Interview mit Ruben Timmermann vom “Amazon des Lernens”, der Online-Plattform Springest


Geschrieben am Mittwoch, 13. Juni 2012 von Thomas Kilian Kommentare deaktiviert

Von Zeit zu Zeit stelle ich hier im Blog neue Startups und Online-Projekte vor und Frage die Gründer nach Ihren Erfahrungen in der Vermarktung und Kundengewinnung. Heute steht mir Ruben Timmermann, CEO der Weiterbildungs-Plattform Springest Rede und Antwort. Der 31-jährige hatte 2007 die Idee während einer frustrierenden Weiterbildungssuche im Netz. Davor hatte er mehrere Jahre als Search Marketing und User Experience Consultant bei einem erfolgreichen Marketingblog in den Niederlanden gearbeitet. Sein Studium hat er abgebrochen, um mehrere kleine Internet Start-ups zu gründen – spannender Werdegang und deshalb sicher ebenfalls spannend, was Ruben zu sagen hat …

Ruben, Euer Portal Springest soll frischen Wind in die Weiterbildungsszene bringen – beschreib doch mal, was Euch von vorhandenen Angeboten unterscheidet!

Die beiden wichtigsten: Wir haben ein Bewertungssystem, in dem unsere User absolvierte Weiterbildungen bewerten können und ein kostenloses Business-Modell für unsere  Kursanbieter. Das funktioniert sehr gut für uns und wir sind dadurch ständig am Wachsen. Außerdem sind wir immer dabei, unsere Webseite zu verbessern. Dazu haben wir ein eigenes Team von Developern, die unter anderem dafür sorgen, dass die Seite fünf Mal am Tag upgedatet wird. Wir legen auch viel Wert auf Nutzerfreundlichkeit, und lassen die User die Seite ständig testen, um diese so optimal wie möglich zu gestalten. Unser Ziel ist es eines Tages das “Amazon des Lernens” zu werden. Und wir haben nicht nur Kurse auf unserer Webseite, sondern auch Artikel, Tests, Fragen und Antworten, und bald kommt noch vieles mehr …

Ein Start-up zu gründen, erscheint für viele eine ziemliche Herausforderung – wie und warum hast Du Dich dieser Herausforderung gestellt und was waren Eure ersten Erlebnisse in diesem Bereich?

Um ehrlich zu sein, kenne ich es nicht anders. Ich habe nie richtig für einen Boss gearbeitet, außer bei Nebenjobs. Danach habe ich eine kleine Webdesign-Firma gegründet, dann einen Computerladen für Studenten in vier verschiedenen Städten, dann eine Online Marketing Agentur, bei der sogar 15 Menschen angestellt waren, und aus der dann die Idee zu Springest entstanden ist.

Welche Kanäle nutzt Ihr zur Vermarktung Eures Portals, wie kommt Ihr an neue Kunden?

Das meiste läuft bei uns vor allem organisch ab, wir glauben, dass unser Produkt für sich die beste Werbung ist. Viele Anbieter kommen von selbst auf uns zu, aber natürlich kontaktieren wir auch interessante Partner. Und auch die Social Media werden immer wichtiger. Für unser Marketing investieren wir aber auch gerne, wie zum Beispiel in unser Video, um uns von der grauen Masse abzuheben.

Was würdest Du jungen Gründern in Hinblick auf die Kundengewinnung empfehlen, was können Sie falsch und was sollten sie richtig machen?

Auf das Produkt konzentrieren, keine Angst vor Niederlagen haben und so früh wie möglich Feedback zu sammeln. Auf diese Art fühlen sich potentielle Kunden mit dir verbunden und man kann später leichter verkaufen. Außerdem haben sie so Einfluss auf das Produkt. Dann muss sich so auch nicht alles selber ausdenken – und das Produkt wird natürlich dadurch verbessert. Unsere Kunden, die Bildungsanbieter sind z.B. alle mit unserem Admin-Bereich extrem zufrieden, weil er so einfach zu bedienen ist. Oder vielleicht, weil wir ihn für sie bedienen, wenn sie wollen …

Wenn Du Dir Springest in fünf Jahren vorstellst – wo seid Ihr gelandet und worauf dürfen wir uns freuen?

In fünf Jahren sind wir in 10 Ländern aktiv, weltweit bekannt als das “Amazon des Lernens”. Dann kann man bei uns noch mehr Weiterbildungen finden, vergleichen, bewerten und auch buchen. Außerdem haben wir dann Artikel, Tests, E-learning Angebote und Bücher. Man kann das alles in seinem Profil auf unserer Seite speichern und einfach in den sozialen Netzwerken teilen. Wir haben dann 50 Angestellte und sind immer noch in einem großartigen Gebäude im Zentrum von Amsterdam zu Hause. Daneben haben wir kleine regionale Büros, die in den größeren Ländern mit Sales, Marketing, Kundenservice und Events beschäftigt sind.

Ein (offenes) Wort zum Schluss?

