Glück oder Unglück (Freitag, der 13.)


Geschrieben am Freitag, 13. April 2007 von Thomas Kilian

Soeben erhielt ich (unaufgefordert) folgende Spam Werbe-Email eines mir unbekannten Unternehmens:

Glück oder Unglück!

Sehr geehrte Damen und Herren,
es könnte wieder ein Glückstag werden – wie so oft am Freitag den 13.ten!

Drucksachen billig – heute kein Problem mehr …. Drucksachen billig und qualitativ anspruchvoll,
das ist meine Aufgabe. Schauen Sie in
www.xyz.de nach, es könnte für Ihre Kunden ein Glückstag werden!

Mit glücklichen Grüßen am 13.4.2007
A.L.
Druckfirma XYZ
(Adresse…)

Normalerweise kommen solche Emails einfach in den Müll. Aber heute nutze ich seinen Spam für eine kritische Auseinandersetzung. Vielleicht lässt er in Zukunft die Finger von solchen Werbemethoden, die a) nichts bringen und b) seinen Laden in ein schlechtes Licht rücken. Ich will auch sagen, warum:

  1. Wer sind “sehr geehrte Damen und Herren”? Wenn mir Mister Unbekannt eine Werbemail schickt und es dann nicht einmal für nötig erachtet, mich namentlich anzusprechen, kann keine Kundenbeziehung entstehen.
  2. Ich bin nicht abergläubisch und halte nichts von guten oder schlechten Freitagen. Wieso meint Herr L., mir durch seinen Spam einen Glückstag bescheren zu müssen? Ich wäre ohne seine Email vielleicht glücklicher gewesen.
  3. Welcher Bezug besteht zwischen meinem persönlichen Glück und der Produktion von Drucksachen?
  4. “Qualitativ anspruchsvoll” – was bedeutet das denn? Welche Druckerei sagt von sich, dass ihre Produkte miese Qualität haben? Wo ist der echte Mehrwert?
  5. Ich habe unter www.xyz.de nachgeschaut und konnte nicht erkennen, wieso meine Kunden dadurch einen Glückstag haben sollten. Auf der überflüssigen Introseite fliegt ein Schmetterling im Header, darunter prangt ein überdimensionales Auge. Aber ich gebe Herrn L. eine Chance und klicke weiter, auch wenn ich das Glück für meine Kunden noch nicht erkennen kann (schon mal was von “Landing Pages” gehört?).
  6. Auch auf der Unterseite fliegt ein Schmetterling durch den Header, – der Bezug zu Drucksachen erschließt sich mir noch immer nicht.
  7. “Wir nennen uns autarke Produktioner und arbeiten fachbezogen, als “verlängerter Arm” für unsere Geschäftsfreunde!” – Ich bin kein Geschäftsfreund, sondern ein Spam-Opfer, also ist das Angebot nichts für mich.
  8. “Wir wickeln Aufträge komplett ab, die mit dem Bedrucken von Materalien zu tun haben.” – Welche Druckerei tut das nicht?
  9. “Wir kaufen Drucksachen dort, wo eine fixierte Leistung am preisgünstigsten ist.” – Sagen das nicht alle? Ich kann auf keiner Seite Preise sehen, kann nicht vergleichen und keinen Eindruck erhalten.
  10. Eine letzte (dieses Mal positive) Bemerkung: Mit Testimonials zu arbeiten, finde ich sehr gut. Aber wer sind die gesichts- und namenlosen Referenzen? Gut gedacht, schlecht gemacht.

Herr L., verstehen Sie mich nicht falsch: Niemand macht alles richtig und Sie werden sicher auch Fehler auf meiner oder den Websites anderer Unternehmen finden. Aber ich habe Ihnen auch nicht angeboten, aus dem heutigen Freitag einen Glückstag zu machen. Deshalb meine Bitte: Schicken Sie mir keine Emails mehr – oder besser: Schicken Sie gar keinen Spam mehr durch die Lande. Sie sehen ja, was dabei herauskommt.

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[...] hatten wir doch vor einiger Zeit schon Mal. Diese Tage ist mir wieder eine Werbe-Email der schlechtesten Sorte ins Postfach gefallen. [...]