Über das Älterwerden


Geschrieben am Donnerstag, 19. Februar 2015 von Thomas Kilian

Man mag milde lächeln, was will uns ein 35-jähriger über das Älterwerden erzählen? Zugegeben — bislang habe ich (zwar immer weniger, aber) noch keine grauen Haare, brauche sicher keine Hilfe beim Überqueren der Straße und fühle mich mental und körperlich sehr wohl! Doch es geht auch nicht um mein Alter, sondern um das Älterwerden unserer vergangenen Blogartikel und anderer Online-Medien, die ein wenig unrühmlich im Dämmerschlaf versunken sind.

Der letzte Blogartikel “Wie macht Thomas Kilian Neukunden-Akquise” ist ein dreiviertel Jahr her, Formate wie der Neukunden-Videocast stehen ohne Videos im Netz (weil sevenload schon lange Geschichte ist), mein “Igel-Faktor-Buch” ist 2007-2008 geschrieben, 2009 erschienen und seit 2012, spätestens 2013 inhaltlich komplett überholt, im Neukunden-Podcast tut sich (nach 38 Folgen) seit Ende 2010 nichts mehr. Nur ein paar Beispiele für Projekte, die wir mal mit viel Herzblut, Zeit und Einsatz konzipiert, aufgesetzt und betrieben haben, die nun langsam aber sicher “älter werden”, veralten, zum alten Eisen gehören, auf dem Abstellgleis stehen.

Foto am 19.02.15 um 18.47 #4

Welcher Umgang ist der Richtige?

Die Gründe sind vielfältig, aber eigentlich nicht wichtig. Faktor Zeit, Faktor berufliche Auslastung, Faktor Spaß, Faktor Abwechslung, das lässt sich nach Belieben anführen. Auch die Umsetzung und fortlaufende Betreuung unserer eigenen E-Commerce-Projekte Filz-Geschenke.de, WITTEKIND Möbel und mischioff.de Designerteppiche fordert natürlich unsere Aufmerksamkeit.

Manchmal ärgere ich mich über das Älterwerden der Projekte, manchmal verdränge ich das Thema einfach, heute will ich es aktiv ansprechen und mit Euch (falls es da draußen überhaupt noch Leser gibt?) diskutieren.

  • Wie geht Ihr mit veralteten oder gar verwaisten Projekten um?
  • Beerdigen (löschen), schämen, Mut zur Lücke?
  • Um jeden Preis fortsetzen und wieder aufleben lassen?
  • (…)

Im biblischen Buch Prediger (Kapitel 3, Verse 1-2) heißt es:

“Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; (…)”

Vielleicht ist es an der Zeit, einiges “auszureißen” und sich von Altlasten zu trennen? Auf der anderen Seite bekommen wir über die diversen Projekte nach wie vor Besucher und auch die eine oder andere Rückmeldung / Anfrage. Neben dem emotionalen Trennungsschmerz sprechen also auch handfeste Gründe gegen ein allzu voreiliges Todesurteil.

Ausblick

Ganz sicher ist, dass wir im 1. Halbjahr 2015 eine neue Agenturwebsite umsetzen werden (Layouts fertig, zurzeit in Vorbereitung zur Programmierung) und dass auch der Neukunden-Magnet Blog mit neuem Redaktionskonzept und frischem Layout in den kommenden Monaten durchstarten soll. Auch bei Facebook sind wir wieder etwas aktiver geworden. Darüber hinaus wollen wir im Bereich Videomarketing ein neues Format produzieren, weil unser Imagefilm doch recht gut angekommen ist:

Es wird uns also ganz sicher nicht langweilig und es lohnt sich, an uns dranzubleiben — auch wenn es da draußen bereits einige “Altlasten” geben mag. Ich bin gespannt auf Eure Rückmeldungen, in den Kommentaren oder über die sozialen Netzwerke!

Verwandte Artikel:
4 KOMMENTAR(E)
zum Beitrag “Über das Älterwerden”
Sandra Schröder
Am 19. Februar 2015 um 22:18 Uhr

Pauschalurteile wären sicher falsch. Auch alte Projekte können ja noch einen Nutzwert oder zumindest Unterhaltungswert haben. Wenn solche alten Projekte jedoch wider die heute gewonnene Professionalität gehen, also eher peinlich werden, dann unbedingt weg damit. Der beste Freund eines Kreativen ist der Papierkorb. Wenn Deine Aufmerksamkeit heute bei anderen Projekten liegt, dann wird das einen Grund haben. Dann bringt es auch nichts, irgendeine Suppe warm zu halten.

Der Aysberg
Am 19. Februar 2015 um 23:33 Uhr

Diese alten Projekte einfach verdrängen. Und wenn jemand fragt: “Stimmt! ganz vergessen, die gibt’s ja auch noch! Müssten wir mal aktualisieren…”

Stefan Freise
Am 20. Februar 2015 um 09:00 Uhr

Tief einatmen, tief ausatmen, weg atmen.

Thomas Kilian
Am 20. Februar 2015 um 12:02 Uhr

Danke für Eure Kommentare! Auf Facebook habe ich noch einen weiteren Tipp erhalten, der mir auch sehr sympathisch ist:

» Stehen lassen. Mut zur Lücke und in die Headline schreiben: „Vorsicht, altes Zeug. Aber manche Sachen werden im Alter besser, wenn man sie mit dem nötigen Respekt betrachtet.” «

:-)