Hilfe ich bin abgemahnt! Was nun? (Teil 3)


Geschrieben am Freitag, 06. November 2009 von Thomas Kilian

Nachdem ich durch eine beantragte Fristverlängerung die Möglichkeit hatte, meinen Urlaub in Ruhe zu genießen, stand direkt nach meiner Rückkehr die Frage an, wie ich jetzt am besten auf die Abmahnung reagieren soll. Also habe ich mich direkt mit meinem Anwalt kurzgeschlossen. Er wies mich darauf hin, dass es in den meisten Fällen nicht ratsam ist, eine Unterlassungserklärung wie gefordert zu unterschreiben, sondern diese zu modifizieren.

Beratung durch einen spezialisierten Anwalt ist zu empfehlen

Parallel hatte ich schon im Internet recherchiert, um einige Hintergründe zum Thema Abmahnungen zu erhalten. Ganz hilfreich fand ich beispielsweise die Website Abmahnung UWG, doch auch diese konnte mir keine verbindliche Antwort auf die Frage geben, wie ich mit “meiner” Unterlassungserklärung konkret umgehen soll. Ich bin daher meinem Anwalt Norman Wierz echt dankbar, dass er mich souverän und kompetent beraten hat:

Norman hat zunächst beim gegnerischen Anwalt angerufen, um den aktuellen Sachstand zu erfragen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Bei der Gelegenheit hat er für mich sogar eine deutliche Kostenreduzierung ausgehandelt. Dann hat er die Unterlassungserklärung etwas gekürzt, den Wortlaut in weiten Teilen aber unverändert gelassen, damit die Modifizierung auch akzeptiert wird. Diese Dinge wurden ja bereits mündlich mit dem gegnerischen Anwalt geklärt.

In der Zwischenzeit habe ich die Kostennote der Kanzlei erhalten und damit “grünes Licht” für die modifizierte Unterlassungserklärung bekommen. Seit ich in der vergangenen Woche die Anwaltskosten überwiesen habe, ist die Geschichte komplett vom Tisch. Ich kann jetzt wieder nach Vorne schauen und meine Energien für andere Dinge, z.B. zum Bloggen einsetzen…

Fazit zur Abmahnung im Neukunden-Magnet Weblog

Mein Fazit: Neben unnötigen Kosten und viel Zeit für Recherche, Telefonate und Briefe hat mich die ganze Geschichte auch echt Nerven gekostet. Ich wollte einfach keinen weiteren Fehler machen, der mich noch mehr unnötiges Geld kostet. Vor allem durch das schlechte Timing mit meinem Urlaub und dem Urlaub meines Anwalts kam noch zusätzlicher Stress dazu.

Ich kann nur jedem raten, sich beim Bloggen vorab schlau zu machen, mit welchen Äußerungen gegenüber dem Wettbewerb eine Abmahnung drohen kann. Bei kritischen Themen würde ich in Zukunft meinen Anwalt vor der Veröffentlichung kurz kontaktieren, – das ist auf jeden Fall günstiger (und nervenschonender) als die Abmahn-Nummer noch einmal zu erleben…

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4 KOMMENTAR(E)
zum Beitrag “Hilfe ich bin abgemahnt! Was nun? (Teil 3)”
Sascha
Am 6. November 2009 um 13:32 Uhr

Darf man mal fragen, was Dich das Ganze nun – abgesehen von Zeit und Nerven – gekostet hat?

Thomas Kilian
Am 8. November 2009 um 12:05 Uhr

Die Kosten für eine Abmahnung hängen vom Streitwert ab, können also von Fall zu Fall variieren. Zusammen mit den Kosten für meinen eigenen Anwalt hat die Geschichte insgesamt ca. 1200 Euro gekostet. Auch für uns als Agentur wahrlich keine “Peanuts”. Gruß, Thomas#

zimmermann
Am 8. November 2009 um 21:14 Uhr

Abmahner, was sind das für Leute: Ich denke: Prosecco-Trinker – oder wie ich neulich hörte “Pflaumenwerfer”. Wo liegt der tiefere Sinn? Das sind doch letztendlich Gehirnschisse studierter Leute, die offensichtlich nichts Sinnvolles in der Gesellschaft beizustragen haben. Oder?

Wieviel studierte Rechtsanwälte haben wir heute? Ja, es ist mittlerweile eine Plage. Selbst im Insolvenzrecht wurschteln sie wie in Baumarktmentalität vor sich hin – siehe Quelle. Es gab vor einiger Zeit eine interessante Frage dazu: Welche Auswirkungen haben diese juristischen Gehirnschisse – monokausales bzw. lineares Denken – auf die Volkswirtschaft? In der Finanzrechtsprechung leiden wir ja alle schon unnötigerweise seit Jahrzehnten. Oder wer versteht die Briefe des Finanzamtes wirklich? Das ist doch ein Schreibe – unmöglich, oder? Frage mich gerade: Schreiben intelligente Menschen wirklich so, dass man den Inhalt nicht versteht? Gräfin Dönhoff sagte mal, das gute Journalisten komplexe Dinge einfach auf den Punkt bringen können. Ich bin da der gleichen Meinung.

Zu guter Letzt: Haben Sie auch voll entnervt Ihre neuen AGBs Ihrer Hausbank gleich ins Jenseits befördert. Wer liest so etwas? Was verursacht dieser Schiss für Kosten? Warum dieser ganze Wahnsinn? Steckt vielleicht eine legalisierte Gruppen-Therapie dahinter?

War nur mal ein Quergedanke. Sicher gibt`s auch RA, die taff und brauchbar sind! Ich kenne einen. Hurra!

MfG Lars Zimmermann kommunikationsoptimierer.de

Thomas Kilian
Am 9. November 2009 um 22:43 Uhr

Hallo Herr Zimmermann,

danke für Ihren Kommentar, aus Sicht der Abgemahnten sicher verständlich. Trotzdem möchte ich das so nicht stehen lassen. Es gibt Bereiche, wo ich selbst auch abmahnen würde, z.B. wenn jemand unsere Inhalte ungefragt übernimmt (“klaut”) und auch trotz Aufforderung nicht reagiert. Welche Möglichkeiten habe ich sonst.

Auch in dem von mir beschriebenen Fall hätte ich als Agentur vermutlich nicht anders reagiert. Insofern will ich das pauschale Urteil gerne etwas entkräften. Ich kenne übrigens auch “einen” – jetzt sind wir schon zwei. Hurra!

Herzlichst, Thomas Kilian#