Was mich bei XING total nervt!


Geschrieben am Donnerstag, 02. September 2010 von Thomas Kilian

Möchte zunächst mal eine Lanze brechen für die Business-Plattform XING. Ich bin jetzt seit 4 1/2 Jahren dort angemeldet, habe knapp 1200 Kontakte und nutze die Funktionen täglich, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. Doch einige aktuelle Entwicklungen gehen mir tierisch auf den Keks und stehen für mich im Widerspruch zum Ziel, sinnvolle Netzwerke aufzubauen. Irgendwie scheinen den Planern der XING AG im Sommer die Ideen ausgegangen zu sein, – anders kann ich mir die folgenden Veränderungen nicht erklären…

3 aktuelle Nervfaktoren bei XING

XING dient dazu, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Auch mit noch unbekannten Personen – gerade XING macht ja aus Kaltakquise “Warmakquise”, wie ich schon vor Jahren geschrieben habe. Doch Massenmails, unpassende Anfragen und Nachrichten ohne Bezug auf das Profil der Kontaktperson sind laut der XING-Richtlinien eigentlich nicht gern gesehen:

“Die Kontaktaufnahme mit unbekannten Personen erfordert Feingefühl. Überlegen Sie sich genau, wen Sie ansprechen bzw. wen Sie vorgestellt bekommen möchten. Individualisieren Sie Kontaktanfragen stets, indem Sie sich auf das Profil der Person beziehen und z. B. auf die Angaben eingehen, die die Person unter “Ich biete” und “Ich suche” gemacht hat. Damit demonstrieren Sie ernsthaftes Interesse und Professionalität und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass der Kontakt bestätigt wird.”

Wie ist es dann zu erklären, dass es nun bei der Kontaktaufnahme einen vorformulierten Text gibt und XING nicht mehr – wie früher – die Eingabe eines personalisierten Textes fordert? Wohin das führt, zeigt das folgende Bild:

Ich habe in den vergangenen zwei Wochen 7-8 neue Kontaktanfragen bekommen. Fünf davon haben den Standard-Text verwendet: “Sehr geehrter Herr Kilian, ich würde Sie gerne zu meinen Kontakten hinzufügen.” Dabei kenne ich die Personen nicht, kann keinen Bezug herstellen und finde die Anfragen auch sonst höchst unspannend. Der Klick zum “Ablehnen” oder gar “Spam” liegt für mich näher, als den Kontakt zu bestätigen.

Standard-Antworten auf meine Kontaktanfragen

Genau so standardisiert wie die Anfragen, sind leider mittlerweile auch die Antworten geworden. Hier siegt einfach die Bequemlichkeit: “Gerne bestätige ich Ihre Kontaktanfrage. Herzlich willkommen in meinem Netzwerk! Freundliche Grüße, …” – wie passt das zu meiner netten Kontaktaufnahme, in der ich zum Teil auch konkrete Fragen gestellt habe? Bei einigen Kontakten folgt dann fünf Minuten später eine zweite Nachricht: “Oh sorry, hab zu schnell auf Abschicken geklickt …” Doch was soll die vorformulierte Antwort bringen? Ich muss es selbst immer umständlich rauslöschen, weil ich solche Bausteine einfach nicht mag. Professionelle Kommunikation sieht anders aus.

Durchklicken zwischen Nachrichten nicht mehr möglich

Vor einigen Monaten hat XING eine tolle Neuerung eingeführt: Die Nachrichten über die Plattform lassen sich endlich direkt in der E-Mail lesen. Ich muss mich bei einer neuen Nachricht nicht extra bei XING einloggen, sondern kann sofort entscheiden, ob es etwas wichtiges ist. Doch mittlerweile stauen sich die ungelesenen Nachrichten in meinem XING-Posteingang. Also möchte ich schnell noch mal durchklicken, um zu sehen, ob ich etwas übersehen habe, einzelne Nachrichten löschen etc. Früher gab es oberhalb der Nachricht zwei Pfeile “>>” oder “<<”, um zwischen den Beiträgen hin und herzuwechseln. Nun geht dies nicht mehr, ein schnöder “zurück”-Button ist die einzige Möglichkeit, wieder auf die Gesamtsicht zu wechseln.

Och Menno, XING! Ich fand Dich bisher so gut!

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14 KOMMENTAR(E)
zum Beitrag “Was mich bei XING total nervt!”
Matthias Schlattmeier
Am 2. September 2010 um 18:53 Uhr

Hallo Herr Kilian,

stimme Ihnen uneingeschränkt zu! Vorformulierte Texte machen das ganze sehr unpersönlich. Schließe mich Ihrem “Menno” an.

Herzliche Grüße von der Eidinghausener Strasse

M. Schlattmeier

Martina Bloch
Am 3. September 2010 um 06:31 Uhr

Guten Morgen Thomas,
100 % Zustimmung! Das alles nervt mich auch!

