Pimp my Werbebrief


Geschrieben am Dienstag, 30. Januar 2007 von Thomas Kilian

Heute versenden wir in der Agentur einen Werbebrief für die neue Schulungsreihe “Schokoladenseite zeigen” an Unternehmen aus Ostwestfalen. Ich halte solche Briefe aus drei Gründen für eine geeignete und vergleichsweise kostengünstige Werbemöglichkeit:

1. Spezifische Empfänger: Ich suche mir die Adressaten aus und sende die Information gezielt an die Unternehmen, die ich erreichen möchte. Bei Anzeigen in der Zeitung o.ä. hat man erheblich höhere Streuverluste.
2. Ein Brief ist persönlich. Man kann den Empfänger namentlich ansprechen.
3. Man kann den Brief mit einem Flyer oder einer Broschüre kombinieren.

Dennoch darf man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Die meisten Werbebriefe (zwischen 95-99,9%) landen im Papierkorb. Die Rücklaufquote eines Werbebriefs liegt statistisch bei 0,3-0,5%. D.h. von 1000 versendeten Briefen erhält man 3-5 Antworten. Je nach Angebot und Gestaltung kann die Response aber auch höher ausfallen.

Werbebrief ThoxanAnhand unseres eigenen Werbebriefes möchte ich einige Tipps geben, wie Sie mit wenig Aufwand Ihren Werbebrief optimieren können:

1. Corporate Design: Nutzen Sie das einheitliche Erscheinungsbild Ihres Unternehmens auch für den Werbebrief. Ein aussagekräftiges Logo am Kopf des Briefes ist ein erster Eye-Catcher und schafft bei mehrmaligem Versand eine Wiedererkennung.
2. Die Adresse ist ein Bild. Sie wird vom Empfänger auf Richtigkeit geprüft. Fehlerhafte oder unvollständige Angaben führen in den meisten Fällen in den Papierkorb.
3. Eine aussagekräftige Betreffzeile muss den Leser neugierig auf den Inhalt machen.
4. Die persönliche Anrede ist Pflicht. “Sehr geehrte Damen und Herren” haben kein Gesicht und wandern auch in den meisten Fällen in den Papierkorb.
5. Der Einstieg ist die schwierigste Passage im Werbebrief. Er dient dazu, dem Leser einen praktischen Nutzen anzubieten. Erzählen Sie nicht von sich, Ihren Produkten oder Ihrem Unternehmen, sondern holen Sie den Empfänger ab und bieten Sie ihm einen Vorteil an.
6. Im zweiten Absatz können Sie Ihr Anliegen schildern. Aber bitte knapp. Stellen Sie weitere Vorteile für den Empfänger heraus. Nur wenn er für sich einen wirklichen Nutzen erkennt, wird er den Brief weiterlesen. Ansonsten: Papierkorb.
7. Im dritten Absatz können Sie weitere Details zu ihrem Angebot schildern. Schließen Sie diese Passage mit einer konkreten Handlungsaufforderung ab, damit der Empfänger weiß, was zu tun ist. In diesem Zusammenhang möchte ich einen Vordruck auf der Rückseite des Briefes empfehlen, der bereits die Kontaktdaten des Kunden enthält und per Fax zurück gesendet werden kann. Machen Sie es einfach, auf den Werbebrief zu reagieren.
8. Um den Brief noch persönlicher zu gestalten, habe ich ein Foto von mir neben die Unterschrift gedruckt. Lassen Sie sich etwas außergewöhnliches einfallen, was Ihren Brief zu einem Hingucker macht.
9. Die handschriftliche Unterschrift ist unverzichtbar. Den Aufdruck (auch in blauer Farbe) kann man in der Regel gut erkennen. Es gibt allerdings spezielle Maschinen, die mit einem Füller die eingescannte Unterschrift nachzeichnen und so auch bei größeren Auflagen einen guten Eindruck erzeugen.
10. Das Postscriptum (“P.S.”) wird in der Regel noch vor dem Inhalt des Briefes gelesen. Führen Sie hier einen weiteren Vorteil für Ihren Kunden auf oder animieren Sie ihn zu einer Reaktion. Dadurch wird das Interesse für den Inhalt erhöht.

Haben Sie weitere Ideen und Anregungen für die Verbesserung von Werbebriefen? Nutzen Sie diese Methode, um vergleichsweise kostengünstig Ihre Zielgruppe zu erreichen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion oder schicken Sie eine Email an Info@Neukunden-Magnet.de und schildern Sie Ihre Erfahrungen!

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2 KOMMENTAR(E)
zum Beitrag “Pimp my Werbebrief”
Dejan N.P
Am 31. Januar 2007 um 09:59 Uhr

Hallo Thomas

haben Sie mal versucht ungwöhnliche Werbebriefe zu verschicken. Z.b duftende, in Kinderschrift, auf einer Postkarte ohne ähnliches?
Wissen Sie, ob die Response Quote auf solche WErbebriefe höher ist, da diese auffälliger sind?

beste blogger grüsse
Dejan
http://www.ideen.fairmittlung.biz

Thomas Kilian
Am 31. Januar 2007 um 13:36 Uhr

Hallo Dejan,

danke für Ihren Kommentar. Es gibt schon sehr viele schräge Werbeideen, die den Rücklauf erhöhen können. Wir haben letztes Jahr in der Agentur eine Aktion für einen Möbelhersteller durchgeführt und eine Trickkiste an potentielle Kunden verschickt, was sehr gut angekommen ist. Da lagen die Rückläufe über dem Durchschnitt. Allerdings sind solche Besonderheiten natürlich mit höheren Kosten verbunden.

Die Idee mit der Kinderschrift finde ich ausgezeichnet, wenn es zum Unternehmen und zur Zielgruppe passt. Auch die Postkarten werden häufig mit guten Ergebnissen genutzt. Mir ging es in meinem Artikel erstmal um einen klassischen Werbebrief und die Möglichkeiten, diesen gestalterisch und inhaltlich aufzuwerten.

Ich freue mich über weitere Ideen zu diesem Thema,
herzliche Grüße – Thomas Kilian

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