Marketing lebt nicht vom Brot allein


Geschrieben am Dienstag, 15. Januar 2008 von Thomas Kilian

Leserinfo: Dieser Artikel hat einen Anfang und zwei Enden. Das eine Ende gibt es in diesem Artikel, das zweite Ende steht im iChurch-Weblog (“Kirche geht Web 2.0″). 

Wieder mal ne super Geschichte, die der Besserwerberblog da ausgebuddelt hat. Die Agentur BBDO aus Stuttgart hat für die evangelische Kirchengemeinde Obertürkheim eine Kampagne konzipiert, die sich ungewöhnlicher Werbeplätze – nämlich Schaufenstern von Bäckereien – bedient:

Brot-Werbung für evangelische Kirche

Ziel der Aktion ist es, auf eine Themenreihe abendlicher Gottesdienste hinzuweisen, die sich alle um das beliebte Nahrungsmittel bzw. die Verteilung desselben drehen:

Während der Gottesdienste wird das Thema „Brot“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet: von den Brötchen, die wir verdienen, bis zum Brot, das den Armen fehlt. Begleitet wird die „Nachtschicht“ von musikalischen Gastauftritten wie von Sebastian Krumbiegel, dem Gründer der Popband „Die Prinzen“.

Was mir an dieser Idee besonders gut gefällt, fasse ich mal in drei Punkten zusammen:
- (hier beginnt jetzt das eine Ende, das andere Ende gibt es dort) -

  1. Die Aktion ist so einfach, dass man es kaum glaubt (im doppelten Sinne). Man nehme eine Veranstaltung oder ein besonderes Angebot, suche sich ein Thema, das in Zusammenhang mit einer bestimmten Branche steht und gewinne Vertreter dieser Branche für eine gemeinsame Werbeaktion. Ein Kinderarzt könnte eine Themenwoche über Rückenbeschwerden bei Kleinkindern machen und dafür bei – genau: – Fitnesstudios werben, in denen junge Väter und Mütter ihre Gesundheit trainieren. Einige knackige Slogans bringen die richtige Würze und mit wenigen hundert Euro sind die Schaufenster einfach auffallend und auffallend einfach dekoriert.
  2. Die Aktion stiftet doppelten Nutzen: Dem durchführenden Unternehmen, das für seine Veranstaltung oder Angebote wirbt und ebenfalls den Kooperationspartnern, die eine erhöhte Aufmerksamkeit für ihr Schaufenster gewinnen. Oder wann haben Sie zuletzt so interessiert vor einer Bäckerei gestanden?
  3. Die Aktion erzeugt Vertrauen und persönliche Nähe: Eine Themenreihe in der Kirche ist ja nicht jedermanns Sache. Die professionelle Ansprache in Kombination mit einheitlichen Flyern, Plakaten und einer auf die Aktion abgestimmten Website leider, leider keiner begleitenden Website (“wie schade, seufz!”) macht aus einem 0815-Gottesdienst-Angebot ein echtes Highlight und erzeugt auch bei Nicht-Kirchgängern Interesse für das Programm. Für die Partner-Bäckereien hingegen ergibt sich durch die Social Kampagne ein positives Image. Wer ein solches Anliegen unterstützt, verdient auch meine Unterstützung. Kundenbindung par excellence!
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Am 15. Januar 2008 um 17:51 Uhr

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