Suchmenschinen-Optimierung im Jahr 2015


Geschrieben am Montag, 02. März 2015 von Thomas Kilian (6 Antworten)

Wer aufmerksam liest, stellt fest: In der Überschrift passt was nicht. Doch im Grunde passt es schon, denn die Faktoren für eine erfolgreiche Suchmaschinen-Optimierung haben sich in den vergangenen Jahren massiv verändert — und das ist echt super! Der Mensch bzw. die Zufriedenheit der Internetnutzer steht endlich wieder im Mittelpunkt des Google-Algorithmus. Worauf es 2015 ankommt, möchte ich exemplarisch an einigen Faktoren erläutern. Höchst menschliche Faktoren, wie ich finde. Und das – sagte ich schon – ist wirklich fantastisch!

Foto am 02.03.15 um 13.11 #2

Die Mär’ vom schnellen Erfolg

Es war einmal ein Online-Händler, der suchte sich eine passende Nische, erstellte einen Webshop und optimierte seine Inhalte für Suchmaschinen. Dazu befüllte er die Beschreibungstexte mit allerlei Begrifflichkeiten (“Keywords”) und organisierte passende Verlinkungen von anderen Websites. Schnell stellte sich der Erfolg ein, Google indexierte das Shop-Projekt und innerhalb weniger Wochen waren die ersten TOP-10-Rankings zu den gewünschten Suchbegriffen erreicht. Die Besucher kamen in Scharen, bestellten regelmäßig und umfassend. Der Online-Händler kaufte eine Schubkarre, um seine Gewinne zur Bank zu bringen. Das Dollarzeichen war fest in seiner Linse eingebrannt. Und wenn er nicht gestorben ist, (…)

Pling! Die erste Bestellung seit Tagen landet in meinem E-Mail-Postfach. Eine schwarze Filzhülle soll es sein, Verkaufspreis rund 10 Euro. Dazu 4,90 Euro Versandkosten. Immerhin haben wir das Schätzchen vorrätig, meine Kollegin kümmert sich zuverlässig um den schnellen Versand. Ein paar Tage später erhalten wir den Filzschutz zurück, er sei “irgendwie doch nicht das Richtige”. Meine Kollegin kümmert sich zuverlässig um eine schnelle Gutschrift und die Rücküberweisung des Kaufbetrags. Das muss die neue Strategie “Arbeitsbeschaffung 2.0″ sein, von der alle sprechen.

Man mag es blauäugig sehen, oder sehr schwarz malen, die Wahrheit liegt sicherlich irgendwo in der Mitte. Ich bin ehrlich und gebe zu, dass es mal solche und mal solche Tage gibt. Die einen Tage sind der Grund dafür, dass wir neben unserem Agenturgeschäft eigene Online-Shops betreiben, die anderen Tage sind der Grund, dass wir neben unseren Online-Shops noch eine Agentur betreiben. ;-)

SEO ist tot, lang lebe SEO!

Mein wichtigstes Learning aus den vergangenen 3-4 Jahren als Online-Händler (und auch aus unzähligen Kundenprojekten) lautet: Es gibt keine Abkürzungen und (in den meisten Fällen) keinen schnellen Erfolg. Das klang war früher irgendwie anders. Die Goldgräberstimmung scheint vorbei, die SEO- und Online-Marketing-Szene jammert über harte Arbeit, die nun auf sie zukommt. Manche flüchten in konzentrieren sich auf “neue” (muharhar) Themen wie Content- und Video-Marketing, wettstreiten mit Online-Tools oder proklamieren bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass irgendetwas mit SEO schon seit Jahren tot sei.

Dabei ist dieses SEO (“Search Engine Optimization” = Suchmaschinen-Optimierung) gar nicht tot, sondern hat sich nur verändert. Und das musste es auch, schließlich hat sich auch das Internet in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Social Media hat zu mehr Mitbestimmung und Teilnahme der Nutzer geführt, ist dialogorientierter geworden. Die mittlerweile landauf-landab eingerichteten Breitband-Anschlüsse sorgen für eine recht schnelle Datenübertragung. Auch die ständige Verfügbarkeit der Neuen Medien über mobile Endgeräte, Apps und Tablets trägt ihren Teil dazu bei. Vor fünfzehn Jahren mussten wir uns (über Smartsurfer, gnihihi…) ins Internet einwählen und brauchten ein paar Minuten, um bei Google überhaupt ein paar Ergebnisse durchzuklicken. Heute liest mir die Google-App meine gewünschten Ergebnisse vor und fragt mich nach meinen Vorlieben!

Genug der Hintergründe, kommen wir nun zu den Ranking-Faktoren, die aus meiner Sicht im Jahr 2015 und auch darüber hinaus für die Suchmaschinen-Optimierung wichtig sein werden:

1. Technisch einwandfreie, leicht crawlbare Inhalte

Es gibt zahlreiche technische Faktoren in der Suchmaschinen-Optimierung, angefangen bei der Indexierbarkeit eines HTML-Dokuments (robots.txt, robots-Metatag, Canonicals etc.) bis hin zum Thema Server-Erreichbarkeit, Performance und Ladezeit. Doch auch die HTML-Struktur (Überschriften, Text, Listen, Bilder etc.), valide Programmierung, Komprimierung von Scripten, schlanker Quellcode und viele weitere Aspekte sind wichtig.

Je leichter es ein Webmaster der Suchmaschine macht, seine Inhalte zu erkennen und auszuwerten, desto besser sind seine Erfolgschancen. Wenn Du ein Date hast und Dich mit Deiner Angebeteten bei Uschis Imbiss verabredest, in Deinen abgeranzesten Klamotten aufläufst und dabei stinkst wie ein Iltis, dann kannst Du einen noch so guten Ruf haben — das wird vermutlich nix.

2. Echte Empfehlungen, die zu Besuchern führen

Der gute Ruf, damit ist in Bezug auf die Suchmaschinen-Optimierung der Grad der Verlinkung einer Website gemeint. Deshalb haben die Webmaster in den vergangenen Jahren hunderte oder gar tausende solcher Verlinkungen gesammelt wie Briefmarken. Da wurde gekauft, getauscht, gehandelt, gedealt, geworben und gewaschen – am Ende mit dem zweifelhaften Ergebnis, sich in äußerst schlechter Nachbarschaft aufzuhalten.

Was ist ein Backlink heute noch wert? Anhand des Pageranks, der Sichtbarkeit oder der “Domain-Popularität” (Anzahl der verlinkenden Domains auf ein Webprojekt) lässt sich das kaum noch bewerten. Interessanter ist doch die Frage, ob und wie viel Geschäft die Empfehlung auslöst. Wie im echten Leben: Was bringt eine Empfehlung ohne Auftrag? Was nützt ein Link, der keinerlei Interessenten zu mir führt? Erfolgreicher Linkaufbau bringt neue Besucher, nicht nur Backlinks.

3. Tatsächlich (!) relevanter Content

Jetzt sind die Besucher da und die wollen unterhalten werden. Brot und Spiele! Holt weiße Tiger, stellt die Nebelmaschine an, sorgt für ein großes Feuerwerk! — So ein Blödsinn! In den meisten Fällen reicht es vollkommen aus, den Besuchern die Informationen zu liefern, die für sie relevant sind. Der Inhalt muss für die Nutzer eine Bedeutung haben, für sie wichtig und wesentlich sein. Das meint nicht zwingend “unterhaltsam” (außer, wenn sie nach Unterhaltung suchen), sondern eher nützlich und hilfreich.

