In einem Taxi nicht nach Paris fahren


Geschrieben am Mittwoch, 18. April 2007 von Thomas Kilian

Warum werden solche Sprachkurse nicht auch in Taxis angeboten?” fragt Burkhard Schneider im Best-Practice-Business-Blog. — Vermutlich, weil der Einbau von Screens in Kopfstützen den Taxameter in Zukuft noch schneller laufen lassen würde. Zumal die Taxifahrt viel kürzer ist, als ein Flug (es sei denn, man fährt im Taxi nach Paris…).

Trotzdem finde ich die Idee eines Mehrwerts für Taxi-Gäste sehr gut und würde das gerne noch weiterspinnen. Hier einige Ideen:

  • Musik nach Wunsch des Fahrgastes spielen
  • Aktuelle Zeitschrift(en) wie beim Friseur zum Lesen geben
  • Erkundigen, ob ein Gespräch gewünscht ist, statt einfach drauflos zu tönen
  • Informationen über Sehenswürdigkeiten bei Fahrt durch die Stadt geben
  • Pfefferminzbonbons, kleine Gummibärchen-Tüten o.ä. anbieten
  • Stadtplan mit wichtigen Adressen drucken lassen und verteilen
  • Gutschein für nächste Taxifahrt spendieren (10%, wenn es der gleiche Fahrer ist)

Ich denke, man sieht, dass ein zusätzlicher Nutzen nicht immer viel Geld kosten muss. Kleine Zeichen der Aufmerksamkeit sind für mich als Kunden viel mehr wert, als Hochglanz-Prospekte und technische Spielereien.

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2 KOMMENTAR(E)
zum Beitrag “In einem Taxi nicht nach Paris fahren”
Martin
Am 18. April 2007 um 18:14 Uhr

Alles sehr schöne Ideen. Hauptproblem könnte (zumindest in Großstädten) sein, dass der einzelne Taxifahrer kaum an Kundenbindung interessiert ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass er einen Fahrgast zweimal im Leben zu Gesicht bekommt, ist gering. Die Initiative müsste also von den Taxizentralen ausgehen.

Andererseits: Der Fahrer ist ja an einem vernünftigen Trinkgeld interessiert, und wenn mir ein Fahrer meine Musikwünsche bei der Fahrt erfüllen würde, würde ihm das ganz sicher einen guten Aufschlag beim Trinkgeld einbringen.

Thomas Kilian
Am 19. April 2007 um 15:43 Uhr

Hi Martin,
was Du ansprichst, ist eben genau dieses Ego-Denken, das viele Unternehmen und deren Angestellten (leider) an den Tag legen.

Sicherlich hat man keine Garantie, einen Fahrgast noch einmal zu sehen, aber langfristig zahlt sich das trotzdem für einen Taxifahrer oder die Zentrale aus – sei es durch eine aktive Weiterempfehlung oder etwa durch die Weitergabe eines Gutscheins.

Ganz nebenbei kann ein “besonderer Service” auch die Aufmerksamkeit der Presse auf sich ziehen.

Bei einem Kunden von mir (Einzelhandel) wird Marktbesuchern angeboten, kostenlos ein Taxi zu bestellen. Wenn der Einzelhändler von einem besonders serviceorientierten Taxiunternehmen in seiner Stadt weiß – wen wird er wohl anrufen, wenn er seine Kunden begeistern möchte? Dieses vernetzte Denken (Kooperationen, gemeinsamer Erfolg) ist der Schlüssel zu einer neuen Kundenorientierung und wird langfristig die Spreu vom Weizen trennen.

Meinst Du nicht?
Sonnige Grüße, Thomas#