Sind Werbeargenturen arglistig argwöhnisch?


Geschrieben am Freitag, 23. November 2007 von Thomas Kilian (3 Antworten)

Gestern erhielt ich per Post einen Werbebrief von einem Bielefelder Büroservice-Unternehmen, das mir aufzeigen wollte, wie clever maschinelles Frankieren sein kann. Den hier im Hause nicht bekannten “sehr geehrten Damen und Herren” offeriert der Dienstleister die “richtige Frankierlösung”, die sich schon “ab wenigen Briefen am Tag” rechne. Nun gut, diese Art laaaaaaaaangweiliger Werbebriefe bekomme ich fast täglich, ein weiterer Fall für die “Rundablage P”. Aber dann musste ich doch stutzen: 

Aufhänger dieser Werbepost war eine Musterfrankierung in der Mitte des Anschreibens. Neben dem obligatorischen Poststempel ist mein Firmenname mit meiner Adresse aufgedruckt. Die Idee ansich ist ja schon mal nicht schlecht. Jeder liest seinen Namen gerne, ebenso seinen Firmennamen. Doch was muss ich feststellen? Da wird die agile Agentur schnell zur arglistigen “Argentur” umbenannt!

Arglistige Werbeargentur im Werbebrief

Und ich bin wohl der arme “Argenturleiter”, oder wie? Argwöhnisch studiere ich den Brief noch einmal. Versteckt sich hinter dem arglistigen Rechtschreibfehler nur eine grandiose Idee, die meine geschundene Werbeseele zur Aufmerksamkeit verführen und den Brief vor der “Entf-Taste” retten soll? Sind die Argumente (oder waren es Agumente?) so butterweich wie Magarine (oder Margarine?), dass es nun der kreartive (oder kreative?) Ansatz des Fehlerteufels richten muss?

Oberhalb des Musterdrucks steht der Satz: “Zeigen Sie Ihren Kunden: Hier schreibt ein professionelles Unternehmen.” Mein Rat an die Bürotechnik GmbH aus Bielefeld: Investieren Sie “398,- € zzgl. MwSt.” , “nutzen Sie bis zum 31.12.07 letztmalig die 410,- € Abschreibung” und investieren Sie in ein Wörterbuch – ich besorge (nein, nicht besoge!) Ihnen gerne eins. Dann klappt es auch mit dem pofessionellen… ach Mist… professionellen Werbebrief.

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07.07.07 und andere Besonderheiten


Geschrieben am Dienstag, 10. Juli 2007 von Thomas Kilian (6 Antworten)

Gründe für die Besonderheit des 07.07.07 gibt es genügend: Dieses Datum schreit geradezu nach einer Hochzeit, bietet mit “Live Earth” Raum für die größte Konzertserie aller Zeiten, versetzt so manche Zahlengläubige in Hochstimmung und ist auch für mich von jeher ein schöner Tag; nämlich mein Geburtstag, den ich in diesem Jahr mit meiner Frau und Hund am Dümmer See (nördl. von Osnabrück) verbracht habe.

Als besonders und positiv aufgefallen sind mir – neben Emails, SMS, Anrufen und netten Briefen von Freunden und Verwandten – zwei Nachrichten von XING (ehem. OpenBC) und o2. Die Business-Plattform XING schickt mir um 8.37 Uhr folgende Email:

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Wir möchten Ihnen herzlich zum Geburtstag gratulieren und wünschen Ihnen Gesundheit, berufliches und privates Glück sowie Erfolg bei allem, was Sie sich für die Zukunft vornehmen.

Alles Gute!
Ihr XING-Team

Nun gut, keine persönliche Email, aber immerhin ein Geburtstagsgruß für mich als treues Premium-Mitglied. Wenige Minuten später piept mein Handy. o2 schickt mir eine Torte per MMS und beglückwünscht mich ebenfalls.

Wie einfach und doch effektiv? Der Geburtstag ist für (fast) jeden ein wichtiger Tag, wird häufig kräftig gefeiert oder zumindest im familiären Rahmen begangen und bietet Gelegenheit, sich an andere zu erinnern und ihnen etwas Gutes zu wünschen. Auch im Business-Umfeld gehört die Gratulation zum guten Ton, bildet aber (leider) noch immer eine Ausnahme, wenn es um Kundenbindung und Neukunden-Gewinnung geht.