Interessant ist, dass auch Google (noch nicht perfekt, aber) immer besser darin wird, die Relevanz von Informationen zu erkennen und zu bewerten. Dazu zählen sehr auffällige Aspekte wie doppelte Inhalte (“Duplicate Content”), geringe Textmenge, übermäßig viel Werbung, allzu häufige Verwendung eines Keywords (“Stuffing”), aber auch Signale der Internetnutzer wie Abbruchquote (“Bounce-Rate”) oder die Aufenthaltsdauer und Lesegeschwindigkeit.

Seit dem Hummingbird-Update Ende 2013 ist Google außerdem in der Lage, nicht nur einzelne Wörter oder Phrasen, sondern den Sinnzusammenhang besser zu erkennen. Was war wohl die Absicht einer Suchanfrage? Welches Bedürfnis könnte der User haben? Wie kann das Suchergebnis den User bestmöglich zufriedenstellen? Nur wer in der Lage ist, seine Inhalte tatsächlich auf die Zielgruppe abzustellen (und nicht nur so zu tun!), wird dauerhaften Erfolg in der Suchmaschinen-Optimierung haben, davon bin ich überzeugt.

4. Am Puls der Zeit bleiben

In den vergangenen Wochen hat Google über die Webmaster Tools tausende von Nachrichten verschickt und die Optimierung der mobilen Darstellung empfohlen. Seit ein paar Tagen ist klar, dass die Mobilfreundlichkeit ab April zu einem echten Ranking-Faktor wird. Zum ersten Mal (so meine ich, oder?) kündigt Google eine so gravierende Änderung bereits im Vorfeld an. Überhaupt hat sich das Kommunikationsverhalten des Giganten aus Mountain View in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt, ist etwas “menschlicher” und offener geworden (geht natürlich noch besser! ;-)).

Ich persönlich glaube auch, dass die Sprachsteuerung sich weiter perfektioniert und wir “Google Now” neben Siri, Cortana und anderen Apps in Zukunft häufiger (weil erfolgreicher) nutzen werden. Eine vom Mobiltelefon/App vorgelesene Websites sollte jedoch völlig anders aufgebaut, getextet und konzipiert sein als ihr Desktop-Pendant. Das gilt auch für die Verfechter des sogenannten “Responsive Design”. Was nützt die responsive Gestaltung einer Internetseite, wenn ich bei gleichem Inhalt kilometerweit scrollen muss? Hier fehlen Strategien, auch den Content responsiv auszulegen (womit wir wieder bei dem oben beschriebenen Bedürfnis der Nutzer wären).

Das Beste kommt zum Schluss

Suchmenschinen-Optimierung funktioniert, weil sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt und nicht die Maschine. Wir sollten nicht Maschinen gehorchen, sondern sie uns. Gleichzeitig sollten wir technisch immer besser in der Lage sein, die Inhalte leicht, schnell und zuverlässig zu übermitteln. Eine Prise Feenstaub, relevante Inhalte und echte Verlinkungen (die zu neuen Besuchern führen) sowie die Beachtung aktueller Entwicklungen sorgen für nachhaltigen Erfolg.

Last but not least: Google ist (sorry Google!) auch nicht alles. Nicht alle Eier in einen Korb legen, heißt: Lasst Euch nicht versklaven, sondern entwickelt Besucherkanäle abseits von Suchmaschinen. Es gibt da übrigens auch noch 2-3 Ideen außerhalb des Internets, nur mal so am Rande …

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Alles Pinguin, oder was? (+ Gewinnspiel!)


Geschrieben am Freitag, 21. Februar 2014 von Thomas Kilian (8 Antworten)

Meine erste persönliche Begegnung mit Pinguinen hatte ich 1998 bei einem fünfwöchigen Aufenthalt in Südafrika. In der Nähe von Kapstadt gibt es einen (recht touristischen) Strandabschnitt, wo die schwarz-weiß-gefleckten Seevögel zuhause sind und man ihnen ganz nahe kommen kann. Das Meet & Greet mit Pinguinen hat mich nachhaltig beeindruckt. Hier die verpixelte Originalaufnahme von vor 16 Jahren:

penguins

Auch Google mag Pinguine

Mein zweites Zusammentreffen mit den possierlichen Tierchen erfolgte 14 Jahre später, im Frühjahr 2012, jedoch auf virtueller Ebene. Im folgenden Video von der SEO Campixx 2013 plaudere ich dazu aus dem Nähkästchen (ab 5:10 direkt einsteigen):

Worauf es seitdem ankommt, mag jeder in der SEO-Szene unterschiedlich für sich bewerten. Manche haben sich komplett aus dem Geschäft zurückgezogen / zurückziehen müssen, andere reiten die Content-Marketing-Sau bis zum Umfallen durchs Stoppelfeld, andere nutzen Social-Media- oder Linkless-Strategien. Insgesamt ist der Trend zu mehr Qualität, zu mehr Nutzerorientierung und einer erhöhten Sensibilität für nachhaltige Maßnahmen zu spüren.

Mein Gastbeitrag: Alles Pinguin, oder was?

In einem Fachartikel für das Printmagazin unternehmer WISSEN, das in der vergangenen Woche in den Handel gekommen ist, habe ich über die Auswirkungen der Google-Updates geschrieben. Hier eine kurze Kostprobe:

Linkaufbau ist keine Einbahnstraße, sondern die fortlaufende Optimierung der Backlinks gehört zur Suchmaschinen-Optimierung wie die Aktualisierung der eigenen Website. Manchmal sind ehemals starke Websites verwaist, haben einen anderen thematischen Fokus erhalten oder sind durch ein Redesign nicht mehr passend zum eigenen Angebot. Hier empfiehlt es sich grundsätzlich, die Linkstruktur zu überwachen und immer mal wieder „auszumisten“. Ein solcher Frühjahrsputz verschafft zudem Klarheit über die weitere Linkaufbau-Strategie. Wer sich mit seinen Jugendsünden nicht beschäftigt, kann es in Zukunft auch nicht besser machen.

unternehmerwissen

Gewinnspiel: 1 von 5 kostenfreien Exemplaren von unternehmer WISSEN

Ich habe vom Verlag fünf zusätzliche Hefte der Erstausgabe erhalten, die ich unter meinen Lesern verlosen möchte. Wer Interesse an einer kostenfreien Zusendung hat, hinterlässt hier im Blogbeitrag bis zum 28. Februar 2014 um 12.00 Uhr (Mittags) einen Kommentar mit einer kurzen Begründung, wieso er/sie die Zusendung verdient hat und wozu er sein neu gewonnenes WISSEN nutzen möchte.

