Frauen surfen anders – Männer auch


Geschrieben am Sonntag, 30. September 2007 von Natalie Zwiefka

Fünfter Teil der Blogserie “Der ‘Nutzen’ im Internet – Über Nutzertypen, Nutzungsgewohnheiten und Nutzungsfreundlichkeit Ihres Online-Angebots”

Was im ersten Moment wie die Bedienung von Stereotypen klingt, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als Tatsache: Frauen nutzen das Internet anders und zu anderen Zwecken als Männer. Zwar bezieht sich das nicht auf das gesamte Surfverhalten aller Frauen und Männer, dennoch gibt es Punkte, die sich bei der Konzeption und Gestaltung zielgruppengerechter Websites als nützlich erweisen. Zählt also das schöne Geschlecht zu Ihrer erklärten Zielgruppe, sollten Sie hier unbedingt weiter lesen!

Und weil harte Fakten gewichtiger sind als Behauptungen oder gar Vorurteile, beginne ich gleich mit einer interessanten Untersuchung. Die Studie „W3B-Profile: Frauen im Internet“ von Fittkau & Maaß analysiert Nutzerpotentiale und Nutzungsverhalten von weiblichen Internet-Nutzern. (Die Studie kann übrigens bei Interesse per Mail oder Fax direkt bei Fittkau & Maaß erworben werden.)

Man hat hier beispielsweise herausgefunden, dass Frauen besonders großen Wert auf „Usability” legen. Ihnen ist demnach eine gut strukturierte, übersichtliche und leicht handhabbare Seite wichtiger, als ein aufwändiges Design. Auch Hilfefunktionen werden von dieser Zielgruppe gerne in Anspruch genommen. Ebenso werden die Inhalte Ihrer Online-Angebote von Frauen und Männern unterschiedliche wahrgenommen. Während Frauen zuerst auf die Texte und Navigationsleiste achten, schauen Männer bevorzugt auf das vorhandene Bildmaterial. Frauen legen außerdem besonderen Wert auf eindeutige Rubrikenbezeichnungen und aussagekräftige Überschriften.

Zu diesen Ergebnissen kam auch die eResult-Studie, die die Bedeutung von Gestaltungselementen auf Websites, im Vergleich zwischen Männern und Frauen, untersucht hat. Wenn Sie beispielsweise Anbieter eines Online-Shops sind, sollten Sie sich auch auf die unterschiedlichen Einkaufsinteressen und -gewohnheiten im Netz einstellen. Schaut man sich die Produktgruppen „Schmuck & Accessoires“, „Dessous“, „Mode & Bekleidung“ und „Kosmetik & Pflegeprodukte an, so konsumieren zwei Mal mehr Frauen als Männer diese Artikel.

Versäumen Sie also nicht, auch in Bezug auf die Geschlechter genauer hinzuschauen und unterschiedliche Präferenzen und Gewohnheiten in die Umsetzung von Online-Angeboten mit einzubeziehen. Denn auch wenn sich immer noch mehr Männer als Frauen im Internet tummeln, holt das weibliche Geschlecht zunehmend auf und sollte als potentielle Zielgruppe nicht unterschätzt werden. Aber auch hier gilt, wie in den vorangegangenen Blogbeiträgen: Das tollste Design nützt nichts, wenn Inhalt und Nutzerfreundlichkeit sich nicht an der Zielgruppe orientieren. Ein Online-Angebot ist immer nur so gut, wie es von der potentiellen Zielgruppe (wieder)benutzt werden kann.

Anmerkung in eigener Sache: Männern ist Usability sicherlich auch sehr wichtig, aber im direkten Vergleich ist es den Frauen wohl ein bisschen wichtiger. Die Erkenntnisse der Studie sind eben nicht als „schwarz-weiß-Kategorien“ zu verstehen.

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