Ich habe mir über die Feiertage Gedanken gemacht - (Obacht!) – und kann mich noch nicht so richtig entscheiden: Seit ich mit dem Bloggen angefangen habe, stehe ich immer wieder vor dem gleichen Dilemma: “Du”-ze oder “Sie”-ze ich meine Leser?
Im iChurch-Weblog, das ich ja parallel noch betreibe, habe ich mir von Anfang an das “Du” angewöhnt. Schließlich sind in christlichen Kreisen ja alle irgendwie “Brüder und Schwestern”. Und im Englischen ist ja eh alles einfacher (“You can say You to Me”)… Aber im guten alten Business hier in Deutschland ist Vorsicht angebracht (ich sag ja, “Obacht!“). Ein Neukunden-Magnet ist kein Bierzelt, wo wir uns schunkelnd um den Hals fallen und sofort zum Du übergehen. Schließlich ist man ja seriös und will nicht gleich die Etikette unter den Tisch fallen lassen.
Bislang habe ich im Grunde immer gesuzt oder gediezt. Meine Beiträge sind in dieser Hinsicht irgendein Neusprech im Spannungsfeld zwischen Blogger-Kollegen, Bekannten und vertrauten Lesern auf der einen Seite, sowie Business-Kontakten, potentiellen Neukunden und Vorstands-Vorsitzenden-Marketingexperten auf der anderen Seite.
Folgende Vorteile sehe ich darin, mein hoch geschätzten Leser zu siezen…
…und diese Vorteile sehe ich im duzen:
Mein Bauch sagt, ich mach’s einfach wie bisher: ich suze Euch und dieze Sie nach Lust und Laune. Bitte wundern Sie sich nicht, wenn ich Euch in dem einen oder anderen Artikel zu persönlich anspreche. Und Dich will ich um Verständnis bitten, wenn ich Ihnen vielleicht in einem Beitrag zu hochgestochen vorkomme. Ich freue mich über jeden Leser und bitte um Verständnis, wenn ich in der einen oder anderen Weise mal aus der Art schlage. Das macht die Kommunikation doch erst interessant, oder?
Verwandte Artikel:Ich habe mich im letzten Sommer dazu entschieden, meine Leser zukünftig zu duzen (s. mein Beitrag hier: http://www.heide-liebmann.de/blog/?p=92). Das scheint für Blogger immer wieder ein Thema zu sein – jedenfalls habe ich damals eine Reihe von überwiegend bestätigenden Reaktionen bekommen. Für mich persönlich fühlt sich das Duzen einfach authentischer an. Bisher hat sich noch niemand beschwert …
Ich bekenne mich zum Sie.
Zum Duzen gehe ich gern über, wenn ein echtes Treffen stattgefunden hat, es muss aber nicht sein.
Nähe und intensive Freundschaft geht tatsächlich auch mit einem Sie.
Das Du verleitet leider zu oft zu kumpelhaften Verhalten,
stellt vermeintliche Nähe her und verleitet zu Vertraulichkeiten.
Gefährliches Pflaster finde ich.
Hallo Frau Bloch – ich bin ganz bei Ihnen, auch wenn ich das Duzen nicht für allzu “gefährlich” halte. Den Ansatz, erst nach einem persönlichen Treffen zum Du überzugehen, finde ich auch schlüssig. Allerdings “treffe” ich zur Zeit viele Menschen auch online über Blogs, Telefon, Skype-Calls oder Videokonferenzen. Ich denke, ich bleibe beim “Suzen” und “Diezen”, je nach Anlass, je nach Gegenüber und je nach Bauchgefühl. Herzlichst, Thomas Kilian#
[...] Folgende Vor- und Nachteile teile sehe ich im Duzen und Siezen: http://www.neukunden-magnet.de/duzen-siezen-suzen-diezen [...]
[...] Suzen und Diezen war ja auch hier im Blog schon mal ein Thema. In Schweden ist es üblich, sich untereinander zu duzen (auch im Business) und in den meisten Fällen auch beim Vornamen anzusprechen. Laut IKEA-Leitbild gehört das “Du” zur Corporate Identity - aber gelebt wird die Kundenduzerei noch nicht bei allen. Für mich ist vor allem befremdlich, dass ich selbst nicht weiß, ob ich die Mitarbeiter nun duzen oder siezen soll. Wenn ich jemanden anspreche, dann versuche ich, die Anrede zu vermeiden (”Entschuldigung, ich möchte einen GALANT-Schreibtisch kaufen … und brauche Hilfe …”). Je nach Antwort des Mitarbeiters geht es dann per Du oder förmlich weiter. Schade eigentlich, macht das “Du” den IKEA-Einkauf – zumindest für mich – doch ein wenig symphatischer. [...]