Es gibt (siehe Box links auf dem Foto) noch 7 Tipps für den erfolgreichen Linkaufbau dazu sowie natürlich weitere Fachbeiträge aus den Bereichen Management, Finanzen und Marketing. Die fünf charmantesten, witzigsten oder nettesten Bewertungen wähle ich aus, maile Euch an und sende Euch dann Anfang März die kostenfreie Ausgabe per Post zu. Good Luck! :)

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Warum ich keine Gabeln in Gastartikel stecken werde


Geschrieben am Dienstag, 21. Januar 2014 von Thomas Kilian (8 Antworten)

Große Aufregung in SEO-Hausen! Der Meister hat gesprochen und Gastartikel für tot erklärt. Die letzte Bastion des verkaufbaren Linkbuildings ist gefallen, Rückzug Leute, Rückzug! Lasst uns die Content-Marketing-Sau noch mehr durch die Dörfer treiben, uns auf “das Wesentliche” besinnen (was auch immer das ist) oder die Zwillinge WDF und IDF kitzeln bis zum Umfallen. SEO funktioniert auch ohne Linkaufbau, das Thema ist Geschichte, aus, vorbei, Ende, Finito!

gabel-update
(Quelle: Flickr / bilderheld)

Google zieht die Daumenschrauben an und lässt nun auch Gastartikel nicht mehr gelten. Searchengineland.com zitiert Matt Cutts: “Stick a fork in it! Guest Blogging is done!” – was übersetzt so viel heißt wie “Es ist alles gesagt, Gastartikel sind nix mehr wert!” Also lasst das bleiben mit den Gastartikeln! Hört auf, Gastartikel zu veröffentlichen. Konzentriert Euch auf Eure eigenen Seiten, sonst wird Euch mächtiges Unheil drohen. Google wird Euch mit dem Gabel-Update härter bestrafen als mit Pandas, Pinguinen und Kolibris zusammen! Muhahahar!!!

Warum mir das Gabel-Update am Allerwertesten vorbeigeht

Kunden rufen aufgeregt an, fragen nach den Hintergründen, beschuldigen uns der Irreführung: Ihr habt doch immer gesagt, dass wir über Gastartikel an tolle Verlinkungen kommen, dass dies heute eine der wenigen Möglichkeiten zum natürlichen Linkaufbau darstellt. Soll das denn jetzt alles vorbei sein? Müssen wir nun auch die vorhandenen Gastartikel löschen? Gastartikel-Abbau an allen Fronten?

Meine Antwort: Klickklick!

Bitte mal richtig lesen, nicht nur Panik verbreiten!

Matt Cutts schüttet das Kind doch gar nicht mit dem Bade aus, wie er selbst ergänzt:

“It seems like most people are getting the spirit of what I was trying to say, but I’ll add a bit more context. I’m not trying to throw the baby out with the bath water. There are still many good reasons to do some guest blogging (exposure, branding, increased reach, community, etc.). Those reasons existed way before Google and they’ll continue into the future. And there are absolutely some fantastic, high-quality guest bloggers out there. I changed the title of this post to make it more clear that I’m talking about guest blogging for search engine optimization (SEO) purposes.

Es gibt nach wie vor gute Gründe für Gastartikel und gemeint ist ausschließlich Gast-Bloggen aus SEO-Gründen. Wenn Ihr unter einen 200-Wörter-Billig-Artikel schreibt: “Dies war ein Gastartikel vom Lila-Laune-Bär, der ideale Partner für den Kreditvergleich im Netz”, dann macht das aus einem Misthaufen noch keinen hochwertigen Beitrag. Auch die massenhafte E-Mail-Ansprache von Webmastern mit den ewig gleichen Platitüden ist gemeint:

“Ich würde gerne auf Ihrer Webseite einen themenrelevanten und hochwertigen Artikel mit Mehrwert für den Leser veröffentlichen, in dem ein Link auf meine Webseite eingebaut ist. Im Gegenzug können Sie auf eine meiner Webseiten ebenfalls einen Gastartikel mit einem Link auf Ihre Webseite veröffentlichen. Hierzu stehen Ihnen eine Vielzahl an hochwertigen Webseiten zum Thema Finanzen/Kredite sowie auch Seiten mit weiteren Themenbereichen zur Verfügung.”

SEO-Spam bleibt SEO-Spam, auch wenn Du es “Gastartikel” nennst.

Also konzentriert Euch auf Mehrwerte, auf Informationen, die andere Leser wirklich weiterbringen, auf Reputation und auf Gastartikel-Plätze, die auch eine Leserschaft haben. Nutzt Gastartikel, um Reichweite zu erzielen, nicht vordergründig fürs Linkbuilding. Dann ist alles gut. Und das bleibt es auch. Da bin ich sicher. Ziemlich.

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E-Branding mit PR und SEO


Geschrieben am Dienstag, 13. November 2012 von Thomas Kilian (1 Antwort)

Wenn ich nicht zum Bloggen komme, freue ich mich immer über spannende Gastbeiträge. Nachdem der letzte Artikel von Ralph Günther schon zwei Monate zurück liegt (*hüstel*), war Ulf-Hendrik Schrader so nett, mir neues Futter zu liefern. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Aufgesang Public Relations GmbH, einer PR-Agentur in Niedersachsen. Zuvor war er Leiter E-Commerce eines Webhosting-Unternehmens, Inhaber einer Internetagentur sowie Lehrbeauftragter im Studiengang Public Relations an der FH Hannover. Er ist Herausgeber des Online-PR-Newsletters sowie Mitveranstalter des ConventionCamps. Geballte PR-Power also, die sich auch im Thema des heutigen Beitrags niederschlägt … 

Eine starke Marke: E-Branding mit PR und SEO

Der Aufbau und die Führung einer Marke ist keine ausschließlich werbliche Disziplin, sondern eine Querschnittaufgabe des gesamten Marketings, zu dem nach meinem Verständnis auch die Public Relations zählen. Deswegen wundere ich mich immer wieder, wenn Werbekampagnen angeschoben werden, ohne auch Public Relations (PR) und Suchmaschinenoptimierung (SEO) in Betracht zu ziehen. Dabei können PR und SEO wunderbar zusammenwirken, um die Sichtbarkeit einer Marke stark zu erhöhen und die gewünschte Markenaussage zu unterstützen.

Nehmen wir zum Beispiel eine Apotheke, die sich ergänzend zum Ladengeschäft verstärkt auch im Internet positionieren möchte. Dies ist insofern ein Sonderfall, als das Heilmittelwerbegesetz bestimmte Werbeformen und -methoden verbietet. Daher liegt hier außergewöhnlich klar auf der Hand, welchen Wert ein gelungenes E-Branding hat. Denn mittels PR und SEO lassen sich sehr wohl bestimmte Aspekte der Marke “Apotheke A” herausarbeiten und einer breiteren Öffentlichkeit (online wie offline) zugänglich machen.

Die Rolle der PR

Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bedient sich üblicherweise wirksamer Meinungs-Multiplikatoren, allen voran – aber keineswegs ausschließlich – Redaktionen der schreibenden Presse. Unter anderem könnte sich eine Online-Apotheke – besser noch die damit beauftragte PR-Agentur – darum bemühen, publikumswirksam aufbereitete Fachinformationen in den Medien zu lancieren. Ich will aber nicht behaupten, dass genau dieser Weg optimal wäre. Das wäre leichtfertig, denn jede Branche ist einzigartig und jedes Unternehmen einmalig. Nur ein PR-Konzept kann festlegen, mit welchen individuellen Methoden eine Marke entwickelt werden sollte.

Wir alle nutzen immer häufiger das Netz, um uns zu informieren. Hat eine Apotheke ein spezifisches Profil festgelegt, dann sollten im Netz auch gut lesbare und nützliche Inhalte aufzufinden sein, die das Apotheken-Image und die Informationswünsche der potenziellen Kunden gleichermaßen befriedigen. Aber wie profiliert eine Firma sich selbst als einzigartige Marke?

