Stalking 2.0 oder nur Geschnatter?


Geschrieben am Dienstag, 13. März 2007 von Franziska Hengstenberg

Alles nur Geschnatter?Ein neues Online-Tool wird derzeit heiß gehandelt. Die Meinungen um Twitter.com gehen weit auseinander, wie man hier und auch hier verfolgen kann. Es handelt sich dabei um ein Tool, mit dem aktuelle Ereignisse in Echtzeit veröffentlicht werden können. Für eine Meldung stehen dem Nutzer 140 Zeichen zur Verfügung, die er sowohl direkt in seinem Account eingeben als auch per SMS oder Instant Messanger übermitteln kann. Auf der Startseite von Twitter werden daher fast im Sekundentakt neue, öffentliche Einträge bereitgestellt. Unter diesem Aspekt ist der Name, der zu deutsch „Geschnatter“ bedeutet, sicherlich gerechtfertigt.

Beispielhaft könnte mein Morgen in Twitter folgendermaßen aussehen:

„Bin gerade aufgestanden *gähn*“ about 4 hours ago from web
„Frühstücke eben noch, die Zeitung bringt wieder mal nur schlechte Nachrichten.“ about 4 hours ago from web
„Sitze gerade in der U-Bahn und höre den neuen Werbedschungel-Podcast.“ about 3 hours ago from txt
„Meetings, meetings…“ about 2 hours ago from im
“Zurück im Büro. Alle Klarheiten beseitigt. *g*“ less than 20 seconds ago from web

Momentan wird das Angebot hauptsächlich von Privatleuten genutzt, um die kleinen Sensationen ihres persönlichen Alltags darzustellen. Ist Twitter damit eine ideale Plattform für Stalker, die einen detaillierten Einblick in die täglichen Gewohnheiten anderer erhalten möchten? Sicher nicht, wenn man die Empfängerliste auf seine Freunde und Bekannte eingrenzt, wozu das Tool natürlich die Möglichkeit bietet.

Aber Twitter lässt sich auch im großen Stil für Öffentlichkeitsarbeit nutzen. So versuchen derzeit verschiedene US-Präsidentschaftskandidaten (Joe Biden, Hillary Clinton) und die BBC über Twitter Aufmerksamkeit zu erregen. Bleibt abzuwarten, ob der anfängliche Hype langfristig anhält und sich durch Weiterentwicklungen des Tools Möglichkeiten ergeben, Twitter für Werbung und Marketing gezielt einzusetzen.
 

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