So entstand der Igel-Faktor


Geschrieben am Sonntag, 23. August 2009 von Thomas Kilian

Bevor es hier mit dem Igel-Countdown weitergeht (nur weil das Buch jetzt erschienen ist, müssen wir ja damit nicht aufhören!), möchte ich Euch mal einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Igel-Faktors geben. Es war einmal …

12. Dezember 2007 – März 2008

E-Mail-Anfrage vom Verlagsleiter des BusinessVillage Verlags Göttingen, ob ich mir vorstellen könnte, ein Buch über “Kundenfang im Web 2.0″ zu schreiben.

“Die besten Köder für modernen Kundenfang – Zutaten: Ein Blogger, ein Podcaster, ein Onlineprofi alter und neuer Schule beschreiben spannende Wege zur schönen, neuen, online kaufenden, wenig loyalen, aber begeisterungsfähigen Web 2.0 Kundschaft.”

Klingt spannend, ich mache mir Gedanken dazu und stecke in ersten Telefonaten mit Christian Hoffmann den groben Rahmen ab.

04. März – Mai 2008

Persönliches Treffen mit Christian Hoffmann auf der CeBIT in Hannover. Abstimmung der weiteren Vorgehensweise und Erstellen eines Exposés mit Struktur und ersten Probetexten.

“Na das ist dann mal ein kreativer und neuer Ansatz. Respekt. Die Idee ist nicht schlecht. Sie müssten aber das Analogiespiel gekonnt durchhalten. Ich werde nächste Woche Ihr Expose intern zur Diskussion geben und bin schon einmal sehr gespannt, was die Kollegen sagen :-).”

Ob es mir gelingen wird, die Geschichte vom Hasen und vom Igel durchgehend zu gestalten? Wie sieht die optimale Struktur für das Buch aus? Diese Frage wird mich noch lange beschäftigen.

Juni 2008

Klärung wichtiger Fragen zum Autorenvertrag, Herangehensweise, Honorar – Abstimmung mit anderen Autoren und Erfahrungsaustausch. Wie arbeitet ein Verlag? Wie soll ich mich positionieren? Was steht noch mal im Kleingedruckten? Einigung im Juli 2008 – Unterschrift am 19. Oktober 2008.

Juli / August 2008

Im Sommer-Urlaub in Schweden arbeite ich zum ersten Mal am Manuskript. Zu Beginn steht die inhaltliche Konzeption, Seitenstruktur, Aufbau der Kapitel auf dem Plan. Es sind unzählige Versuche nötig, um das recht breite Thema “Neukunden-Gewinnung im Internet” schlüssig aufzubereiten. Ende August steht die neue Struktur: 73 Runden mit kleinen Einheiten zu unterschiedlichen Themen, passend zu den 73 Runden beim Wettlauf vom Hasen und vom Igel.

Am 1. September liefere ich meinen ersten Entwurf an den Verlag – 11 magere Seiten, eine Seitenstruktur, die Einleitung und zwei Probekapitel. Doch der Stein ist ins Rollen gebracht …

September 2008

Erste Entwürfe für das Buchcover, das wir als Agentur selbst gestalten können. Der erste Entwurf der Igel-Zeichnung stammt von Henning Franke, einem ehemaligen Mediengestalter von uns. Die Überarbeitung erfolgt im Januar 2009 durch Hendrik Granna, der die Vorlage vektorisiert und für das gedruckte Buchcover aufbereitet hat.

igel-faktor_erste-skizze

Oktober 2008

Zweiwöchiger Schreiburlaub in einem Ferienhaus in Dänemark (mit Internetanschluss). Vormittags und Abends wird geschrieben, am Nachmittag gehts mit meiner Frau und unserem Golden Retriever Eddy an den Strand. Eine tolle Mischung – am Ende steht 2/3 des Manuskripts in Rohform.

November – Dezember 2008

Die restliche Zeit des Jahres nutze ich, um das Manuskript fertig zu stellen. Parallel lesen gute Freunde meine ersten Entwürfe und geben mir sehr hilfreiches Feedback. Mein Online-Redakteur René Gast überarbeitet ebenfalls meinen Output und liefert auch neuen Input – immer wieder eine Herausforderung, neben dem Agenturgeschäft Zeit(en) zum Schreiben und Bearbeiten der Texte zu nehmen.

Am 14. Dezember sende ich das “fertige” Manuskript an den Verlag zur Durchsicht. Die Weihnachtspause habe ich mir wirklich verdient.