Beim Best-Practice-Business Blog bin ich auf einen Artikel gestoßen, wie XING effektiv fürs Networking genutzt werden kann. Burkhard Schneider verweist auf mehrere Artikel von Networking-Coach Joachim Rumohr; unter anderem auf einen Beitrag “Das Geburtsdatum Ihrer Kontakte richtig nutzen“:

Schreiben Sie dann eine nette Nachricht, rufen Sie direkt an oder senden Sie bei sehr guten Kontakten ggf. auch ein kleines Präsent heraus. Eine sehr gute Gelegenheit das eigene Netzwerk zu pflegen.

Ich selbst freue mich sehr über solche Grüße und habe mich deshalb entschieden, in Zukunft bei meinen Kunden und Geschäftspartnern nach Geburtstagen zu fragen und ihnen zu gratulieren. Und damit ich im nächsten Jahr vielleicht auch den einen oder anderen Gruß mehr erhalte, habe ich meinen Geburtstag in XING einfach mal freigeschaltet.

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Postkarten-Grüße oder Trackbacks 2.0


Geschrieben am Dienstag, 03. Juli 2007 von Thomas Kilian (3 Antworten)

Wenn Blogger nicht bloggen, schreiben Sie Postkarten. Als “Trackbacks 2.0″ könnte man die Aktion des Besserwerberblogs bezeichnen, der nicht nur hier und da eine Schraube locker hat, sondern sich auch sonst mit dieser Aktion in die Herzen zahlreicher Blogger spielt.

Effizienz durch Relevanz

Auch ich habe heute eine dieser Karten in meinem Postkasten gefunden und möchte mich artig herzlich dafür bedanken! Eine Anmerkung habe ich allerdings: Ich hätte schon gerne gewusst, wer von Eurer “geballten Kompetenz” die Karte geschrieben hat. Vielleicht lüftet Ihr dieses Geheimnis ja bei der nächsten Postkarten-Aktion. Bis dahin wünsche ich auch Euch einen besonders schönen und erfolgreichen Guten Tag!

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Hundsgemeine Fax-Abzocke


Geschrieben am Dienstag, 03. Juli 2007 von Thomas Kilian (6 Antworten)

Heute Nacht flattert mir eine Sauerei per Fax in die Agentur: Die “Data Media Verlagsges. Ltd.” aus Egeln schickt mir einen “Eintragungsantrag” und bittet mich, meine Firmendaten zu überprüfen und den Auftrag spätestens bis 16.7. zu übermitteln, um einen Eintrag im Branchenbuch-Deutschland-24 zu erhalten.

Wichtig! Ergänzen Sie unbedingt Telefon- und Faxnummer!

Ich befürchte, dass sich viele Selbständige und Klein-Unternehmer freuen, ihre Firma in einem “deutschlandweiten” Branchenbuch wiederzufinden und den Wisch einfach unterschreiben und zurückfaxen. Die Liste der Betriebe auf der Website lässt darauf schließen, dass bereits etliche auf die Abzocke reingefallen sind.

Liest man nämlich die “Hinweise”, so stellt sich heraus, wieso eine Antwort “unbedingt bis 16.7″ erfolgen soll: 877,00 € zuzügl. MwSt. kostet der Spaß für ein Jahr und hat eine Laufzeit von zwei Jahren, bis er gekündigt werden kann. Dafür gibt es schon eine neue Adobe Creative Suite, einen schicken Laptop oder einen Plasma-Fernseher – zumal die Eintragung keinerlei Nutzen für die Unternehmen verspricht: Denn wer geht denn schon auf die Website “Branchenbuch-Deutschland-24″, um dort nach Firmen zu suchen?

Ich halte diese Art von Faxen und/oder Werbebriefen für eine absolute Frechheit. Die Formulierungen lassen darauf schließen, dass das Schreiben rechtlich geprüft worden ist. Ein 14-tägiges Rückgaberecht wird eingeräumt, der Geschäftsführer Svetlan Stoyanov bekennt sich ebenfalls zur Fax-Abzocke zu seinem Schreiben und es wird mehrfach auf die Website sowie die AGB’s des fadenscheinigen Unternehmens hingewiesen. Alles legal, wie es scheint.

Aber das reicht mir nicht! “Neukunden-Gewinnung” heißt nicht Neukunden-Überrumpelung oder Neukunden-Belästigung! Wenn ich – ob in diesem Weblog oder in meiner Agenturarbeit – davon spreche, dass ich Unternehmen helfe, neue Kunden zu gewinnen, gibt es keine Abzocke!

