Content Marketing und Suchmaschinen-Optimierung


Geschrieben am Mittwoch, 22. April 2015 von Thomas Kilian (2 Antworten)

content-marketing-leitfaden-biegIn wenigen Tagen erscheint von mir ein beim BIEG Hessen aufgelegter, kostenfreier Leitfaden zum Thema Content Marketing „Mit guten Inhalten überzeugen“. Ich habe darin für Einsteiger beschrieben, was Content Marketing ist, wozu Unternehmen Content Marketing brauchen, wo gute Inhalte herkommen und wie sie sich optimal aufbereiten und effektiv streuen lassen.

Sobald der Leitfaden produziert und veröffentlicht ist, werde ich hier noch einen entsprechenden Download-Link integrieren.

Der Leitfaden Content Marketing ist nun online und steht auch als Web-PDF zum Download bereit.

Was ist Content Marketing?

Generell geht es beim Content Marketing um verschiedene Maßnahmen, die

» im Schwerpunkt auf Content basieren, um das Interesse der Stakeholder an verschiedenen Touchpoints und in den unterschiedlichen Kaufphasen zu gewinnen, um die Kommunikation mit ihnen geschickt anzuregen und fortzuführen. Es geht um den optimalen Einsatz der unterschiedlichen Kanäle, um Personalisierung der Inhalte, um Markenbotschaften, das gekonnte Nutzen von Social Media, um Storytelling und natürlich um jede Menge Kreativität. «

So bringt es Klaus Eck in seinem aktuellen Buch Die Content-Revolution im Unternehmen (Haufe 2014) auf den Punkt. Was hier schon durchscheint, ist vor allem die enge Vernetzung mit anderen Marketing-Disziplinen wie Personalisierung, Storytelling und Social Media. Doch auch die enge Verbindung zur Suchmaschinen-Optimierung finde ich faszinierend, weshalb ich diesem Thema einige Zeilen widmen möchte.

Content Marketing und SEO

Wie ich in einem der vorherigen Beiträge schon schrieb, ist für Google die Nutzerzufriedenheit in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Suchmaschinen-Optimierung hat sich extrem stark gewandelt. Noch nicht alle haben erkannt, dass sie ihre Websites für Menschen und nicht nur für Maschinen optimieren sollten. Hier bietet Content Marketing, verstanden als nützlicher Mehrwert für die jeweilige Zielgruppe, einen idealen Baustein zur Rankingsteigerung.

An einigen Beispielen möchte ich das verdeutlichen:

Der Online-Ratgeber des Musikhaus thomann ist vielen Musikern gut bekannt. In mehr als 120 Tutorials (in vielen Bereichen mit passenden Videos) werden die wichtigsten Instrumente, Ausrüstungsgegenstände und Zubehör detailliert und mit viel Verständnis für die Fragen der Kunden vorgestellt. Eine wahre Fundgrube, die extrem gut verlinkt ist und häufig in Foren und auf einschlägigen Portalen empfohlen wird.

Das Blog Selbständig im Netz von meinem Kollegen Peer Wandiger betrieben, hat nicht nur wahnsinige Abrufzahlen (rund 250.000 Besucher im Januar 2015!), sondern entwickelt sich auch in Sachen Verlinkung und Sichtbarkeit kontinuierlich nach oben. Laut Sistrix Toolbox gibt es circa 3.700 Keywords in den Top10 der Google Suche, die jeden Monat kostenfreien Traffic bringen.

Der Bilder-SEO und Künstler Martin Missfeldt beschreibt in einem aktuellen Beitrag seine contentbasierte Vorgehensweise beim Aufbau einer sehr gut rankenden Brillen-Website. Äußerst interessant ist auch sein Rückblick auf seine Sonnenfinsternis-Aktion, wo er durch eine geschickt platzierte Infografik zahlreiche Verlinkungen einsammeln konnte.

Einem unserer Agenturkunden (Dr. Franke-Consulting) haben wir empfohlen, auf einer speziellen Unterseite die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Akademisches Ghostwriting überblickshaft darzustellen und ausführlich zu informieren. Das positive Ergebnis (Top10-Platzierung für den gewünschten Hauptbegriff) hat dazu geführt, dass er die Inhalte seiner gesamten Website nun nach und nach selbst erweitert und kontinuierlich verbessert.