Januar 2009

Ein erstes Feedback vom Verlagsleiter Christian Hoffmann:

“Ich habe Ihr Buch inzwischen einmal gelesen. Sprachlich sehr gelungen. Inhaltlich bin ich noch an der einen oder anderen Stelle am Überlegen. Ich melde mich bei Ihnen Anfang der kommenden Woche, um Überarbeitungen zu besprechen.”

Das Feedback hat es in sich – manche Ideen werden über den Haufen geworfen, neue Ansätze entstehen. Ich überarbeite zum x-ten Mal die Seitenstruktur. Ganze Kapitelstränge überschlagen sich, rutschen von vorne nach hinten, fliegen raus oder kommen neu hinzu. Wieder zwingt mich das Projektgeschäft in der Agentur, feste “Igel-Tage” einzurichten, an denen ich mich einschließe und nur am Buch arbeite. Parallel frage ich bekannte Autoren, Blogger und Kollegen an, ob sie für Interviews zur Verfügung stehen.

Februar – März 2009

Die Website zu “Der Igel-Faktor” entsteht. Die ersten Teaser-Texte, Ankündigungen und Formulierungen für das Buchcover werden festgezurrt. Dabei unterstützt mich auch der Marketingleiter Jens Grübner aus dem BusinessVillage Verlag. Ich mache mir Gedanken, wie ich den Igel-Faktor promoten möchte.

Parallel laufen die weiteren Arbeiten am Textmanuskript. Hätte nicht gedacht, dass die Bearbeitung so zeitaufwändig ist. Ein Abbildungsverzeichnis entsteht, Grafiken werden aufbereitet und in Druckqualität angelegt. Ende März gibt es ein weiteres Feedback aus dem Verlag – dieses Mal von Herrn Grübner, dessen Überarbeitungswünsche manche meiner Texte massiv zum Wackeln bringen. Ich verbringe zwei schlaflose Nächte, diskutiere, verbessere, frage nach, schreibe, fluche, zerreiße Papier … bin am Ende aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ende März wird der Titel im Buchhandel gemeldet und steht seitdem auch bei Amazon im virtuellen Regal.

April – Juni 2009

Noch einmal bin ich für zwei Wochen in Dänemark – dieses Mal ist die Website zum Igel-Faktor an der Reihe. Das Buch wird in dieser Zeit vom Verlag gesetzt. Ende April halte ich das erste Mal die Druckfahne in den Händen – ein unglaubliches Gefühl. 250 Seiten Text “in schön”.

Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer: Schweiß und Tränen sind nötig, um sechs Wochen lang mit verschiedenen Lektoren die Texte immer und immer wieder zu bearbeiten. Inhaltlich ändern sich nur noch kleinere Passagen, aber es wird an Formulierungen geschraubt, Rechtschreibfehler werden ausgemerzt und neue eingebaut. Die Liste der Buchempfehlungen wird finalisiert.

Anfang Juni erfahre ich, dass der Igel-Faktor in jedem Fall erst nach der Sommerpause erscheinen wird, da es durch die Ferien der Druckerei und andere Dinge keinen Sinn macht, vor August drucken zu lassen. Hatte gehofft, dass das Buch noch vorher erscheint, bin aber jetzt ganz happy, dass wir nicht ins Sommerloch gefallen sind. Starte daraufhin einen mehrteiligen “Igel-Countdown” im Neukunden-Magnet Weblog, um die Wartezeit zu überbrücken.

Juli 2009

Lasse mir für die Druckfreigabe Zeit. Lese noch mal. Und noch mal. Ein ganzer Sonntag, eine ganze Nacht und noch einige Runden mit müden Augen, aber einem zufriedenen Gesicht. Am 17. Juli gebe ich die Freigabe zum Druck und versende einige Tage später die endgültige Version des Buchcovers.

August 2009

Das Buch ist im Druck. Der Igel-Countdown geht weiter. Der passende Infoflyer ist bereits bei uns angekommen und wird an Interessierte verteilt. Jetzt geht es an die Recherche von möglichen Multiplikatoren. Einige Blogger-Kollegen fragen schon nach Rezensionsexemplaren, das finde ich klasse. Die Fachpresse ist ein weiterer Fokus. Wann kommt das Buch denn endlich?

Am 19. August die rettende Nachricht von Verlagsleiter Christian Hoffmann:

Hallo Herr Kilian, morgen oder Freitag werden Ihre Bücher bei Ihnen eintreffen :-)

Und am Freitag, 21. August ist es nun wirklich soweit. Vier große Kartons mit meinen bestellten Exemplaren kommen bei uns in der Agentur an. Jetzt isses raus, mein Buch. Ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht! – Den 2. Teil erzähle ich Euch vielleicht im nächsten Sommer! ;-)

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