Führende Köpfe lüften das Geheimnis erfolgreicher Werbung …


Geschrieben am Freitag, 20. April 2012 von Thomas Kilian Kommentare deaktiviert

… verspricht zumindest Heiko Burrack, Autorenkollege aus dem BusinessVillage Verlag. Er hat vor einigen Wochen das Buch “Die Werbepropheten und ihre dröhnenden Lautsprecher” herausgebracht und ich war am Anfang ziemlich skeptisch, ob dieses Werk für mich überhaupt das Richtige ist. Schließlich liest sich die Liste der Interviewpartner, die für Heikos Fragen Rede und Antwort gestanden haben, wie ein Querschnitt der verschiedenen Agenturrankings (siehe auch hier ganz unten).

Die Szene der großen, deutschen Werbeagenturen ist nicht wirklich meine Welt, wir sind als Internetagentur viel zu spezialisiert und eigentlich zu klein, um ständig über Pitches, Einkäufer, Marktforschung und Mobile Marketing Kampagnen nachzudenken. Doch aufgrund des hervorragenden Erstlingswerks von Heiko sowie einiger prägnanter Kapitelüberschriften, habe ich dann doch zum Buch gegriffen. Hier geht es auf 240 Seiten um …

  • New Business oder vollen Einsatz wagen
  • Pitch oder wir springen nicht für lau
  • Der Einkauf oder die bösen Buben?
  • Marktforschung oder der Unterschied zu Rohrfrei
  • Digitale Kommunikation oder ist jetzt wirklich alles anders?
  • Mobile Marketing oder die Pornobranche als Pionier
  • Media oder die Cash-Cows der Agenturen
  • Change oder Eierkuchen backen, ohne ein Ei zu zerschlagen
  • Network versus Inhaber oder die Mär vom Werbe-Dino
  • Kreativität oder so geht geile Werbung
  • Human Resources oder Arbeiten auf einer Galeere?

Wie Ihr seht, sind die verschiedenen Aspekte sehr vielfältig – vom Marketing über Online bis hin zu Networking, Kreativität und Mitarbeiterführung. Und so abwechslungsreich die Themen sind, so unterhaltsam liest sich das Buch auch. Denn Heiko bezieht die Antworten der verschiedenen Interviewpartner immer auf eine spielerische Art und Weise ein, verknüpft die Beiträge untereinander und führt wie ein Moderator durch das Gespräch. Das Buch liest sich wie eine gut strukturierte Podiumsdiskussion, wo verschiedene Agentur- und Marketingleiter, Einkäufer und Nutzer ihre Sicht der Dinge darlegen. Immer mit dem Fokus auf Akquise für Werbeagenturen, die heute so ganz anders funktioniert als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren.

Zurück zu meiner Skepsis: Da halte ich es gerne biblisch – “drum prüfet alles und das Gute behaltet”, vom “Guten” gibt es hier genug, dazu viele Parallelen zu unseren Kunden- und Akquise-Erfahrungen. Insofern nicht nur für die Branchenriesen eine spannende Lektüre, sondern für jeden, der aus seinen dröhnenden Lautsprechern intelligentes Marketing machen oder mit Marktforschung Geld verdienen möchte.

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Das Webadressbuch für Deutschland 2011


Geschrieben am Sonntag, 21. November 2010 von Thomas Kilian (3 Antworten)

In der mittlerweile 14. Auflage ist die “analoge Google-Alternative” (Computer BILD) in diesem Jahr erschienen. Ich wollte wissen, ob das Kompendium mit den “6000 wichtigsten deutschen Internetadressen” hält, was es verspricht:

Zu über 1.800 Themenbereichen werden jeweils die zwei bis zehn absoluten Top-Adressen aus dem Internet übersichtlich im Web-Adressbuch präsentiert. Die Redaktion testet, bewertet und vergleicht jedes Jahr aufs Neue alle Web-Seiten und hat aus den Tiefen des Internets auch diesmal wieder die besten Perlen herausgefischt. Darunter sind auch viele neue, eher unbekannte Surf-Tipps zu den aktuellen Trends.

Und so habe ich mir nach und nach immer mal einige Kapitel aus dem Webadressbuch für Deutschland 2011 angeschaut. Zunächst einmal finde ich die Darstellung der Kategorien sehr übersichtlich und logisch. Bis auf wenige Ausnahmen konnte ich gut zuordnen, in welcher Rubrik die Webtipps eingeordnet waren. Darüber hinaus gibt es am Schluss auch noch mal einen umfangreichen Index. Wer nach einem Kamin sucht, sich für Aquaristik interessiert oder gerne neue Websites zum Thema Mode entdecken möchte, wird beim Webadressbuch schnell fündig. Gleichzeitig bieten die mal kürzeren, mal längeren Beschreibungstexte eine gute Orientierung, ob sich die Eingabe der Adresse in den Browser überhaupt lohnt.

Dies ist für mich aber auch der Wermutstropfen an einem gedruckten Linkverzeichnis. So sinnvoll ich eine redaktionell aufbereitete Linkliste finde, so untauglich erscheint sie mir als gedruckte Variante.

  • Der eine Grund dafür ist meine eigene Bequemlichkeit: Google sucht ja nicht nur für mich, sondern bietet mir auch den Luxus, mit einem Klick schnell mal eben “draufzuschauen”. Mit der neuen Preview-Funktion brauche ich dazu nicht einmal mehr zu klicken, sondern bekomme die Übersicht sofort in der Suchmaschine.
  • Der andere Grund ist die Aktualität: Im Webadressbuch gibt es viele Screenshots von den ausgewählten Websites. Doch wie lange behalten diese wirklich ihre Gültigkeit? Ein gedrucktes Werk (das merke ich natürlich auch am Igel-Faktor) ist schneller veraltet, als die Farbe auf den Seiten trocknen konnte. Dies wird sogar bei einer jährlich neuen Auflage zu Verschiebungen führen.

Nichts desto trotz halte ich das Webadressbuch für einen super Einstieg, vor allem für Internet-Neulinge, die mit Google & Co. ihre Mühe haben, qualitativ hochwertige Seiten zu entdecken. Besonders hervorheben möchte ich, dass ich in manchen (für mich interessanten) Kategorien auch noch Schätzchen entdeckt habe, die ich vorher nicht kannte. Der Mensch (Redakteur) ist eben doch das bessere Trüffelschwein.

Zum Schluss vielleicht noch eine persönliche Note von mir, die zeigt, dass ich ein Faible für redaktionell gepflegte Verzeichnisse habe. Eines meiner ersten Internetprojekte im Jahre 1999 (zusammen mit einem Freund) war die Online-Plattform “feelinx – einfach gute Links”. Die Website gibt es heute nicht mehr, aber ich habe mal in den Dateiarchiven nach einem Screenshot gekramt, den ich meinen Lesern natürlich nicht vorenthalten möchte …

Vielleicht sollten wir daraus eine Serie machen – “mein erstes peinliches Internetprojekt” … ;-)

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