Wir stoßen bei vielen unserer Kunden solche inhaltlichen Themen an, etwa bei dem Gastroausstatter HASE+CO, für den wir im vergangenen Jahr ein Blog realisiert haben, das seitdem regelmäßig mit Content aus den Bereichen Gastronomie, Hygiene, Kaffee & Getränke, Kochen & Grillen, Küchentrends etc. ausgestattet wird.

Nehmen wir noch ein Beispiel aus dem Bereich KMU, den Blog vom Maler Heyse aus Hannover, der „spannendes, authentisches und lebendiges aus dem Alltag eines Malerbetriebs“ verspricht und seit Ende 2010 regelmäßig mit Beiträgen gefüttert wird.

Die Sichtbarkeit einer solchen KMU-Domain ist selbstverständlich mit großen Online-Portalen nicht zu vergleichen, aber manchmal bringen stabile Positionen von Longtail-Keywords am Ende die qualifizierten (tatsächlich interessierten) Besucher.

cat-content

Geht immer: Cat Content

Content Marketing für KMU

Es geht also sowohl in der Suchmaschinen-Optimierung, als auch im Content Marketing eher um „Klasse statt Masse“. Anhand der KMU-Beispiele möchte ich zeigen, dass Content Marketing nicht nur den großen Marken vorbehalten ist. Auch kleine Betriebe haben Geschichten zu erzählen, können ihre Kunden hinter die Kulissen blicken lassen und gleichzeitig ihre Rankings schrittweise verbessern.

Wichtig ist der Nutz- und Mehrwert der Inhalte, der Content sollte also über die reine Produktinformation hinausgehen, keine reine Werbung sein. Am besten lässt sich der Inhalt über Fragen, Wünsche und Bedürfnisse der Zielgruppe erschließen.

  • Welche Fragen haben die Kunden?
  • Was interessiert sie besonders?
  • In welcher Lebensphase, Situation, Umgebung befinden sie sich?
  • Welchen Nutzen kann der Inhalt bieten?

Was das Hummingbird-Update für Content Marketing bedeutet

Dank Hummingbird ist Google in der Lage, die Suchanfrage besser interpretieren und die User-Intention besser verstehen zu können, was tendenziell zu einer besseren Qualität der Suchergebnisse führen soll. Der neue Such-Algorithmus beeinflusst mehr als 95 % der weltweiten Suchanfragen und bildet die Grundlage der gesamten Google-Suche. Nicht zuletzt, weil Google bei der Sprachsteuerung zwingend darauf angewiesen ist, nicht nur einzelne Begriffe, sondern Sinnzusammenhänge besser zu erkennen, um relevante Ergebnisse ausgeben zu können.

Was bedeutet dieses Update nun für das Thema Content Marketing? Es entspannt ungemein, dass wir unsere Texte nicht mehr mit nasigen Keywords vollstopfen müssen, um Google zu beeindrucken! Endlich stehen – neben technischen und anderen Faktoren – vor allem die kompletten Inhalte im Zentrum der Aufmerksamkeit, nicht die einzelnen Keywords!

Google wird immer besser darin, hochwertige, einzigartige und an den Bedürfnissen der User ausgerichtete Inhalte zu erkennen und positiv zu verarbeiten. Guter Content wird belohnt, dünne Inhalte fliegen raus! Irgendwie ist das gar nicht neu, oder? ;-)

Einen Kommentar zum Beitrag schreiben!
Verwandte Artikel:

Inbound Marketing als Alternative zur Kaltakquise


Geschrieben am Montag, 28. November 2011 von Thomas Kilian Kommentare deaktiviert

Wie wäre es, wenn Sie sich ab sofort keine Gedanken mehr darüber machen müssten, neue Kunden zu finden? Anstelle von aufwändigen Marketingkampagnen und nervtötender Kaltakquise rufen regelmäßig neu Interessenten bei Ihnen an, um sich nach ihren Leistungen und Produkten zu erkundigen. 

Utopie? – “Nicht ganz”, verspricht zumindest Reinhard Janning, Blogger-Kollege vom Lead Management Blog. Er hat als Geschäftsführer der DemandGen AG bereits vor einiger Zeit sein Marketingkonzept in Frage gestellt und sagt: “Mit einer neuen Methode ist es uns gelungen, in der Tat regelmäßig Anfragen von Interessenten zu erhalten, die wir bislang noch nicht kannten.”