Oft genug hat ein Unternehmen seinen Markenkern noch gar nicht definiert und das PR-Konzept ist die erste Gelegenheit, dieses Versäumnis nachzuholen.

Diese Aspekte, also die Definierung, Bearbeitung und Profilierung einer Marke, entsprechen genau den Kernkompetenzen der PR. Hierin ist Presse- und Öffentlichkeitsarbeit besonders gut, besser noch als in der vordergründigen Vertriebssteigerung. Ich erlebe in unserer Agentur recht häufig, dass sich Kunden eine schnelle Steigerung der Abverkäufe wünschen. Dieser Wunsch ist natürlich verständlich und bei geeigneten Produkten durchaus erfüllbar. In vielen Fällen bewegt PR aber andere Hebel und wirkt damit langfristiger und nachhaltiger.

Online-PR erzeugt Inhalte – Suchmaschinen-Optimierung positioniert sie

Besondere Chancen bieten sich bei der Online-PR, jenem Teilbereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der die Meinungskanäle, Multiplikatoren und technischen Möglichkeiten des Internets nutzt. Obgleich dieses Medium im Ruf steht, flüchtiger als die “reale Welt” und die gedruckten Medien zu sein, ist oft das genaue Gegenteil der Fall: Viele Texte, Informationen und Bilder werden für die digitale Ewigkeit archiviert, da Suchmaschinen wie Google in alle Winkel des Web vordringen und die gefundenen Inhalte permanent zugänglich halten. Darin liegen allerdings Fluch und Segen gleichzeitig, denn nicht nur die positiven, dem Markenkern entsprechenden Botschaften finden so ihren Weg zum Verbraucher, sondern auch die negative Kunden- oder Medienkritik. In unserem Fall der Online-Apotheke könnten zum Beispiel ein aufwändig lancierter Ratgebertext und ein kritischer Forenbeitrag über lange Lieferzeiten direkt untereinander in den Suchergebnissen erscheinen.

Aus dieser Doppelgesichtigkeit ergeben sich zwei strategische Aufgaben: Einerseits soll die Marke mit ihren positiven Eigenschaften gut sichtbar sein; sie soll also bei passenden Suchbegriffen auf der ersten Suchergebnisseite erscheinen. Und anderseits sollten störende Beiträge von eben jener ersten Suchergebnisseite getilgt werden. Spätestens an diesem Punkt endet die Kunst der Online-PR für sich alleine genommen. Wer hier weiterkommen will, benötigt zusätzlich Kenntnisse im Online-Reputation-Management und in der Suchmaschinenoptimierung. Die Online-PR erzeugt dann “Good News” und markenkonforme Inhalte für das Web, während die SEO für ein gutes Ranking dieser Inhalte sorgt.

Mit Linkaufbau zum Ziel

Damit die Allianz von PR und SEO in der Praxis aufgeht, sollten die Maßnahmen gut koordiniert sein und im besten Fall in einer Hand liegen. Wer schon bei der Erstellung und Verbreitung eines PR-Textes eine Ahnung davon hat, wie dieser von der Suchmaschine verarbeitet und im Ranking eingestuft wird, verringert die Nacharbeit. Diese besteht vor allem in einem gezielten Linkaufbau für einzelne Inhalte, die im Ranking gepusht werden sollen. So könnten grundsätzlich die Fachartikel oder Ratgebertexte unserer Online-Apotheke so lange gestärkt werden, bis sie den negativen Blogbeitrag auf eine hintere Position verdrängen. Ob dies tatsächlich gelingt, hängt nicht zuletzt vom Know-how und dem Engagement der beteiligten SEO-Agentur ab.

Selbstverständlich (und eigentlich zum Glück!) ist Google nicht vollständig berechenbar. Gerade in den zurückliegenden Monaten haben wir erlebt, wie Googles Algorithmusänderungen das Ranking mehrfach durcheinander gewürfelt haben. Hinzu kommt, dass weder die Mitbewerber noch die Verbraucher schlafen, sondern immer wieder neu ihre Meinung online äußern, ihrerseits PR beitreiben und neue Konkurrenzprodukte an den Markt bringen. Und so ist auch das E-Branding durch (Online-)PR und SEO ein fortwährender Prozess, der immer neu auf die Probe gestellt wird.

Gegen das Unwetter, das Google anrichten kann, ist nur ein Kraut gewachsen: das Zuhören in Sozialen Netzwerken und Medien, welche Themen wie diskutiert werden und der strategische Umgang mit diesem Wissen. Manchmal muss man Wellen reiten und zu anderen Zeiten sollte man sie erzeugen. Denn auch die Suchmaschine ist darauf angewiesen, dass hilfreiche Texte im Netz erscheinen. Sie können Nutzer auf die eigene Website lenken. Wenn sie dort etwas wirklich Nützliches finden, übermitteln sie sogar Adresse und E-Mail. Dazu muss man einen angemessenen Umgang mit der Zielgruppe pflegen: genau das ist die Kernaufgabe von Public Relations.

Fazit zum Thema E-Branding:

Gute Texte orientieren sich am Interesse des Lesers. Das schließt nicht aus, dass sich Firmen an genau dieser Stelle individuell positionieren. Suchmaschinen wiederum mögen Inhalte, die diskutiert werden. Dazu müssen die Inhalte im Netz bekannt werden. Das kann über Soziale Netzwerke oder Online-Magazine mit hoher Reputation geschehen. Magazine veröffentlichen externe Inhalte, wenn sie für die eigene Leserschaft nützlich sind. Nutzer verbreiten die Inhalte, wenn sie überzeugend sind. Mit etwas Geduld steigt dann das Ranking der eigenen Seite und damit die Klickraten. Langfristig erarbeitet sich die Firma Vertrauen bei den Themen, die den Markenkern berühren. Online-PR liefert für dieses Vorgehen das konzeptionelle und strategische Gerüst sowie das Handwerkszeug, diese Maßnahmen umzusetzen.

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Google Adwords Express


Geschrieben am Montag, 03. September 2012 von Thomas Kilian Kommentare deaktiviert

Die Sommerpause hat hier im Blog mal wieder gnadenlos zugeschlagen. Umso mehr freut mich, dass mir Daniel Gaßmair einen klasse Gastbeitrag geschickt hat, der sich mit einer Methode zur Neukunden-Gewinnung dreht, die vor allem für kleine und regional agierende Unternehmen interessant ist: Google AdWords Express.

Daniel arbeitet hauptberuflich als Search Marketing Manager und schreibt auf suchmaschinenwerbung-blog.de über die Themen Suchmaschinen-Marketing im Allgemeinen und Google AdWords im Speziellen.

Neue Kunden gewinnen mit lokalen Anzeigen

Das Einrichten und Optimieren eines AdWords-Kontos kann mitunter sehr zeitaufwendig und arbeitsintensiv sein. Die Komplexität der Einstellungsmöglichkeiten und das gewöhnungsbedürftige Interface führen so manchen Werbetreibenden an die Grenzen der eigenen Geduld. Sicherlich ist bei großen AdWords-Konten das Auslagern der Optimierung an eine externe Agentur ein gangbarer Weg. Doch kleine und mittlere Unternehmen, denen nur ein geringes Budget für Suchmaschinenmarketing zur Verfügung steht, suchen meist vergeblich nach einem attraktiven Agentur-Partner. Möglicherweise will man als Unternehmer auch die „Kontrolle“ über die Werbemaßnahmen behalten und hat Vorbehalte was die Zusammenarbeit mit einer Agentur betrifft. Für alle kleinen und mittleren Unternehmer hat Google daher ein neues Werbekonzept entwickelt, das den Titel „Google AdWords Express“ trägt.

