Nachdem in der ersten Woche der Blog-Parade “Erfolgreiche Preisstrategien” schon so viele spannende und interessante Beiträge eingegangen sind, muss ich mich nun auch mal zu Wort melden. Hatte Euch ja einen Artikel zum Thema “Erfolgreiche Preisstrategien in der Neukunden-Gewinnung” versprochen — dabei geht es mir zunächst einmal um die Frage: Was ist eigentlich ein “guter” Preis bzw. der “richtige” Preis?
Bei der Neukunden-Akquise geht es ja nicht nur darum, neue Kunden zu FINDEN, sondern sie auch als Kunden zu GEWINNEN. Häufig - so kann ich aus eigener, zum Teil leidvoller Erfahrung sagen - ist am Ende der Preis ausschlaggebend, wenn das Geschäft nicht zustande kommt. So zumindest das Feedback derjenigen, die mir die Ehre zuteil werden lassen, mir eine Rückmeldung auf ein abgelehntes Angebot zu geben.
Doch scheitert die Zusammenarbeit wirklich am Preis?
Ihr merkt schon: Es gibt irgendwie mehr Fragen als Antworten. Ehrlich gesagt halte ich die Diskussion über die Frage, ob Preise zu hoch, zu niedrig, angemessen, unangemessen oder sonstwie passend erscheinen, für absolut unsinnig. Ich bin davon überzeugt: Der ideale Preis ist eine Lüge.
Meine Behauptung, dass der ideale Preis eine Lüge ist, will ich gerne untermauern. Fünf Gründe fallen mir da spontan ein, gerne könnt Ihr weitere mögliche Gründe ergänzen:
Letztlich laufen wir immer - als Käufer oder Verkäufer - hinter dem “idealen Preis” her, bekommen ihn aber irgendwie nicht zu fassen. Betrachtungsweise (1), Werte (2), Transparenz (3), Markt (4) und Gewohnheiten (5) machen uns da schnell einen Strich durch die Rechnung. Soweit einverstanden?
Nachdem wir mit dem “idealen Preis” nicht weiterkommen, will ich Euch eine Alternative aufzeigen, mit der wir als Agentur ganz gut fahren. Diese beruht auf Prinzipien, auf Grundwerten, die für unsere Arbeit wichtig sind. Und im Bereich der Preisfindung zählen hier für mich u. a. “Nachvollziehbarkeit” (Transparenz), “Zuverlässigkeit” und “Sinnhaftigkeit”. Es muss gelingen, diese Werte auch im Rahmen der Preisstrategie zu leben.
Natürlich hat jedes Unternehmen andere Werte, andere Maßstäbe und ggf. andere Zielsetzungen. Je nach Branche, Produkt, Zielgruppe und anderen Faktoren lässt sich auch die Vorgehensweise bei der Preisfindung nicht verallgemeinern. Doch gerne gebe ich Euch ein Beispiel, wie wir als Internetagentur uns vom “idealen Preis” unabhängig machen:
Lasst Euch also keine Lügen auftischen, dass jemand den “Heiligen Gral des idealen Preises” gefunden habe und Ihr nur diesen oder jenen Preis anbietet dürftet. Eine Ananas für 25 Euro? Wieso nicht? Currywurst mit Gold überzogen - alles schon gesehen! Websites für 299,00 Euro - nur heute im Sonderangebot, macht mein Schwipp-Schwager nach Feierabend…
Für jeden Topf (Preis) gibt es einen Deckel (Abnehmer), deshalb solltet Ihr von Euren Prinzipien und Werten her definieren, welche Preise angemessen, welche Zielgruppen passend und welche Strategien sinnvoll sind. Dann ist der ideale Preis vielleicht bald keine Lüge mehr, sondern wird für Euch zur ganz persönlichen Wirklichkeit.
Na, wenn das kein salbungsvolles Schlusswort war, oder? Bin gespannt auf Eure Kommentare!
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Mit besten Grüßen,
Alexander E. Schröpfer
Ja und nein.
Den Nutzen eines neues Ferrari habe ich durchaus verstanden. Aber (noch) bin ich nicht der passende Deckel.
Etwas komplexer ist es schon, wenn auch der Nutzen die “Wertigkeit” des Preises erhöht und mich dadurch unempfindlicher macht.
Mir geht es aber darum, die “verzweifelte” Jagd nach dem idealen Preis aufzugeben (”Nutzen, Nutzen, Nutzen” - jetzt muss es doch klappen!) - sondern selbstbewusst aufgrund der eigenen Werte und Prinzipien seine Preise zu setzen und dann nach den richtigen “Deckeln” zu suchen. Eine Preisstrategie ist immer auch eine Zielgruppen- und eine Nachfrage-Strategie.
Gruß, Thomas#
Absolut einverstanden. Ich kenne ein Restaurant, in der eine Millionärs-Pizza 100 Euro kostet. Sie wird verkauft, weil es eine Zielgruppe gibt, die dafür bezahlen möchte. Natürlich geht es nicht mehr darum, satt zu werden…und genau in diese Richtung geht die Frage nach dem perfekten Preis.
Gruß, Andrea
Ich finde das absolut richtig nach zeitlichem Aufwand zu kalkulieren. Wiederum ist auch eine Gegenfrage möglich: Welche Budgetvorstellungen haben Sie? / Über welchen Budget verfügen Sie?
Ich kann keinen pauschalen Angebot machen, weil ich je nach Kundenbudget entweder eine schlichte Webseite, die zum Zweck genügt, erstellen kann, oder eine exclusive, mit aufwendigem Design und zusätzlichen Funktionen - je nach dem, welche Prioritäte der Kunde setzt.
Reicht eine nominale Präsenz im Internet oder möchten Sie sich abheben / auffallen / einmalig sein? Was ist wichtig - nur Funktionalität oder auch Image? Welche Zeilgruppe soll angesprochen werden? Und so weit. Das alles spielt eine Rolle für Aufwandberechnung und von Aufwandberechnung ist der Preis abhängig. Somit kriegt jeder eine individuell für ihn zugeschnittene Lösung und kein 08-15 Pauschalpaket.