Es war schön mit Dir, Marktschreyer!


Geschrieben am Mittwoch, 04. Juni 2008 von Thomas Kilian

Ende letzten Jahres bin ich auf das Weblog vom Marktschreyer gestoßen. Ein Kollege von mir aus Süddeutschland betreibt hier eine Plattform, die sich recht gut mit dem Neukunden-Magnet vergleichen lässt: Sowohl thematisch (innovative Neukunden-Gewinnung für kleine und mittelständische Unternehmen), als auch von der lockeren Sprache her. Ich habe bei vielen Beiträgen gedacht: “Das hättest Du auch so schreiben können!” oder: “Genau! Das finde ich auch!”

Marktschreyer Weblog

Im April habe ich mit Marcel ein Interview für meinen Neukunden-Podcast gemacht; leider ist die Folge noch nicht verfügbar – wird bis zum Sommer aber nachgeholt. Und einige Wochen warte ich nun auch schon auf einen Gastbeitrag, den der findige Jungunternehmer mir versprochen hat. Doch heute hat der Marktschreyer bekannt gegeben, die Arbeit am Weblog vorläufig einzustellen. Jetzt weiß ich auch, wieso der Marktschreyer in den letzten Wochen so still geworden ist:

“Kundenprojekte, Geschäftsführung und Wachstumspläne nehmen mich voll in Anspruch. Mehrere andere Online- und Offline-Projekte sind vom Erfolg bedroht und binden weitere Ressourcen. Außerdem hat sich mein Tätigkeitsschwerpunkt verschoben und deckt sich nicht mehr mit der ursprünglichen Ausrichtung des Marktschreyers. Die mindestens 2-3 Wochenstunden für´s Schreiben neuer Artikel kann ich mir in unter diesen Voraussetzungen einfach nicht mehr leisten.”

Ich bedauere diese Entscheidung, kann Marcel aber aus eigenem Erleben gut verstehen. Auch bei mir sind derzeit einige Projekte zum Erliegen gekommen, weil andere Dinge Priorität bekommen. Im Internet sind solche “Ausfälle” bereits nach wenigen Wochen spürbar. So liegt iChurch (“Kirche geht Web 2.0″) bereits seit einigen Monaten brach und in unserem Neukunden-Podcast ist die letzte Folge auch schon wieder einige Wochen her. Manche Projekte müssen einfach mal pausieren, andere Ideen (wie z.B. unser Werbedschungel-Podcast) werden sogar komplett beendet.

Grassiert nun ein neuer Trend — “das große Blogsterben”? Auch Werbeblogger Patrick Breitenbach hat vor einigen Tagen das Werbeblogger-Handtuch geschmissen, was ich sehr bedauere. Immer wieder gibt es ernstgemeinte (*hüstel*) Abschiedsbriefe in Weblogs und anderen Online-Projekten. Macht uns die ganze Online-Soße alle so “gaga”, dass wir irgendwann nicht mehr anders können, als das Licht auszuknipsen?

Ist es schlimm, Projekte zu beenden? Ich finde nicht. Geboren werden und sterben hat ja auch in unserem Leben einen festen Platz. Wie heißt es noch gleich: “Auch der Tod ist nicht umsonst, der kostet das Leben!” Und so muss einfach auch mal ein Projekt sterben, um wieder neues Leben, andere Projekte, spannende Abenteuer, verrückte Wege, innovative Ansätze und kreative Gedanken zuzulassen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Mutigen da draußen und vor allem meinem Kollegen Marcel Schreyer, dass mit dem Ende einer Ära viel Platz für eben diese neuen Herausforderungen geschaffen ist. Alles Gute, Marktschreyer!

…na, wenn das kein Nachruf war, hm? ;-)

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2 KOMMENTAR(E)
zum Beitrag “Es war schön mit Dir, Marktschreyer!”
WM
Am 4. Juni 2008 um 15:10 Uhr

Nein, wenn etwas stirbt, ist das nicth schlimm, denn es zeigt doch nur, das der Flow in diesem Projekt so nicht mehr gegeben ist, und der Mensch heutzutage ist ein homo ökonicus, d.h. er muß seine Zeit ökonomisch einsetzen, und wer da (noch) ein gesundes Gefühl hat, tut dies in die Richtung, die ihm die meiste Motivation bringt. Bei manchen ist das $, bei anderen Bekanntheitsgrad oder Antworten…und bei wieder anderen…
Alles Gute.

Gerhard Zirkel
Am 4. Juni 2008 um 15:49 Uhr

Wenn ein Blog stirbt, weil der Blogger durch den Blog so viel Arbeit bekommen hat dass er nicht mehr bloggen kann ist das doch genau richtig. So muss das sein.

Gerhard Zirkel

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zum Beitrag “ Es war schön mit Dir, Marktschreyer!”
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