AdWords Express ist für Unternehmen gedacht, die Kunden und Interessenten in ihrem lokalen Umfeld ansprechen möchten. Es richtet sich an Geschäftsinhaber, die effektiv online werben möchten, ohne dabei einen großen Aufwand zu betreiben. Genau genommen handelt es sich um eine abgespeckte Version des klassischen AdWords-Systems: AdWords Express ist primär für Unternehmen gedacht, die nur in ihrer Region werben möchten, um lokale Kunden anzusprechen und auf die eigene Dienstleistung aufmerksam zu machen.

Folgende Unternehmen können AdWords Express nutzen:

  • Lokale Dienstleister wie Handwerker, Ärzte, Friseursalons oder Boutiquen
  • Gastronomiebetriebe wie Restaurants, Cafés oder Bars
  • Hotels, Pensionen, Anbieter von Ferienwohnungen

Genau wie beim klassischen AdWords-System werden auch bei AdWords Express die Anzeigen in der Google-Suche, in Google Maps und auf Mobiltelefonen ausgespielt. Bei AdWords Express werden die Anzeigen jedoch nur lokal in einem begrenzten Radius geschaltet, ebenso werden keine Sonderanzeigenformate wie Display- oder Video-Anzeigen unterstützt. Die größte Besonderheit von Adwords Express besteht sicherlich darin, dass keine eigene Webseite vonnöten ist. Die Anzeige kann auch direkt auf das eigene Google+ Profil verweisen. Kleine Dienstleister wie Friseursalons besitzen oftmals keinen eigenen Webauftritt – durch die Kombination von Google Express und Google+ können auch diese Dienstleister online neue Kunden gewinnen.

Optional kann in jeder Anzeige die Anschrift des Unternehmens eingeblendet werden. Die Express-Anzeige selbst wird entweder oberhalb oder neben den Suchergebnissen geschaltet. Bei einer Schaltung über Google Maps wird das Unternehmen mit einer blauen Stecknadel gekennzeichnet.

Nach Googles eigenem Bekunden dauert das Erstellen von Kampagnen mit AdWords Express nur wenige Minuten. Das Anlegen der Kampagne erfolgt in wenigen Schritten: Nach dem Einstieg in Google Express wird man aufgefordert, das Land und die Telefonnummer einzugeben. Es kann direkt eine Verknüpfung zu Google Places eingerichtet werden oder ein neuer Google Places Eintrag angelegt werden. Die Erstellung der Text-Anzeigen orientiert sich an der klassischen Google AdWords Systematik, wobei eine Headline und ein zweizeiliger Beschreibungstext verfasst werden muss. Die Anzeige wird nicht mit Keywords verknüpft, sondern mit „Kategorien“, die von Google vorgeben werden. Beispielsweise steht die Kategorie „Internetagentur“ zur Verfügung. Man sollte auf alle Fälle von der Möglichkeit Gebrauch machen, dass man bis zu fünf Kategorien definieren kann und jeweils passende Anzeigen schreiben kann. Das maximale Monatsbudget kann dabei frei definiert werden, als Standardwert werden 100,00 Euro von Google empfohlen.

Der große Nachteil von Google Express ist darin zu sehen, dass es einer Black Box gleicht. Man kann beispielsweise keine Keywords im Vorfeld definieren. Bei der Schaltung der Anzeigen wird zudem automatisch von Google ein Radius von 25 km um den Standort des Unternehmens festgelegt. Hier wäre eine größere Flexibilität wünschenswert! Auch lassen sich die Text-Anzeigen nicht weiter optimieren und eine Ergänzung von Anzeigenerweiterungen ist nicht möglich.

Summa summarum lässt sich festhalten, dass Google Express eine schnelle und kostengünstige Lösung für lokale Unternehmer ist, die auf den immer wichtiger werdenden Kanal der „lokalen Online-Werbung“ aufspringen wollen. Problematisch ist jedoch, dass das System kaum zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten bietet und daher für Unternehmer, die eine professionelle AdWords-Lösung anstreben, nur bedingt zu nutzen ist.

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Worauf es nun ankommt


Geschrieben am Donnerstag, 10. Mai 2012 von Thomas Kilian (11 Antworten)

Ein Ruck ging in den vergangenen Wochen durch die SEO-Szene (SEO = “Search Engine Optimization”, d.h. Suchmaschinen-Optimierung), denn Goolge hat an seinen Verfahren zur Berechnung des Rankings geschraubt. Mir liegt es fern, einen weiteren Detail-Artikel über die Gründe des veränderten Algorithmus zu schreiben, zumal sich hier, hier, hier, hier und hier, hier und auch hier schon recht aussagekräftige Einschätzungen nachlesen lassen,wieso der “Pinguin” aufgeräumt hat.

Update: Diesen Artikel hatte ich beim Schreiben noch nicht auf dem Radar, passt aber inhaltlich hervorragend ins Bild. Weitere Beiträge zum Thema gerne in die Kommentare posten, nehme ich nach Prüfung gerne ebenfalls mit auf!

Zwischen Penalty und Pinguin

Kurz und knapp: Es ist nichts mehr so, wie es mal war. Manche Suchmaschinen-Optimierer haben zahlreiche oder gar alle ihrer Projekte verloren (O-Ton: “Ich bin erstmal weg vom Fenster!“), andere feiern die Verluste ihres Wettbewerbs. Wir selbst sind recht stabil aus der Geschichte rausgekommen, haben bei zwei eigenen Projekten eine Abstrafung erhalten und begleiten einen Kunden (der allerdings weitere Dienstleister für den Linkaufbau beschäftigt hat), wie er die Verluste einzelner Keywords wieder ausbügeln kann. Alle anderen Kundenprojekte im SEO-Bereich sind nach wie vor stabil, haben sogar zum Teil Positionen gut gemacht.

Doch mir geht es nicht um Schulterklopfen, Erleichterung oder Häme – sondern um die Frage, worauf es denn nun ankommt. Klar ist, dass Google mit Panda, blauen Briefen, dem Pinguin-Update und anderen Algorithmus-Änderungen immer mehr darauf abzielt, unnatürliche Formen der Optimierung zu verhindern. Dabei ist eigentlich egal, ob es sich um eine Abstrafung (“Penalty”) handelt, oder um eine Neuberechnung der Positionen, weil bestimmte Faktoren nicht mehr greifen wie zuvor. Egal ist mir auch, ob diese durch Keyword-Stuffing, übermäßige Häufung von immer gleichen Linktexten oder durch offensichtlichen Linkkauf zustande kommt. Ebenfalls egal sollte sein, ob die Links nun aus abgestraften Artikelverzeichnissen oder durch einen Linkbuilding Service kommen. Was die genauen Gründe sind, wird jeder Webmaster für sein Projekt selbst herausfinden müssen.