Mein Ziel ist es, Unternehmen anziehend zu machen, so dass Kunden gerne eine Geschäftsbeziehung eingehen und auf Dauer festigen möchten. Dazu gehört ein gutes Angebot (kein 877-Euro-Nepper-Schlepper-Bauernfänger-Paket), eine professionelle Außendarstellung und begeisternde Werbung. – Das lässt sich zum Beispiel mit dem Werben um eine schöne Frau (oder einen Mann) vergleichen. Was stellen wir nicht alles auf die Beine, um das Herz unserer Angebeteten zu gewinnen? Oder haben Sie schon mal einen Heiratsantrag per Fax erhalten?

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Ein Spam kommt selten allein


Geschrieben am Donnerstag, 14. Juni 2007 von Thomas Kilian (0 Antworten)

Das hatten wir doch vor einiger Zeit schon Mal. Diese Tage ist mir wieder eine Werbe-Email der schlechtesten Sorte ins Postfach gefallen. “Sehr geehrte Herr Kilian,” – naja, immerhin persönlich, auch wenn am Buchstaben “r” gespart wurde. Ich habe mal mit einigen roten Blitzen markiert, was GeoNet alles falsch gemacht hat, um in Zukunft SICHER nicht der Partner meines Vertrauens zu werden:

 GoeNet - SPAM

Den ersten Blitz gibt es dafür, dass Norton die Email als SPAM bewertet. Wer mir Technik (Content Management System) verkaufen will, sollte seine Emails doch wohl so schreiben können, dass sie nicht als SPAM erkannt werden. 2. Blitz: Eine zentrale Emailadresse. Aha: Hinter GeoNet steht keine Person, sondern eine zentrale Intelligenz, die mit mir in Kontakt treten möchte. 3. und 4. Blitz: Rechtschreibung / Grammatik. 5. und 6. Blitz: Anspruch und Wirklichkeit – wer von einem “ansprechenden und professionell gestalteten Internetauftritt” spricht, muss sich daran messen lassen. Ich erspare Euch den Link zur Website des Unternehmens. 7. Blitz: Fehlende Unterschrift, kein Name, kein Ansprechpartner – keine Kundenbeziehung. 8. Blitz: Pixeliges Logo, das – natürlich – in Outlook zunächst nicht geladen wird, so dass die Adresse unvollständig bleibt.

Aber ich will ja nicht immer nur meckern. Mit wenigen Handgriffen ginge das doch gleich besser:

Mehr Komfort bei der Website-Erstellung

Sehr geehrter Herr Kilian, 

ein aktueller und professionell gestalteter Internetauftritt verhilft Ihnen nicht nur zu neuen Kunden, sondern steigert auch die positive Wahrnehmung Ihres Unternehmens. Dabei empfinden viele Unternehmer die Einrichtung und Pflege ihrer Website noch immer als eine zusätzliche Last, die Zeit und teures Geld kostet. 

Wir bieten Ihnen eine Lösung, die mehr Komfort bei der Erstellung von Websites bietet. Unser System ist so einfach gehalten, dass die Bedienung zum Kinderspiel wird.

Gerne stelle ich Ihnen in einem Telefonat mit Webdemo die Vorteile unseres Angebots vor. Vereinbaren Sie dazu noch heute einen unverbindlichen Termin.

Ihr Anton Frischhut
Geschäftsführer GeoNet

P.S.: Die ersten 10 Webdemo-Interessenten erhalten bei Interesse einen Gutschein über 100,- € auf die Einrichtungsgebühr. Es lohnt sich, schnell zu antworten.

Wer per Email wirbt, der muss seine Seriosität doppelt unter Beweis stellen. Mehr Mut zu Persönlichkeit, Offenheit und Transparenz gepaart mit professionellen Texten und sauberer Gestaltung bildet die Vertrauensbrücke in dieser Form der Neukunden-Gewinnung. Oder um es einfacher zu sagen: “Wer mich als Kunden will, muss zeigen, dass ich für ihn persönlich wichtig bin.” Deshalb kann eine Email-Anwerbung immer nur der erste ein Teilschritt in der Akquise von Kunden sein, der mit anderen Maßnahmen (Anruf, Besuch, Brief, Website etc.) kombiniert werden muss.

