Nutzen des Elevator Pitches im Networking


Geschrieben am Dienstag, 20. Mai 2008 von Thomas Kilian

Dass sich 30 Sekunden im Fahrstuhl bestens zur Neukunden-Akquise eignen, ist ja nicht erst bekannt, seit der Kunstbegriff “Elevator Pitch” existiert. Vor einigen Wochen hatte ich in diesem Beitrag ja schon mal auf einen anderen Beitrag von Joachim Rumohr hingewiesen, in dem der Nutzen eines Elevator Pitches erläutert wird.

Nun haben wir beim dritten Netzwerktreffen des Unternehmerforums OWL in der vergangenen Woche auch den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, sich den anderen kurz vorzustellen. Wir haben die Fahrt im Aufzug auf 55 Sekunden verlängert, da diese Gelegenheit für viele eine ganz neue Erfahrung war. Es hat mich begeistert, wie viele sich tatsächlich “getraut” haben – die Ostwestfalen sind anscheinend gar nicht so “maulfaul”, wie alle immer sagen – und wie sich einige wirklich ins Zeug gelegt haben.

Zwei Jungs aus der Kreativbranche haben ihren Elevator Pitch mit selbst gemalten Schildern visualisiert und konnten trotz der überzogenen Zeit tosenden Applaus ernten. Andere haben sich kurz und knapp und vor allem sehr spritzig präsentiert und sind mir selbst noch nach Tagen im Gedächtnis geblieben. Vorbereitung ist alles. Wer sich spontan auf die Bühne stellt oder wie Rüdiger Hoffmann (“Ja, hallo erstmaaaal…”) in gefühlten vier Stunden einen Satz über die Lippen bringt, gerät schnell in Vergessenheit.

Aber auch das Ziel oder der Nutzen eines Elevator Pitches ist vielleicht nicht jedem klar. So erhielt ich im Nachklang zur Veranstaltung über XING eine Nachricht von einem Teilnehmer:

“… bin gespannt, ob sich jemand aufgrund meines Elevator-Pitches meldet.”

Nun ja, ob sich im Nachhinein noch Teilnehmer aufgrund eines Elevetor Pitches melden, kann ich nicht beurteilen. Sinn und Zweck ist es meiner Meinung nach zunächst, Gespräche während der Veranstaltung zu erleichtern. Wenn ich jemanden auf der Bühne gesehen habe, der mein Interesse weckt, dann spreche ich ihn hinterher eher an. Oder ich kann selbst aktiv ins Gespräch einsteigen und mich auf meinen Beitrag berufen (“Ich war der mit den Schildern” oder “Ich hatte ja schon beim Elevator Pitch erzählt, dass ich…”). Das erleichtert einfach die Kommunikation.

Eine – wie ich finde – gute Idee, ist nach dem Treffen auch noch aufgekommen: Es wäre für den besseren Überblick sinnvoll, eine Liste mit allen Elevator-Pitch-Kandidaten zu haben, auf denen in der Reihenfolge die Namen, Firmen und eine kurze Leistungsbeschreibung stehen. So kann ich die Leute noch gezielter ansprechen. Wir hatten beim Unternehmerforum 70 Teilnehmer und erwarten für die nächste Veranstaltung vielleicht noch ein paar mehr. 15 mutige Helden haben sich vorgestellt – da ist selbst mir als Organisator des Abends manchmal der Überblick verloren gegangen.

Ich selbst habe dieses Mal nicht am Elevator Pitch teilgenommen, stand ja sowieso schon genügend im Rampenlicht. Überlege aber für die nächsten Treffen, wie ich mich wohl vorstellen würde. Wie wäre es mit: “Guten Abend, mein Name ist Thomas Kilian. Ich verkaufe neue Kunden, – wer welche braucht, spricht mich an!”

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1 KOMMENTAR(E)
zum Beitrag “Nutzen des Elevator Pitches im Networking”
Andrea Jülichs
Am 21. Mai 2008 um 10:57 Uhr

Ein weiterer – ganz wichtiger – Nutzen des Elevator Pitch ist auch, dass man sich selbst darüber im Klaren wird, was die eigene Kernkompetenz ist. Klingt logisch, doch viele Unternehmer haben zwar ein tolles Produkt oder eine super Dienstleistung, bringen aber die Kernaussage dessen, was sie tun, oft nur holprig “rüber”.