Fakt ist jedoch, dass Mechanismen heute nicht mehr greifen bzw. geduldet sind, die vor einem halben Jahr, einem Jahr oder drei Jahren noch gut funktioniert haben. Auch deshalb finde ich Äußerungen wie: “Habe ich schon immer gesagt!”, oder: “Die haben auch echt Mist gebaut!”, ziemlich fehl am Platz. Zumal manche Kollegen (ob schuldhaft, aus Unwissenheit oder durch die Verkettung der Umstände) am Rande der Existenz stehen. In diesen Momenten bin ich froh, dass wir mit unserer Agentur nicht ausschließlich am Google-Tropf hängen, sondern mit Webdesign, Online-PR und Social Media für unsere Kunden auch andere Kanäle bedienen.

Was sagen die SEOs selbst zu diesem Thema?

Bevor ich meine eigene Einschätzung zur weiteren Entwicklung der Suchmaschinen-Optimierung abgebe, möchte ich einige SEO-Kollegen zu Wort kommen lassen, denen ich die Frage “Worauf kommt es nun an?” gestellt habe:

“Meiner Meinung nach ist es mehr denn je wichtig, seinen Kunden sehr gute Inhalte anzubieten. Google wird immer besser darin, auch die Contentqualität zu erkennen. Zudem besteht dann die Chance, auf natürlichem Wege verlinkt zu werden. Weiterhin sind Social Signals wichtig, vor allem Google+ und Facebook. Von ‘Money Keywords’, Linknetzwerken und Artikelverzeichnissen würde ich mehr denn je die Finger lassen.”

Jörg Heidjann

“Es kommt einmal mehr auf hochwertige Links an. Die ganzen Schrottmethoden wie Artikelverzeichnisse und große Billigexpired-Netze haben viel zu lange funktioniert. Die Golden Rules of Linkbuilding von 2009 sind fast unverändert weiterhin gültig.”

Christoph C. Cemper

“Qualität kam bei Google bislang immer vor Quantität, zumindest was die Backlinkstruktur betrifft. Onpage sollte man prüfen, ob man nun aus Google-Sicht Keywords spam-mäßig verwendet. Bei Texten und Blogartikeln setzen wir jetzt auf weniger Beiträge. Diese sind dafür so aufwändig wie 3-4 typische Artikel, also nun etwa 1000 Wörter pro Beitrag. Mit Fotos, PDFs und weiteren Medientypen sollten die reinen Texte inhaltlich angereichert werden. So steigt auch die Wahrscheinlichkeit, mit diesem Artikel positives Feedback und damit Reichweite in sozialen Netzwerken zu schaffen. Das ist das SEO der Zukunft.”

Andreas Wellensiek

“In Zukunft müssen Links ‘organisch’ sein. Die Seite, von der ein Link gesetzt wird, muss legitim und im redaktionellen Zusammenhang auf eine Seite verlinken, die es ‘verdient’ hat, diesen Link zu erhalten. Ein organischer Link ist demnach ein verdienter Link. Wenn ich mir ein Linkprofil anschaue und eine Aussage darüber machen soll, welche Links entfernt werden sollten, dann frage ich mich einfach: ‘Hat es diese Seite diesen Link verdient?’ Google-Quality-Chef Amit Singhal bietet eine Liste von 23 Fragen (EN). Auch wenn diese Fragen auf den Content abzielen, so lassen sich die Prinzipien leicht auf Links übertragen. Zum Schluss weiß aber auch der schwärzeste Blackhat ganz genau, ob er diesen Link verdient hat oder nicht. Eben rein aus dem Bauchgefühl.”

Saša Ebach

“Ich bin der Meinung, dass man in jedem Fall Ruhe bewahren sollte. Es ist eine etwas aufregende Zeit, für alle Beteiligten. Daten sammeln, auswerten und dann Gegenmaßnahmen einleiten, wie auch immer sie aussehen mögen, denn für jedes Projekt gelten eventuell andere Spielregeln. Die Hoffnung, dass Google ein Rollback fahren könnte, ist Hanebüchen. Es hat schon größtenteils die richtigen Projekte getroffen und die ‘Heulerei’ kann ich nicht nachvollziehen. In jedem Fall kein Aktionismus verursachen und panisch Links entfernen, denn diese Panikmache beruht auf keiner gesunden Grundlage. Auch, wenn das Update sicherlich nicht verkehrt war, finde ich die Vorgehensweise von einem quasi Monopolisten einfach verantwortungslos.”

Eren Kozik

“Wichtig ist, nicht überstürzt mit dem Abbau von Links zu starten, sondern bei Einbruch von Traffic und / oder Sichtbarkeit (= Rankingverlusten) erst die Ursache festzustellen. Ist man vom Pinguin oder Panda betroffen, ist der Abbau von Links nicht das Mittel zum Zweck. Hier gelten andere Maßnahmen. Beim Paid-Link-Penalty hingegen ist dies sehr wohl der richtige Weg, der auch schon mehrfach schriftlich und offiziell von Googles QR-Team bestätigt wurde. Zum Aufbau von Links kann ich nur empfehlen: Finger weg von billigen Linkquellen, insbesondere von Netzwerken. Auch öffentlich zeigte Google bereits auf einige Seiten bzw. Unterseiten mit dem Finger und die Seiten gehörten fast immer zu Netzwerken oder waren auch mal Artikelverzeichnisse. Der Aufbau heute muss so organisch wie möglich wirken / sein. Agenturen und Freelancer, aber auch die Seitenbetreiber selbst, sind jetzt richtig beraten, wenn sie über Kontakte an gute Quellen kommen oder, wie es zum Beispiel Sasa Ebach hervorragend macht, mit guten Ideen! Qualität zahlt sich aus und fällt auch 2017 niemanden auf die Füße.”

Sören Eisenschmidt

“Auch wenn es schwer fällt, sollte man einen kühlen Kopf bewahren! Wir stellen aktuell fest, dass insbesondere kleine Webseitenbetreiber krampfhaft versuchen, ihre durch das Penguin Update verursachten Rankingverluste durch erneut minderwertige Linkbuilding-Maßnahmen (Kommentarspam usw.) irgendwie zu kompensieren. Spätestens nach Penguin sollte man begreifen, dass Linkbuilding ein generelles Umdenken erfordert: Weg vom stupiden Linkkauf hin zum Kreativmarketing!”

Heiner Hemken

Worauf kommt es denn im echten Leben an?

Die meisten Aussagen meiner Freunde aus der SEO-Szene kann ich voll und ganz unterschreiben. Auch wenn jeder andere Aspekte beleuchtet, ergeben die Einsichten und Ansichten doch ein sehr schönes Gesamtbild. Trotzdem möchte ich auch meinen eigenen Senf zum Thema abgeben und noch einen Faktor einbringen, der in vielen Diskussionen – aus meiner Sicht – vernachlässigt wird. Dazu gehört für mich, dass Google in vielerlei Hinsicht äußerst “menschlich” agiert.

Wer das eigentliche Ziel der Suchmaschine verstanden hat, nämlich für einen Suchbegriff die besten, die relevantesten, die beliebtesten Ergebnisse weit oben zu positionieren, der dürfte auch nachvollziehen können, wieso ein Ranking so schwer zu ermitteln ist – schließlich sind die Geschmäcker verschieden, verändern sich mit der Zeit, unterliegen zum Teil auch einem massiven Wandel. Dies gilt für Themen, für aktuelle Trends und auch für die Mode.

