Neukunden-Gewinnung in der Wirtschaftskrise


Geschrieben am Dienstag, 20. Januar 2009 von Thomas Kilian

Darf ich ehrlich sein? Ich kann das ständige Gejammere wegen der so genannten “Wirtschaftskrise” einfach nicht mehr hören. Ich habe ja Verständnis, dass die Nachrichten in der Winterpause eine Sau brauchen, die sie durchs mediale Dorf treiben können. Aber dass mittlerweile jedes kleine Handwerker’le anfängt, auf der Sau zu reiten, das nervt mich einfach.

Ich will ja gar nicht abstreiten, dass uns zur Zeit ein wirtschaftlich raues Lüftchen um die Nase weht. Natürlich gibt es Entlassungen, Umsatzeinbrüche und Firmenpleiten. Doch zu welcher Zeit gibt es die nicht? Es scheint mir so, als dass jeder noch so kleine Verlust, jede Entlassung plötzlich zu Lasten der “großen Krise” geht. Ganz nach der Theorie der “selbsterfüllenden Prophezeiung” reden wir uns das drohende Ende jeglichen wirtschaftlichen Erfolgs so lange ein, bis wirklich alles den Bach runter geht.

Ich mache dieses Spiel nicht mit. Wir haben als Agentur momentan sehr gut zu tun, arbeiten voller Energie und Leidenschaft für die besten Kunden der Welt (und solche, die es noch werden wollen), haben zwei neue Mitarbeiter eingestellt und lassen es auch in 2009 richtig krachen. Auch in Sachen Neukunden-Gewinnung ist die Stimmung gut. Schließlich bietet jede Krise auch immer wieder neue Chancen.

Neukunden-Gewinnung trotz Wirtschaftskrise

  1. Gerade jetzt brauchen wir Unternehmerinnen und Unternehmer, die positive Signale setzen und nicht auf jede negative Schlagzeile mit Heulen und Zähneklappern reagieren. Wer mit Selbstvertrauen und Leidenschaft auf die Jagd nach neuen Kunden geht, hat sicher schnell Waidmanns Heil.
  2. Für bestimmte Branchen (z.B. Beratung, Coaching, Management, Werbung usw.) sind gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten neue Kunden leichter ansprechbar. Nutzen Sie diese Chance!
  3. Wer sich heute nicht ins Schneckenhaus zurück zieht, ist vielen schon einen großen Schritt voraus. Stellen Sie Ihr Angebot ins Rampenlicht und fallen Sie auf, was das Zeug hält.
  4. Sackgassen bieten die Gelegenheit, mal neue Wege zu gehen. “Das haben wir schon immer so gemacht” funktioniert nur so lange, wie das Wetter schön ist. Ziehen Sie sich wetterfeste Kleidung an und suchen Sie aktiv nach Auswegen aus der Krise.

Lassen Sie sich von der Wirtschaftskrise verrückt machen? Spüren Sie die Auswirkungen der Rezession oder lassen Sie es jetzt erst recht mit neuem Schwung angehen? Bin gespannt auf Ihre Reaktionen!

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10 KOMMENTAR(E)
zum Beitrag “Neukunden-Gewinnung in der Wirtschaftskrise”
Gerhard Zirkel
Am 21. Januar 2009 um 12:44 Uhr

Pah – Krise? kann ja jeder behaupten :) Nur weil ein paar Leute etwas von dem Geld verloren haben das sie ohnehin nie hatten ist das noch lange keine Krise.

Allerdings scheint es derzeit schwierig, sich auf herkömmliche Wege der Entscheidungsfindung zu verlassen. Plötzlich lassen sich die letzten Jahre nicht mehr einfach in die Zukunft interpolieren und vermeintlich sichere Institutionen sind plötzlich gar nicht mehr so sicher.