Diesen Ansatz des Inbound-Marketing stellt Reinhard Janning im heutigen Gastbeitrag den Lesern des Neukunden-Magnet vor …

Mit systematischem Inbound Marketing zu neuen Kunden

Man nennt die von uns eingesetzte Methode auch “Content Marketing” oder “Inbound Marketing”. Anders als beim klassischen Marketing geht es darum, möglichst interessante Informationen rund um Ihre Produkte und Leistungen im Internet zu verteilen und so potenzielle Kunden auf Ihr Unternehmen aufmerksam zu machen. Social Media, Blogs und Fachportale bieten sehr einfache Möglichkeiten, diese Informationen bereitzustellen.

Dabei müssen Unternehmen natürlich sorgfältig abwägen, welche Relevanz die Informationen für ihre Zielgruppe haben und welches Risiko diese Information darstellen, wenn sie in falsche Hände geraten. Insbesondere wenn es um erklärungsbedürftige Produkte geht, ist Ihr Know-how das Alleinstellungsmerkmal, das den neuen Kunden interessiert. Dabei geht es im häufig um Erfahrungen, die Sie im Laufe Ihres Geschäftslebens gesammelt haben, die sie aber nicht zwangsläufig allen Interessenten zur Verfügung stellen möchten. Andererseits geben diese Informationen potentiellen Kunden die Sicherheit, dass Sie ihr Geschäft besonders gut verstehen. Wenn Sie nun also überlegen, welche Art von Informationen Sie im Internet frei verfügbar machen, müssen sie also entscheiden, bis zu welcher Art von Information Sie ihr Fach Know-how auch Fremden und möglichen Wettbewerbern zur Verfügung stellen wollen und zu welchem Zeitpunkt sie diese Information nur gegen Herausgabe der Kontaktdaten zur Verfügung stellen.

In jedem Fall bekommt Ihr Unternehmen mit dieser Methode ein deutlich besseres Ansehen und kann sich als Experte in ihrem Umfeld positionieren. Die Erfahrung hat gezeigt, dass potentielle Käufer diese Erfahrung schon zu einem früheren Zeitpunkt suchen. Das Internet spielt dabei eine wesentliche Rolle. Eine Allensbach Studie hat herausgefunden, dass 91 Prozent aller Käufe über das Internet generiert oder zumindest beeinflusst werden. Bevor man sich mit der Abschaffung eines Produktes beschäftigt, recherchiert man im Internet relevante Informationen zu dem Thema. Wenn Sie im Rahmen dieser Recherche gefunden werden und über so genannte Konvertierungsmechanismen (in der Regel Webformulare) ihre Informationen gegen die Herausgabe der E-Mail-Adresse zur Verfügung stellen, haben Sie anschließend die Möglichkeit, mit diesen potentiellen Interessenten per E-Mail weiter zu kommunizieren und sukzessive ihre Kompetenz unter Beweis zu stellen. Dabei kann es durchaus passieren, dass der Interessent sich, sobald sich seine Anschaffung konkretisiert, wieder mit Ihnen in Verbindung setzt und dann um ein ansprechendes Angebot bietet.

Damit Ihr “Content” auch immer gefunden wird, bietet es sich an, Ihre Webseite, Ihre Social Media Aktivitäten und die Aktivitäten auf Fachportalen regelmäßig zu überwachen. Außerdem ist es erforderlich, dass Sie schnell und einfach Landing Pages erstellen können,  um die notwendigen Konversionen zu erzielen. Deshalb haben sich in den letzten Jahren viele Lösungen am Markt etabliert, die genau diese Mechanismen unterstützen und Ihnen regelmäßige Analysen geben, über welche Kanäle welche Besucher in welcher Qualität zu Ihnen kommen.

Beispielhaft sehen Sie dazu die folgende Grafik, die einerseits aufzeigt, aus welchen Quellen die Besucher die Webseite gefunden haben (zum Beispiel Suchmaschinen, Social Media, E-Mails oder Ähnliches) und wie viele der Besucher dann zu “Leads” geworden sind.  Die Leads werden dann in einer Datenbank gespeichert, können gegebenenfalls mit ihrem CRM-System synchronisiert und für weitere Marketingaktionen genutzt werden.

Kommentare deaktiviert
Verwandte Artikel:
Kommentare deaktiviert Neukunden-Akquise