Gerade in Deutschland läuft Springest sehr gut und wir sind sehr stolz darauf, was wir bis jetzt erreicht haben. Auch die Medien sind sehr an uns interessiert und wir freuen uns über jeden Artikel und jedes Interview. Und wir freuen uns auch immer, wenn wir nach Deutschland fahren können, um Partner zu besuchen …

Ruben, vielen Dank für Deine Antworten und weiterhin viel Erfolg!

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Kommentare deaktiviert Existenzgruender Internet Web 2.0

Einen Online-Shop starten – erste Schritte in der Vermarktung (07)


Geschrieben am Montag, 19. Dezember 2011 von Thomas Kilian (4 Antworten)

Vor ein paar Tagen habe ich Euch erzählt, wieso wir mit unserem Filzshop nicht bei Amazon, ebay & Co. vertreten sind. Wir setzen stattdessen in der Vermarktung auf andere Kanäle, die ich Euch in diesem Teil der Blogserie “Einen Online-Shop starten” gerne vorstelle.

Interessanterweise gibt es noch eine weitere Verbindung vom Schnittstellen- und Technik-Beitrag zur Online-Werbung, denn die Jungs von Brickfox (dem Anbieter für E-Commerce-Software, mit denen ich mal über das Thema Warenwirtschaft sprechen will), betreiben auch eine Internetagentur in Stuttgart. Netformic scheint mit über 40 Mitarbeitern ‘ne größere Bude zu sein, die u.a. fahrrad.de und fitness.de betreut – finde es einfach immer spannend, wenn Kollegen neben Leistungen in Webdesign und Suchmaschinen-Optimierung auch was mit E-Commerce zu tun haben und konkrete Services entwickeln. Eine ähnliche Motivation hat ja auch uns bei Thoxan bewogen, überhaupt mit dem eigenen Online-Shop zu beginnen.

Wie wir unseren Online-Shop online vermarkten

Ähnlich wie bei den Kollegen aus dem “Ländle” setzen auch wir in erster Linie auf Online-Marketing, hier im Speziellen das Thema Suchmaschinen-Optimierung sowie Social Media Marketing. Wir haben schon vor längerer Zeit eine sehr umfangreiche Keyword-Recherche im “Filz-Umfeld” durchgeführt und uns beim Aufbau, bei den Texten und auch in der Verlinkung des Webshops Mühe gegeben, für die wichtigsten Begriffe in diesem Bereich zu optimieren.

Für “Filztaschen” stehen wir bereits auf den vorderen Plätzen, andere Begriffe wie “Filz Schlüsselanhänger” sind nur noch eine Frage der Zeit. Es ist schön zu sehen, dass die Besucher über Google bereits nach drei Monaten kontinuierlich ansteigen. Zurzeit machen sie rund 80 Prozent aller Besuche aus.

Weiterhin setzen wir auf aktive Vernetzung mit anderen Bloggern und organisieren Produkttests. Hier haben wir schon ein paar schöne Artikel erhalten, die einfach Lust auf das Produkt machen. Natürlich eignen sich nicht alle Produkte für eine solche Strategie, doch wir haben eine schöne Auswahl an verschiedenen Geschenken, die auch der web-affinen Zielgruppe sehr zuträglich sind (Filzhüllen für iPhone, iPad etc.) und so findet sich immer eine Möglichkeit, das Thema virtuell ins Gespräch zu bringen.

Ziemlich schämen muss ich mich noch für unser Filz-Blog, das zwar schon ganz schick aussieht, aber noch viel zu leer ist. Wir haben zwar schon gute Artikelideen gesammelt und erste Anläufe wie das Interview mit zwei anderen Jungunternehmern aus der Filz-Branche gemacht, aber noch ist das Blog viel zu lahm, um damit aktiv in die Vermarktung zu gehen. Kommt Zeit, kommt irgendwann auch Blog.

Etwas besser sieht es bei Facebook aus, hier freuen sich die derzeit 50 Fans (nix gekauft, alle freiwillig!) über die regelmäßigen Nachrichten. Ähnlich wie im Blog brauchen wir aber auch hier noch mehr Content mit sinnvollen Mehrwerten, um auch mehr Leute für die Seite zu begeistern. Mein Ziel für Ende 2012 sind 1000 Fans – wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen!

Wichtig ist, andere Blogbeiträge, eigenes Blog oder auch eine Facebook-Seite nicht reinweg als Vertriebskanal zu betrachten. Mir geht es erstmal darum, die Marke “Filz-Geschenke.de” mit einfachen Mitteln bekannt zu machen. Wir haben uns für dieses Experiment nur ein sehr kleines Werbebudget gesetzt, da wir vom Verkauf nicht leben müssen. Für die “Strategie der kleinen Schritte” bin ich schon sehr zufrieden mit den aktuellen Besucher- und Umsatzzahlen. Während ich diesen Satz geschrieben habe, ist schon wieder eine Bestellung reingekommen – dieses Mal sind es gleich sieben verschiedene Produkte, die vermutlich als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum landen werden – sehr schön! :)

Was haben wir in 2012 noch vor? Das werde ich Euch heute noch nicht verraten, aber natürlich halte ich die Leser des Neukunden-Magnet Weblog auch im neuen Jahr weiterhin auf dem Laufenden! Ich wünsche allen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue (E-Commerce) Jahr! 

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