Es geht also nicht nur darum, authentische, werthaltige, natürliche oder unauffällige Links zu “generieren”. Es geht auch nicht nur darum, die eigene Seite nach Usability-Gesichtspunkten und Nutzerbedürfnissen auszurichten. Sondern es geht vor allem darum …

  • fortlaufend am Puls der Zeit zu bleiben
  • das System “am Leben” zu erhalten
  • immer wieder für frischen Wind zu sorgen
  • abseits eingetrampelter Pfade zu laufen
  • neue Methoden auszuprobieren
  • sich optimal zu vernetzen
  • fortlaufende Mehrwerte zu bieten.

Mein Bauchgefühl sagt dazu eindeutig: “Grmpfl!”

Es gibt Tage, da stehe ich am Fenster und starre in die Ferne, weil ich die Herausforderungen in der Suchmaschinen-Optimierung kontinuierlichen Präsenz im Netz, der immer-schneller-immer-weiter-immer-besser-Mentalität und des enormen Ranking-Erfolgsdrucks nicht mehr aushalte. Manchmal ist SEO wie Kaltakquise, eine echte Horrorvorstellung im Kampf um die vorderen Plätze. Wer permanent zwischen Depression und Google-Wahn lebt, kann beim Zoobesuch zwischen Panda und Pinguin schnell den Boden unter den Füßen verlieren.

Doch leider – liebe Freunde – kann ich im Hinblick auf die Suchmaschinen-Optimierung keine andere Einschätzung abgegeben. Wie in der Kundengewinnung insgesamt, gibt es auch im SEO keine Abkürzung. Weiterkommen erfordert “Blut, Schweiß und Tränen”, auch im Netz.

Das zu wissen, macht es nicht unbedingt leichter – aber es hilft mir, einen sicheren Stand zu bekommen. Mein Wert als Mensch hängt nicht vom Google-Ranking ab. Die Qualität meiner Arbeit drückt sich nicht nur in Keyword-Positionen aus. Der Sonntag Nachmittag ist nicht nur zur Auswertung der neuen Sistrix- oder Was-auch-immer-Werte gedacht.

Also hört auf zu jammern, gesteht Fehler ein, bleibt menschlich, klopft Euch den Staub von den Schultern und fangt noch mal von vorne an und macht es beim nächsten Mal besser. Das ist, worauf es jetzt ankommt.

Bildquelle: © Steve Young – Fotolia.com

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Interview mit SEO-Texter Sebastian Geominy


Geschrieben am Montag, 07. Mai 2012 von Thomas Kilian Kommentare deaktiviert

Sebastian GeominySchon seit einiger Zeit bin ich mit Sebastian Geominy auf XING vernetzt, der sich selbst gerne als “Klassiker & Texter 2.0″ bezeichnet. Er möchte damit zum Ausdruck bringen, dass er sowohl für Texte der klassischen Werbung, als auch für Texte im Online-Marketing zuständig ist. Er hat wie ich ein abgeschlossenes Linguistik-Studium und ist seit zwei Jahren als Texter selbständig. Wieso gute Texte für die Suchmaschinen-Optimierung und das Thema Marketing allgemein interessant sind, verrät der Online-Redakteur im Kurz-Interview …

Sebastian, Du bezeichnest Dich selbst als “SEO Texter” – was verstehst Du genau darunter und was zeichnet Dich aus?

Ja, ich bezeichne mich mitunter auch als SEO Texter, was soviel bedeutet, wie suchmaschinenoptimierte Texte schreiben zu können. Das wiederum heißt, sich an vorgegebenen Schlüsselbegriffen entlang zu hangeln und sie zu einem leserlichen Text zu verbinden. Phrasen wie ‚Wer [Keyword A], der muss [Keyword B]’ werden Sie bei mir nicht finden. Ich liefere qualitative SEO Texte, über die sich auch Google viel mehr freut.

Wieso sind professionelle Texte in der Suchmaschinen-Optimierung denn so wichtig?

Wie eben angedeutet: Google freut sich über hochwertigen Content mit Mehrwert, auch für den menschlichen Leser. Letzte Updates scheinen dies zu bestätigen, denn sinnfreies Blabla und Keyword-Ketten werden wohl so langsam ignoriert oder gar abgestraft.

Was sind Deine Lieblingsthemen und worüber schreibst Du gar nicht gern?

Ich sage immer: ‚Ich kann mich in jedes Thema rein recherchieren.’ Das ist sicherlich auch ein etwas akademischer Ansatz, in der Uni schreibt ja auch nicht jeder gerne eine 40-seitige Hausarbeit.

Ich habe schon über sehr viele Themen geschrieben, von Zahntechnik bis Lampentechnik oder von Wohnmobil bis Mobiltelefon. Daher mache ich mal eine Top 3 “gerne”:

  • Online-Marketing
  • Selbstständigkeit
  • Lampen

Top 3 “ungerne”:

  • Branchen-News
  • Finanzen
  • Versicherungen

Was tust Du selbst, um neue Kunden zu gewinnen?

SEO ;-)

50 Wörter für ein Schlusswort!

Ich überlege jetzt schon länger, was hier genau stehen soll … Vielleicht soviel: Ich möchte alle Leser des hervorragenden Blogs vom Kollegen Kilian grüßen und alle herzlich auf meine Website einladen. Damit ich jetzt auch auf die geforderten 50 Wörter komme, schreibe ich noch diesen Satz zu Ende. ;-)

Na dann, weiterhin viel Erfolg und vielen Dank für Deine Antworten!

Noch einige Fragen an meine Leser: Wie geht Ihr mit Texten fürs Web oder für den Marketing-Bereich um? Schreibt Ihr alles selbst, beauftragt Ihr externe Textagenturen oder habt Ihr dafür spezielle Mitarbeiter im Unternehmen? Ist das Thema “Texte” vielleicht noch gar kein Thema bei Euch? Bin gespannt auf Eure Erfahrungen!

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Das Webadressbuch für Deutschland 2011


Geschrieben am Sonntag, 21. November 2010 von Thomas Kilian (3 Antworten)

In der mittlerweile 14. Auflage ist die “analoge Google-Alternative” (Computer BILD) in diesem Jahr erschienen. Ich wollte wissen, ob das Kompendium mit den “6000 wichtigsten deutschen Internetadressen” hält, was es verspricht:

Zu über 1.800 Themenbereichen werden jeweils die zwei bis zehn absoluten Top-Adressen aus dem Internet übersichtlich im Web-Adressbuch präsentiert. Die Redaktion testet, bewertet und vergleicht jedes Jahr aufs Neue alle Web-Seiten und hat aus den Tiefen des Internets auch diesmal wieder die besten Perlen herausgefischt. Darunter sind auch viele neue, eher unbekannte Surf-Tipps zu den aktuellen Trends.

Und so habe ich mir nach und nach immer mal einige Kapitel aus dem Webadressbuch für Deutschland 2011 angeschaut. Zunächst einmal finde ich die Darstellung der Kategorien sehr übersichtlich und logisch. Bis auf wenige Ausnahmen konnte ich gut zuordnen, in welcher Rubrik die Webtipps eingeordnet waren. Darüber hinaus gibt es am Schluss auch noch mal einen umfangreichen Index. Wer nach einem Kamin sucht, sich für Aquaristik interessiert oder gerne neue Websites zum Thema Mode entdecken möchte, wird beim Webadressbuch schnell fündig. Gleichzeitig bieten die mal kürzeren, mal längeren Beschreibungstexte eine gute Orientierung, ob sich die Eingabe der Adresse in den Browser überhaupt lohnt.