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Countdown: Noch drei Tage


Geschrieben am Donnerstag, 19. April 2007 von Thomas Kilian (0 Antworten)

Logo 3. Business-Blog-KarnevalDie Spannung steigt: Bereits am Sonntag beginnt der dritte Business-Blog-Karneval. Dieses Mal zu einem Thema, das uns als Bloggern bereits mehr als vertraut ist, den Menschen außerhalb der Blogosphäre aber immer noch fremd zu sein scheint (wie dieses Video eindrucksvoll belegt):

Erfolgreich mit Neuen Medien 
Wie Internet und Web 2.0 das Business revolutionieren

Ich freue mich auf die Teilnahme von zahlreichen Bloggern und noch mehr darüber, dass bereits die ersten Beiträge eingegangen sind. Wow! Mit dieser Resonanz hätte ich nicht gerechnet! Die ersten Rückmeldungen hatte ich ja schon hier aufgelistet, weitere Emails, Verlinkungen und Teilnahmebekundungen gab es von:

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Glück oder Unglück (Freitag, der 13.)


Geschrieben am Freitag, 13. April 2007 von Thomas Kilian (1 Antwort)

Soeben erhielt ich (unaufgefordert) folgende Spam Werbe-Email eines mir unbekannten Unternehmens:

Glück oder Unglück!

Sehr geehrte Damen und Herren,
es könnte wieder ein Glückstag werden – wie so oft am Freitag den 13.ten!

Drucksachen billig – heute kein Problem mehr …. Drucksachen billig und qualitativ anspruchvoll,
das ist meine Aufgabe. Schauen Sie in
www.xyz.de nach, es könnte für Ihre Kunden ein Glückstag werden!

Mit glücklichen Grüßen am 13.4.2007
A.L.
Druckfirma XYZ
(Adresse…)

Normalerweise kommen solche Emails einfach in den Müll. Aber heute nutze ich seinen Spam für eine kritische Auseinandersetzung. Vielleicht lässt er in Zukunft die Finger von solchen Werbemethoden, die a) nichts bringen und b) seinen Laden in ein schlechtes Licht rücken. Ich will auch sagen, warum:

  1. Wer sind “sehr geehrte Damen und Herren”? Wenn mir Mister Unbekannt eine Werbemail schickt und es dann nicht einmal für nötig erachtet, mich namentlich anzusprechen, kann keine Kundenbeziehung entstehen.
  2. Ich bin nicht abergläubisch und halte nichts von guten oder schlechten Freitagen. Wieso meint Herr L., mir durch seinen Spam einen Glückstag bescheren zu müssen? Ich wäre ohne seine Email vielleicht glücklicher gewesen.
  3. Welcher Bezug besteht zwischen meinem persönlichen Glück und der Produktion von Drucksachen?
  4. “Qualitativ anspruchsvoll” – was bedeutet das denn? Welche Druckerei sagt von sich, dass ihre Produkte miese Qualität haben? Wo ist der echte Mehrwert?
  5. Ich habe unter www.xyz.de nachgeschaut und konnte nicht erkennen, wieso meine Kunden dadurch einen Glückstag haben sollten. Auf der überflüssigen Introseite fliegt ein Schmetterling im Header, darunter prangt ein überdimensionales Auge. Aber ich gebe Herrn L. eine Chance und klicke weiter, auch wenn ich das Glück für meine Kunden noch nicht erkennen kann (schon mal was von “Landing Pages” gehört?).
  6. Auch auf der Unterseite fliegt ein Schmetterling durch den Header, – der Bezug zu Drucksachen erschließt sich mir noch immer nicht.
  7. “Wir nennen uns autarke Produktioner und arbeiten fachbezogen, als “verlängerter Arm” für unsere Geschäftsfreunde!” – Ich bin kein Geschäftsfreund, sondern ein Spam-Opfer, also ist das Angebot nichts für mich.
  8. “Wir wickeln Aufträge komplett ab, die mit dem Bedrucken von Materalien zu tun haben.” – Welche Druckerei tut das nicht?
  9. “Wir kaufen Drucksachen dort, wo eine fixierte Leistung am preisgünstigsten ist.” – Sagen das nicht alle? Ich kann auf keiner Seite Preise sehen, kann nicht vergleichen und keinen Eindruck erhalten.
  10. Eine letzte (dieses Mal positive) Bemerkung: Mit Testimonials zu arbeiten, finde ich sehr gut. Aber wer sind die gesichts- und namenlosen Referenzen? Gut gedacht, schlecht gemacht.