Da müssen halt andere Wege der Strategiefindung her – gut dass ich gerade dabei bin so ein System zu vermarkten – dumm, dass ich nicht schon ein halbes Jahr früher damit anfangen konnte :)

Gerhard Zirkel

Manuel Schmöllerl
Am 21. Januar 2009 um 20:31 Uhr

Ich muß sagen, dass ich immun gegen diese schlechte Stimmung bin. Ich höre „Wirtschaftskrise“ und beginne voll durchzustarten. Also bei mir hat das irgendwie das Gegenteil bewirkt.
Hoffentlich kann ich diese positive Energie meinen Kunden und Interessenten weitergeben?

Alles Gute und Beste Grüße
Manuel Schmöllerl

Gerald Oswald
Am 24. Januar 2009 um 01:10 Uhr

Also ich möchte jetzt nicht so euphorisch loslegen. Natürlich merke ich, das die Luft dünner wird und die Wirtschaftskrise ist nicht ein Phantom sondern ist real. Das werden die ein oder anderen (bitte verzeihen Sie mir das Wort) Ignoranten recht bald zu spüren bekommen.
Ich gebe Ihnen in sofern recht, das wir uns jetzt nicht lethargisch hinsetzen und vor uns her heulen, sondern genau prüfen wo ich neue Ansätze finde. Ansätze für ein neues oder anderes Geschäft. Es stimmt, die jede Kiese ist auch eine echte Chance die genutzt werden kann. Nur geht das nicht Blauäugig nach dem Motto “Jetzt gebe ich erst recht Gas” egal was hauptsache Gas.
Ich empfehle, die Krise akzeptieren, im Auge behalten und trotzdem (wohl überlegt) nach vorne schreiten.
In diesem Sinne “ein erfolgreiches 2009″
Ihr
Gerald Oswald ;-)
von Oswald und Partner

Eva
Am 25. Januar 2009 um 10:01 Uhr

Nun ich wehre mich vehement dagegen, eine Wirtschaftskrise zu haben. Nur leider tun das meine Kunden nicht. Da ich sehr viele Kunden in der Automobillindustrie habe, stehe ich vor dem Problem, daß diese Firmen ihre Budgets bis März eingefroren haben und nichts nach außen geben. Das macht die Auftragsakquise mehr als schwierig. Daß die Probleme in dieser Branche hausgemacht sind und wenn man ehrlich ist, nichts mit dem Platzen der Immobilienblase in USA zu tun hat, will ja keiner wissen. Dafür wird schön brav die Situation genutzt, der Betriebsrat eingelullt und die Lieferanten weiter geknechtet. Wenn der Lieferant am Ende jappst und fast hopps geht ist das Ziel erreicht. Neue Branchen erschliessen ist in guten Zeiten schon schwierig. Jetzt wirds fast unmöglich. Aber wir tun unser bestes. In panische Lethargie zu verfallen ist momentan genau der falsche Weg. Also Prozesse straffen, Kosten optimieren und den Kampf an allen Fronten aufnehmen. Mitte des Jahres, da bin ich mir sicher, interessiert sich niemand mehr für diese Krise. Obwohl… Da ist Sommerloch, da brauchen wir wieder eine Mediensau die wir treiben dürfen…

Thomas Kilian
Am 25. Januar 2009 um 23:26 Uhr

Hallo und vielen Dank für Eure Kommentare – bin ja happy, dass ich mit meiner Meinung nicht allein stehe. Ihr habt ganz recht: Es bringt überhaupt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. “Jetzt erst recht!” ist die richtige Einstellung. Dann klappts auch mit der Neukunden-Gewinnung. Einen erfolgreichen Start in die neue Woche wünsche ich! Gruß, Thomas#

Alexander Jahn
Am 26. Januar 2009 um 12:06 Uhr

Wenn eine Krise herrscht, dann wären die Unternehmen doch gut beraten, wenn sie gerade JETZT noch mehr Service, Verkaufstalent und Kundenorientierung an den Tag legen.

Leider geschieht das nicht überall. Ein passendes Beispiel, der Automobilindustrie, die ja bekanntlich von der “Wirtschaftskrise” besonders betroffen ist, erlebe ich gerade selbst.

