Hilfe ich bin abgemahnt! Was nun? (Teil 1)


Geschrieben am Dienstag, 03. November 2009 von Thomas Kilian

Abmahnungen sind ja zurzeit wieder ein gern gebloggtes Thema, bei dem sich viele Davids gegen scheinbar übermächtige Goliaths zur Wehr setzen. Als ich am 12. Oktober aus dem Urlaub zurückkam, begrüßte mich in der Agenturpost ebenfalls ein anwaltliches Schreiben. Abmahnung wegen unlauteren Wettbewerbs:

abmahnung01

Puuuuuuhhh.

Auslöser war ein Artikel im Neukunden-Magnet Weblog, bei dem ich zwar auf die Nennung des Firmennamens verzichtet hatte, aber – um ganz ehrlich zu sein – nicht gerade höflich mit meinem Marktbegleiter umgegangen bin. Nach Beratung mit meinem Rechtsanwalt und auch nach Rücksprache mit einem netten Blogger-Kollegen musste ich einsehen:

Da habe ich wirklich Mist gebaut.

Ich möchte daher diesen Artikel zunächst einmal dafür nutzen, mich bei meinen Kollegen zu entschuldigen.

Ein solcher Beitrag wird nicht mehr vorkommen, das habe ich aus der Geschichte gelernt. Wäre mir aber auch ehrlich gesagt zu teuer, schließlich habe ich in der Zwischenzeit eine Unterlassungserklärung unterzeichnet, die mir bei Zuwiderhandlung eine empfindliche Vertragsstrafe beschert.

Im anwaltlichen Schreiben gibt es nun eine Reihe von Paragraphen und Faktoren, die belegen, wieso ich mir für meinen Artikel eine Abmahnung eingefangen habe:

abmahnung02

(…)

abmahnung03

Selbst als juristischer Laie wird mir schnell deutlich: “Hui, Finger verbrannt!” Was bin ich auch so dämlich, mich ausgerechnet an meinem Wettbewerb zu vergreifen?

Habe hier ja schon bereits einige Male im Rahmen meiner Blogserie “Entspammung zum Wochenende” vom Leder gezogen, doch sind diese Beiträge aufgrund einer unverlangt zugesendeten E-Mail-Nachricht entstanden und betreffen andere Branchen. Hier lässt sich also keine Angriffsfläche für eine Abmahnung finden.

Und wie komme ich nun aus der Nummer wieder raus? Das lest Ihr im zweiten Teil meiner kleinen Blogserie “Hilfe ich bin abgemahnt! Was nun?”

Verwandte Artikel:
5 KOMMENTAR(E)
zum Beitrag “Hilfe ich bin abgemahnt! Was nun? (Teil 1)”
Jan (Aysberg)
Am 3. November 2009 um 10:09 Uhr

Wir wurden dieses Jahr aus verschiedensten Gründen bereits dreimal abgemahnt. Die zu zahlenden Beträge haben schon weh getan, aber wie Du auch schreibst, muss man sich seiner Verantwortung stellen. Immerhin waren es keine Abzock-Abmahn-Anwälte und daher die Forderungen und Fristen zwar heftig aber nicht völlig wahnsinnig.

Meine Tipps aus diesen Erfahrungen:
* Unbedingt einen Fachanwalt (nicht irgendeinen Anwalt) hinzuziehen. In unserem Fall ist das ein renommierter IT-Fachanwalt. Fast immer kann man mithilfe seines Anwalts die Forderungen drücken und kommt so oft etwas günstiger weg als die Forderungen zu bezahlen.
* Unterlassungserklärungen der Gegenseite nie blind unterschreiben, sondern mithilfe seines Anwalts eine modifizierte Unterlassungserklärung abgeben.*
* Und die Standardregeln gelten sowieso: Nicht aussitzen, Fristen ernst nehmen, nicht pöbeln, etc.

Wünsche Dir, dass Du mit der Gegenseite einen akzeptablen Kompromiss findest!

Coach Henri
Am 3. November 2009 um 12:43 Uhr

Hui, ganz schön offen gehen Sie da mit dem Thema um. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Thomas Kilian
Am 3. November 2009 um 21:50 Uhr

@Jan: Danke für Deine Ermutigung und v.a. Tipps. Du wirst sehen: In Teil 2 und vor allem Teil 3 läuft es in eine ganz ähnliche Richtung… :-)

@Coach Henri: Das Thema war/ist ärgerlich genug, jetzt geht es darum, das beste daraus zu machen – im Sinne meiner Leser, vielleicht helfen die Tipps in den drei Teilen ja anderen Bloggern, etwas sensibler mit dem Thema umzugehen…

Gitte Härter
Am 7. November 2009 um 14:27 Uhr

Hallo Herr Kilian,

das ist sehr nützlich, dass Sie Ihre Erfahrungen mit der Abmahnung so detailliert erzählen – sicher auch für unsere Leser, darum habe ich gerade bei uns auf Ihre Artikelserie dazu verwiesen.

Ich bin auch sehr paranoid hinsichtlich Haftung (zu Recht, wie ich meine).

Ich kenne Abmahnungen bisher nur von der anderen Seite – und das ist auch nicht schön! Wir werden seit Jahren immer wieder beklaut und finden Texte auf anderen Seite wieder. Früher habe ich immer angerufen oder freundlich gemailt, dass das bitte pronto entfernt wird. Dummerweise ist meine Bilanz, dass ich in 9 von 10 Fällen anstatt einer Entschuldigung und Entfernen noch blöd angeredet wurde oder dazu herausgefordert wurde, “dann doch zum Anwalt zu gehen”.

Es ist schon auch verblüffend, wie dreist manche Betreiber sind.

Aber ich schweife ab: Bei Ihnen lag ja ein ganz anderer Grund vor.

Viele Grüße
Gitte Härter

Thomas Kilian
Am 8. November 2009 um 12:07 Uhr

Danke für die Verlinkung! :)

Natürlich haben Abmahnungen auch ihren Sinn. Und ich bin selbst auch schon Opfer von Content-Klau geworden und würde – nachdem eine Kontaktaufnahme per E-Mail nicht zum gewünschten Ergebnis führt – diesen Schritt gehen, aber mir ging es in der Tat einmal um die andere Perspektive. Als Blogger sollten wir allesamt sensibler für dieses wichtige Thema sein.

Schöne Grüße, Thomas Kilian#