Trommeln gehört zum Handwerk


Geschrieben am Dienstag, 23. Oktober 2007 von Thomas Kilian

Ich weiß, ich weiß; eigentlich heißt es ja “Klappern gehört zum Handwerk(wobei – wie jemand gestern bei einem Treffen von Existenzgründern und Jungunternehmern sagte – natürlich nicht nur Handwerker klappern müssen…), aber die Jungs hier haben wirklich den Rhythmus im Blut und zeigen, was sich mit Sticks und Blecheimern (das scheinen mir keine echten Trommeln zu sein) alles machen lässt:

Drei Dinge möchte ich von diesem Ständchen der besonderen Art ableiten:

1. Erfolgreich trommeln können nur die Profis.
Als Zehnjähriger habe ich mal in einem Spielmannszug mitgespielt. Meine Versuche an der Trommel sind damals kläglich gescheitert. Die besondere Wirkung der Vorstellung ergibt sich durch die Schnelligkeit und die Perfektion, mit der die Jungs ihr Instrument (?!) beherrschen. Lieblos kopierte Schmierzettel als Werbemailing, eine langweilige und unübersichtliche Website oder gähnend langweilige “Tage der offenen Tür” mit Hüpfburg und Würstchenbude locken doch keine Katze mehr hinter dem Ofen hervor. Gute Ideen, professionelle Aufmachung und eine besondere Ausstrahlung sind die notwendige Grundlage jeder erfolgreichen Werbekampagne.

2. Trommeln ist kein Selbstzweck.
Ich habe auf dem Video nicht gesehen, dass ein Hut rumgeht, es wurde kein Schild aufgestellt und keine Message mit der Trommelei verknüpft. Mag sein, dass die Jungs aus reiner Freude auf der Straße sitzen und sich die Seele aus dem Leib drummen, aber besonders werbewirksam ist es nicht. Wer erfolgreich, d.h. nachhaltig trommeln will, muss seine Message / Unternehmen / Zweck der Aktion klar transportieren. Sonst ist jedes Werbebudget einfach nur in die Luft geblasen.

3. Trommeln scheint nicht jedem zu gefallen.
Auch wenn am Ende eine ganze Reihe von Leuten begeistert johlen (die man nicht im Bild sieht), gehen die ganze Zeit über zahlreiche Passanten an den Trommlern vorbei und scheinen sich überhaupt nicht für die Performance zu interessieren. Einige trampeln sogar ins Bild vor die Kamera. Was lernen wir daraus? Auch gute Werbung, außergewöhnliche Konzepte und besondere Marketing-Aktionen (Guerilla & Co.) können nicht jeden erreichen, sondern treffen immer auf eine bestimmte Zielgruppe.

Wer mit Profis / einer professionellen Basis arbeitet, seine Angebote/Leistung etc. mit der Werbeaktion gezielt und spielerisch verknüpft und diese auch noch auf die erwünschte Zielgruppe abstimmt, hat langfristig Erfolg und kann nachhaltig neue Kunden gewinnen. Trommeln Sie in diesem Sinne weiter!

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