:
1. Gehe aktiv auf Gründer zu und biete Ihnen die Vorstellung in Deinem Blog an und verkaufe Ihnen den konkreten Nutzen.
2. Suche Dir Partner aus der Gründerszene, die aktiv mitmachen.
3. Überlege, wie Du Deine Aktion spezifischer gestalten kannst und den Teilnehmer einen echten Mehrwert aus ihrer Sicht anbieten kannst.

P.S.: Auch meine Newcomer Business Blogserie ist kein Selbstläufer. Nach der Anfangseuphorie habe ich mittlerweile 2/3 der Blogger, die sich bei mir vorstellen, selber angesprochen.

Jan (Aysberg)
Am 6. August 2007 um 19:11 Uhr

Nachdem ich 2000 meine Agentur gegründet hatte, habe ich regelmäßig diverse Vortragsabende und Vortragsserien der Hochschulgründerbüros der LMU und TU München besucht.

Allesamt erstklassige Seminare von teilweise echten Größen und hochkarätigen Profis aus der Unternehmerwelt. Selbst Themen, die mich erst einmal nicht sehr interessierten stellten sich oft als absoluter Geheimtipp heraus. Teilweise waren wir drei Teilnehmer. Wenn’s besser lief zwölf. Die gleichen Dozenten verlangen am freien Markt mehrere hundert Euros und müssen sich auf Dauer etwas veräppelt gefühlt haben.

Woran’s lag? Keine Ahnung. Die Gründerbüros der Unis sind zumindeste bei den Absolventen dieser Unis relativ bekannt, machen Werbung, haben Connections, schicken Newsletter. Bin gespannt, ob Deine Serie mehr Licht ins Dunkel bringt.

P.S.: Wäre meine Agentur nicht schon zu alt für Dich, würde ich ja mitmachen.

Thomas Kilian
Am 7. August 2007 um 10:56 Uhr

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen! – Burkhard hat wie immer ein paar tolle Anregungen parat, die ich im nächsten Artikel meiner Experiment-Serie aufgreifen werde. Habe unterdessen einen ersten Beitrag erhalten, den ich morgen veröffentlichen werde. Ich vermute, dass “vormachen, wie es geht” manchmal auch der erste Schritt sein kann, um den Knoten platzen zu lassen. Bin gespannt, wie sich das Experiment entwickelt…

Wolfgang
Am 7. August 2007 um 11:50 Uhr

Hallo Thomas,
ich finde die Idee zu Deiner Serie echt gut und wünsche Dir viel Erfolg damit! Ich war selber jahrelang aktiv in einem Gründerzentrum und kenne die Szene. Bin überzeugt, wenn Du am Ball bleibst und gutes Marketing betreibst gehts auch voran! Ein paar gute Tipps hast Du ja schon in den Kommentaren!
Liebe Grüße Wolfgang

Matthias
Am 7. August 2007 um 17:49 Uhr

Burkhard hat in seinem Kommentar sicher recht. Allein: Wenn Du Dir die Existenzgründer selber suchen musst, ist der “Web 2.0 Effekt” praktisch weg (und der Aufwand ungleich höher).

Der Hauptgrund, warum das Echo so gering ist, dürfte darin liegen, dass die meisten Existenzgründer nicht genügend web-affin sind und ihre Zielgruppe vermutlich auch nicht (als Beispiel: Eine Schreinerei).

Und was würde mir als Existenzgründer ein Interview auf einem Blog nützen, wenn meine potentiellen Kunden gar keine Blogleser sind?

So gesehen ist die Blogosphäre leider noch zu sehr ein Randphänomen…

Sarah Ines Struck
Am 17. August 2007 um 16:27 Uhr

Hallo Thomas,

möglicherweise befürchten Existenzgründer auch, dass potenzielle Kunden Ihnen nicht vertrauen, wenn Sie zu offen kommunizieren, dass sie neu am Markt sind.

Oder Existenzgründer verirren sich zuerst einmal eher auf Portalen wie http://www.gruendungszuschuss.de oder oder in der zugehörigen Xing-Gruppe (http://www.xing.com/net/existenzgruender/). Vielleicht schreiben Sie mal den Betreiber Dr. Andreas Lutz an, der ist bestimmt auch daran interessiert.

Sarah Ines Struck
»dieTextorin«

proziel
Am 19. August 2007 um 09:30 Uhr

Existenzgründer ist nicht gleich Existenzgründer
Die Branche und die Motivation zur Gründung einer Unternehmung geben den Ausschlag über Vorgehensweise, Aktivitätsgrad und Darstellung der eigenen Leistung.

Aus meinen Existenzgründer-Seminaren und -Coachings habe ich die Erfahrung, dass die meisten Existenzgründer sich auf ihre Fachkompetenz zurückziehen und es nicht wünschen in der “Öffentlichkeit” zu agieren.

Oft liegt das begründet in ihrer anfänglichen “Ahnungslosigkeit” über die Zusammenhänge. So nach dem Motto : “Gute Leistung setzt sich von alleine durch”.
Denm ist aber nicht so.
Die nächste Hürde ist: “Ich verkaufe mich nicht”. Auch dies ist eine ungünstige Haltung.

Die Gruppe der Existenzgründer, die ich betreue, möchten gerne begleitet werden und braucht in der ersten Zeit einen kräftigen mentalen Anschub.
Dazu gehört auch, sich im Internet darzustellen und zu kommunizieren.

Unternehmerisches Denken kann man nur bedingt erlernen.

Die Konsequenz: “Die Anschubser sind Ihre Zielgruppe im ersten Step.”
Viele Grüße aus Bielefeld
M.E.

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