Herr L., verstehen Sie mich nicht falsch: Niemand macht alles richtig und Sie werden sicher auch Fehler auf meiner oder den Websites anderer Unternehmen finden. Aber ich habe Ihnen auch nicht angeboten, aus dem heutigen Freitag einen Glückstag zu machen. Deshalb meine Bitte: Schicken Sie mir keine Emails mehr – oder besser: Schicken Sie gar keinen Spam mehr durch die Lande. Sie sehen ja, was dabei herauskommt.

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Guerilla-Marketing in Ostwestfalen


Geschrieben am Donnerstag, 12. April 2007 von Thomas Kilian (3 Antworten)

Guerilla-Marketing in Ostwestfalen, NW 12.4.2007Die Werbeaktion eines Autohändlers aus OWL hat nach einem Bericht der Neuen Westfälischen für Aufsehen und Empörung gesorgt. 22.000 ”Anhörungsbögen für zu schnelles Fahren” hat er verschickt, die das Logo der jeweiligen Stadt sowie den Ansprechpartner der zuständigen Behörde im Briefkopf zeigen. Als Strafe für die “Raserei mit 235 km/h” drohe den Empfängern eine Probefahrt mit einem neuen Honda Civic.

Die Rückmeldungen seien laut Geschäftsführer Wiegers durchweg positiv. “Bis auf einige wenige, die nicht weitergelesen haben, fanden das alle gut.” sagt er. Anders sieht es wohl die Stadt Bielefeld, die nun gerichtlich gegen den KfZ-Händler vorgehen will. Dieser sieht es gelassen. Er habe die Aktion durch seine Rechtsabteilung prüfen lassen.

Ich kann nur sagen: “Hut ab!” Guerilla-Marketing in Ostwestfalen, hier vor unserer Haustür, – das beeindruckt mich. Ich habe das Schreiben leider nicht vorliegen, aber wenn es wirklich klar ersichtlich ist, dass es sich um einen Werbegag handelt (die Blitzerfotos zeigen nicht den Wagen des Empfängers, sondern einen Honda Civic), finde ich die Sache nicht bedenklich.

Das Unternehmen hat die Kosten eines möglichen Rechtsstreits gegen die Werbekosten aufgerechnet, die es für andere Maßnahmen benötigt hätte und durch die Guerilla-Aktion einen klaren Werbevorteil erkannt. Flankierende Berichte in der Tageszeitung (oder auch in diesem Weblog…) erhöhen die Bekanntheit und sind ein wichtiges Mittel im Low-Budget-Marketing. Fazit: Gut gemacht, Herr Wiegers!

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Sag zum Abschied leise Servus


Geschrieben am Freitag, 16. Februar 2007 von Thomas Kilian (0 Antworten)

Entgegen der Aufforderung der Schlagerwelt von Peter Alexander ist eine leise Verabschiedung bei Werbebriefen nicht sinnvoll. Studien haben gezeigt, dass rund 80 Prozent der Leser das Postscriptum (P.S.:) zuerst lesen.

Der Querdenker-Blog beschreibt vier Wege, um Werbebriefe mit einem P.S. erfolgreicher zu machen.

1. Prämie, Geschenk oder ein anderes Extra für die Antwort.
2. Produkt-, Preis- oder Service-Garantie.
3. Wiederholung der 3-4 wesentlichen Vorteile (Kundennutzen).
4. Erinnerung an Fristablauf bei einem zeitlich begrenzten Angebot.

Bereits im Artikel “Pimp my Werbebrief” haben wir auf die Wichtigkeit eines guten Postscriptums hingewiesen. So lässt sich durch einen besonderen Vorteil die Aufmerksamkeit des Lesers steigern und die Response erhöhen.

Einige Praxisbeispiele von Werbebriefen, die unsere Agentur in den vergangenen Tagen erreicht haben:

  • Vergessen Sie nicht, die Wunschfarbe Ihres “iPod Shuffle”, Ihren Gravur-Wunsch und Ihre Lieferadresse anzugeben. (Siehe 1.)
  • Näheres zur nummerierten Printauflage finden Sie auf Seite 2 unserer aktuellen Kundenzeitung. (Siehe 3.)
  • Die ersten 10 Besteller erhalten je ein xy-Masshemd, ebenso wie unsere Adressen präzise auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten. (Siehe 4.)
  • Welche Form des P.S. für Ihren Werbebrief am Sinnvollsten ist, hängt natürlich vom Inhalt und von der Zielgruppe ab. Verzichten sollten Sie auf diesen Wirkungs-Tuner aber in keinem Fall.

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