Ich hätte jetzt ja gern diesen deinen Beitrag direkt bei twitter empfohlen, aber noch fehlt hier der button dazu :)
Also erfolgt die Empfehlung händisch.

Herzlichen Gruß
Martina

Marco
Am 3. September 2010 um 06:40 Uhr

Mit diesem WordPress Plugin, kann der Artikel direkt mit einem Klick bei Twitter und Facebook empfohlen werden.

http://wordpress.org/extend/plugins/yiidit/

Beste Grüße
Marco Ripanti

torsten
Am 3. September 2010 um 06:42 Uhr

Habe den Artikel über die Twitterempfehlung gefunden, gelesen und kann voll und ganz zustimmen. Der Trend zu sinnlosen “Verbesserungen” lässt sich meiner Meinung nach schon länger bei XING beobachten.

Meine Vermutung ist, dass XING für die (nicht zahlende) Masse Spielzeuge bieten möchte und “echte” Businessmenschen zur Kasse bitten will. Siehe die Unternehmensprofile, welche für Geld keinen Mehrwert bieten den man aktiv verwenden könnte.

Anfragen bzw. Vorschläge an XING werden nicht einmal beantwortet …

Schade.

Andrej Neufeldt
Am 3. September 2010 um 07:00 Uhr

Hallo Herr Kilian,

ich nutze XING zwar nicht so exzessiv, aber Sie haben Recht. Das sind Kleinigkeiten (wie z.B. die Vor-/Zurück-Buttons), … einfache Basis- und keine Begeisterungsmerkmale! ;)

Neblige Grüße
A. Neufeldt

Beatrice Fischer-Stracke
Am 3. September 2010 um 10:56 Uhr

Hallo Herr Kilian,
ich nutze Xing auch nicht so exzessiv, aber als ich einige Kontaktanfragen beantwortet habe, ist mir das auch sehr unangenehm aufgefallen mit den vorformulierten Texten.
Ich finde auch, dass eine Anfrage und eine Bestätigung persönlich und auch der Grunder der Kontaktaufnahme ersichtlich sein sollte.
Sehr guter Artikel, den ich gern weitergeben werde.

Mit herzlichen Grüßen
Beatrice Fischer-Stracke

Beatrice Brenner
Am 6. September 2010 um 11:40 Uhr

hallo Thomas, gut, dass Du das mal zur Sprache bringst. Auch ich lehne vorformulierte Texte ab, das ist derart unpersönlich und gehört in die Kategorie “Massenabfertigung”. Entsprechend fühle ich mich, wenn ich solche XING-Nachrichten bekomme.

viele Grüße
Bea

Andreas Herrmann
Am 6. September 2010 um 12:22 Uhr

Ja, ich kenne dieses kleine Problemchen auch.

Ich beantworte solche Anfragen schon lange nicht mehr, da ich keine Kontakte brauche, wo mir nicht klar ist, worin der Sinn dieses Kontakts liegt.

Ich gehe ja auch nicht durch die Stadt und spreche die Leute bei Penny an und sage: Hallo, sie kaufen auch bei Penny ein, möchten Sie mein Freund sein?

:O)

In diesem Sinne, auf guten Kontakt!

Wolfgang Glück
Am 6. September 2010 um 17:48 Uhr

Ich lösche bei Kontaktanfragen über XING einfach den vorgegebenen Text und ersetze ihn durch meinen eigenen Text. Geht problemlos.

Christoph
Am 10. September 2010 um 14:40 Uhr

Bin ganz der Meinung. Die Standardisierungen in den Kontaktanfragen und -antworten lassen leider die Qualität von Xing Dialogen nicht gerade steigen…

Leonie Walter
Am 20. September 2010 um 19:26 Uhr

Ich stimme aus vollem Herzen zu: die Standardanfragen und Kontaktbestätigungen sind wirklich nervig und einem guten Kontaktaufbau eher abträglich.

thosch
Am 15. Oktober 2010 um 12:29 Uhr

Hallo Thomas,

korrekt! Die kürzlich eingeführten Neuerungen (es sind ja noch mehr) sind aus meiner Sicht eher eine Verschlimmbesserung. Echten Nutzen trage ich zumindest nicht davon.

Gruß, Thomas.

Simon
Am 1. März 2011 um 10:42 Uhr

Wer Standard-Messages zur Kaltaquise verwendet hat so wie so keine Ahnung vom Thema und sollte es lieber gleich sein lassen.
Was mich noch nervt ist, dass man einmal abgesendete Statusmeldungen nicht mehr ändern oder Rückgängig machen kann. Heute z.B. passiert als ich eine zu lange URL ohne kürzen reinkopiert habe und diese dann einfach abgeschnitten wurde. Als ich es bemerkte war es schon zu spät. Ein “x” zum löschen wie in Facebook wäre hier sehr Nützlich!

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