In der Woche vor Weihnachten 2008 informierte ich mich auf der Webseite eines Automobilherstellers über eine Probefahrt meines Wunschmodells. Ich bekam kurz darauf ein Bestätigungsschreiben aus der Firmenzentrale, in dem man mir mitteilte, dass meine Anfrage an mein zuständiges Autohaus weitergeleitet wurde. Von dort aus wird man sich innerhalb DER NÄCHSTEN TAGE bei mir melden.

Heute haben wir den 26.01.2009. Ich warte also fast 7 Wochen auf eine Einladung zu einer Probefahrt – Eigentlich warte ich auf überhaupt eine Antwort. Sieht so Neukundengewinnung aus? Ich muss also dem Autohändler hinterher telefonieren und mich um eine Probefahrt bewerben.

Da zeigt sich die klassische Servicewüste Deutschland. Und jetzt bin ich eigentlich schon so sauer, dass ich auch noch den Hersteller hier hinschreibe: Es ist Chrysler. Und die Autos der Marke werden in einem Autohaus von Mercedes Benz verkauft. Früher stand das mal für Service.

Gerhard Zirkel
Am 26. Januar 2009 um 18:49 Uhr

@Alexander Jahn
Selbiges musste auch ich kürzlich erfahren, als ich versuchte eine Probefahrt zu bekommen – kein toller Schlitten den jeder fahren will, nein ein “Vernunftauto”. Die haben sich nicht einmal auf meine Anfrage gemeldet … – war aber nicht Chrysler :)

@Eva
Wer momentan mit der Automobilindustrie zu tun hat, hat echt schlechte Karten. Aber wie du schon sagtest, so bald die Krise nicht mehr zieht läuft es auch wieder – hier kommt es eben darauf an mit der richtigen Strategie länger durchzuhalten als die Mitbewerber.

Gerhard Zirkel

Alex
Am 27. Januar 2009 um 15:34 Uhr

@Gerhard Zirkel
Ich war heute im Autohaus. Toll, dachte ich, da bekomme ich etwas über mein Wunschmodell erzählt, kann mich mal reinsetzen und eine Runde um den Block drehen! Nichts ist passiert. Ich saß zwar drin, allerdings wurde mir das Auto emotional überhaupt nicht schmackhaft gemacht. Stattdessen wurde mir der komplette Ausstattungskatalog runtergebetet.

Auf meine Frage nach einer Probefahrt, sagte mir der Verkäufer, dass er mir das Auto “just for fun” leider nicht überlassen kann. Er sagte, ich würde das Auto hier ausprobieren und dann wahrscheinlich im Internet kaufen. Ich dachte, ich höre nicht recht. Und da wundert sich noch einer, dass in Deutschland nicht genügend Autos verkauft werden. Dieser Händler will doch gar keine Autos verkaufen!

Kevin Lossner
Am 30. Januar 2009 um 22:12 Uhr

In meinem Berufsumfeld (Übersetzung) wird auch sehr viel über die sogenannte “Krise” geredet, auch von unvermeidbaren Preissenkungen und die Aussichtslosigkeit der Branche. Wenn man die Geschäftskompetenzen dieser Leute aber unter die Lupe nimmt, stellt man oft schnell fest, dass ihre öffentlichen Marketingbemühungen oft sehr verbesserungsdürftig sind und dass sie wenig von Risikomanagement verstehen. Wer diese Dinge im Griff hat geniesst meistens weiterhin gute Geschäfte, sehr oft sogar stark wachsende.

Olli
Am 3. Mai 2009 um 21:54 Uhr

Diese Krise wird von den Medien und den Politikern viel zu sehr hochgespielt um panik zu verbreiten um den “kleinen Mann” auch ganz klein zu halten. Würden die verantwortlichen mal zur Rechenschaft gezogen werden, dann würde mich mal interessieren wieviel Krise noch vorhanden ist.

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