Dies ist für mich aber auch der Wermutstropfen an einem gedruckten Linkverzeichnis. So sinnvoll ich eine redaktionell aufbereitete Linkliste finde, so untauglich erscheint sie mir als gedruckte Variante.

  • Der eine Grund dafür ist meine eigene Bequemlichkeit: Google sucht ja nicht nur für mich, sondern bietet mir auch den Luxus, mit einem Klick schnell mal eben “draufzuschauen”. Mit der neuen Preview-Funktion brauche ich dazu nicht einmal mehr zu klicken, sondern bekomme die Übersicht sofort in der Suchmaschine.
  • Der andere Grund ist die Aktualität: Im Webadressbuch gibt es viele Screenshots von den ausgewählten Websites. Doch wie lange behalten diese wirklich ihre Gültigkeit? Ein gedrucktes Werk (das merke ich natürlich auch am Igel-Faktor) ist schneller veraltet, als die Farbe auf den Seiten trocknen konnte. Dies wird sogar bei einer jährlich neuen Auflage zu Verschiebungen führen.

Nichts desto trotz halte ich das Webadressbuch für einen super Einstieg, vor allem für Internet-Neulinge, die mit Google & Co. ihre Mühe haben, qualitativ hochwertige Seiten zu entdecken. Besonders hervorheben möchte ich, dass ich in manchen (für mich interessanten) Kategorien auch noch Schätzchen entdeckt habe, die ich vorher nicht kannte. Der Mensch (Redakteur) ist eben doch das bessere Trüffelschwein.

Zum Schluss vielleicht noch eine persönliche Note von mir, die zeigt, dass ich ein Faible für redaktionell gepflegte Verzeichnisse habe. Eines meiner ersten Internetprojekte im Jahre 1999 (zusammen mit einem Freund) war die Online-Plattform “feelinx – einfach gute Links”. Die Website gibt es heute nicht mehr, aber ich habe mal in den Dateiarchiven nach einem Screenshot gekramt, den ich meinen Lesern natürlich nicht vorenthalten möchte …

Vielleicht sollten wir daraus eine Serie machen – “mein erstes peinliches Internetprojekt” … ;-)

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Journalisten bringen Sie auf die Seite 1 von Google


Geschrieben am Freitag, 19. November 2010 von Thomas Kilian (1 Antwort)

Dieser Betreff schlägt bei einem Bekannten im Postfach auf. Die E-Mail stammt von einem Anbieter namens “Top10press – Suchmaschinenpresse für Seite 1“. Hier heißt es:

Eine Gruppe von Journalisten bringt Ihr Unternehmen durch eine gezielte Pressearbeit auf die begehrte Seite 1 von Google und Yahoo. Innerhalb von nur 24 Stunden erhalten Sie mindestens eine Top10 Platzierung und das mit Garantie! So werden Sie gezielt im Internet gefunden.

Nach dem Märchen von den Metatags und unzähligen Angeboten im Netz, eine Website in “über 300 Suchmaschinen” einzutragen, riecht dies zumindest danach, dass jemand den Kern der Suchmaschinen-Optimierung nicht verstanden hat. Der Service schlägt mit 298,00 Euro + Märchensteuer zu Buche, dafür wird eine Platzierung unter den Top 10 auf Seite 1 von Google und Yahoo GARANTIERT.

Immerhin ist die Vorgehensweise genau beschrieben:

Wir legen gemeinsam mit Ihnen 10 Suchbegriffe fest, unter denen Sie bei Google und Yahoo gefunden werden möchten.

Das klingt doch schon mal super! Ich nehme “Werbeagentur”, “Webdesign”, “Suchmaschinen-Optimierung”, … doch dann schweift mein Blick recht schnell auf das “Beispiel”:

Ah, okay – sicher keine Einwort-Keywords, sondern mindestens 3 Begriffe, die in Kombination ohnehin kaum jemand sucht. Google verrät mir, dass “Aachen PR Agentur” genau 12 Mal im Monat gesucht wird. Dies ist genau ein Vierzigstel der Suchanfragen für “Werbeagentur Aachen”. Für “Werbeagentur Köln” sind es sogar 200 Mal mehr Suchanfragen pro Monat mehr:

Nun gut, auch 12 Leute wollen glücklich gemacht werden. Wenn ein Kunde eine spezielle Zielgruppe hat, können ja auch 12 potentielle Interessenten schon Umsatz bringen. Gut ist, dass der Begriff laut Google überhaupt gesucht wird. Auf diesen Aspekt sollten Sie in einer Beratung beim Suchmaschinen-Spezialisten immer achten, dass der Dienstleister nicht für Begriffe optimiert, die “kein Schwein” sucht.

Weiter geht’s mit dem nächsten Schritt:

Anschließend schreiben wir eine entsprechende Pressemitteilung über Ihre Person, Ihre Dienstleistung, Ihr Produkt oder Ihre Firma.

Das halte ich in jedem Fall – ob für online oder offline – für eine gute Maßnahme. Der Wert guter Pressearbeit wird in meinen Augen völlig unterschätzt. Viele Unternehmen berichten höchstens über das Firmenjubiläum oder den Tag der offenen Tür. Dabei gibt es doch jeden Monat neue Anlässe, über die es zu berichten lohnt. Doch jetzt muss die Nachricht auch an den Mann:

Wir kontaktieren über 40 Presseportale mit über 40 Millionen Pageimpressions und nutzen auch Twitter!

Also, Verbreitung der Meldung über Presseportale und Soziale Netzwerke. Finde ich gut, wobei es in meinen Augen auch reichen würde, wenn der Eintrag in den wichtigsten 10 Portalen erfolgt. Wichtig zu wissen ist, dass es hier Dienstleister gibt, die so etwas für sehr schmales Geld automatisch verbreiten. Wir haben damit auch schon unserer Erfahrungen gesammelt und es kann von der Darstellung der Artikel einiges schiefgehen. Sie sollten also sicherstellen, dass die Beiträge in hochwertigen Portalen manuell eingetragen werden und sich die Liste der Eintragungen schicken lassen.

Wo für mich noch ein bisschen der Schuh drückt, ist eben das Thema “Top-Position bei Google & Co.”. Selbstverständlich erscheint eine Pressemeldung, sofern Sie ein wenig Keyword-optimiert betitelt und getextet ist, bei Google auf den vorderen Plätzen (solange es kein stark umkämpftes Keyword ist). Doch Achtung! Es erscheint das Presseportal, nicht die eigene Website! Die Online-Plattformen haben aufgrund ihrer Aktualität und der hohen Anzahl an Verlinkungen bei Google sowieso recht gute Positionen. Da ist es ein Leichtes, einen gut geschriebenen Beitrag schnell auf die vorderen Plätze zu bringen. Nur für Ihre Website bringt diese Form der Optimierung nichts.

Ich muss der Top10press zu Gute halten, dass Sie damit auch nicht wirbt: Hier steht “Journalisten bringen Sie, Ihre Firma, Ihre Person oder Ihre Dienstleistung (…) unter die Top 10“. Von “Ihre Website” ist weder online, noch in der E-Mail die Rede. Wer damit zufrieden ist, dass die neue Pressemeldung gut gefunden wird, kann sich mit diesem Service also auch ohne eigene Website auf gute Google-Positionen bringen. Wenn wir diesen kleinen, aber feinen Unterschied im Auge haben, scheint mir an dem Presseservice der Kollegen nichts auszusetzen.

 

 

 

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