E-Branding mit PR und SEO


Geschrieben am Dienstag, 13. November 2012 von Thomas Kilian (1 Antwort)

Wenn ich nicht zum Bloggen komme, freue ich mich immer über spannende Gastbeiträge. Nachdem der letzte Artikel von Ralph Günther schon zwei Monate zurück liegt (*hüstel*), war Ulf-Hendrik Schrader so nett, mir neues Futter zu liefern. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Aufgesang Public Relations GmbH, einer PR-Agentur in Niedersachsen. Zuvor war er Leiter E-Commerce eines Webhosting-Unternehmens, Inhaber einer Internetagentur sowie Lehrbeauftragter im Studiengang Public Relations an der FH Hannover. Er ist Herausgeber des Online-PR-Newsletters sowie Mitveranstalter des ConventionCamps. Geballte PR-Power also, die sich auch im Thema des heutigen Beitrags niederschlägt … 

Eine starke Marke: E-Branding mit PR und SEO

Der Aufbau und die Führung einer Marke ist keine ausschließlich werbliche Disziplin, sondern eine Querschnittaufgabe des gesamten Marketings, zu dem nach meinem Verständnis auch die Public Relations zählen. Deswegen wundere ich mich immer wieder, wenn Werbekampagnen angeschoben werden, ohne auch Public Relations (PR) und Suchmaschinenoptimierung (SEO) in Betracht zu ziehen. Dabei können PR und SEO wunderbar zusammenwirken, um die Sichtbarkeit einer Marke stark zu erhöhen und die gewünschte Markenaussage zu unterstützen.

Nehmen wir zum Beispiel eine Apotheke, die sich ergänzend zum Ladengeschäft verstärkt auch im Internet positionieren möchte. Dies ist insofern ein Sonderfall, als das Heilmittelwerbegesetz bestimmte Werbeformen und -methoden verbietet. Daher liegt hier außergewöhnlich klar auf der Hand, welchen Wert ein gelungenes E-Branding hat. Denn mittels PR und SEO lassen sich sehr wohl bestimmte Aspekte der Marke “Apotheke A” herausarbeiten und einer breiteren Öffentlichkeit (online wie offline) zugänglich machen.

Die Rolle der PR

Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bedient sich üblicherweise wirksamer Meinungs-Multiplikatoren, allen voran – aber keineswegs ausschließlich – Redaktionen der schreibenden Presse. Unter anderem könnte sich eine Online-Apotheke – besser noch die damit beauftragte PR-Agentur – darum bemühen, publikumswirksam aufbereitete Fachinformationen in den Medien zu lancieren. Ich will aber nicht behaupten, dass genau dieser Weg optimal wäre. Das wäre leichtfertig, denn jede Branche ist einzigartig und jedes Unternehmen einmalig. Nur ein PR-Konzept kann festlegen, mit welchen individuellen Methoden eine Marke entwickelt werden sollte.

Wir alle nutzen immer häufiger das Netz, um uns zu informieren. Hat eine Apotheke ein spezifisches Profil festgelegt, dann sollten im Netz auch gut lesbare und nützliche Inhalte aufzufinden sein, die das Apotheken-Image und die Informationswünsche der potenziellen Kunden gleichermaßen befriedigen. Aber wie profiliert eine Firma sich selbst als einzigartige Marke?

Oft genug hat ein Unternehmen seinen Markenkern noch gar nicht definiert und das PR-Konzept ist die erste Gelegenheit, dieses Versäumnis nachzuholen.

Diese Aspekte, also die Definierung, Bearbeitung und Profilierung einer Marke, entsprechen genau den Kernkompetenzen der PR. Hierin ist Presse- und Öffentlichkeitsarbeit besonders gut, besser noch als in der vordergründigen Vertriebssteigerung. Ich erlebe in unserer Agentur recht häufig, dass sich Kunden eine schnelle Steigerung der Abverkäufe wünschen. Dieser Wunsch ist natürlich verständlich und bei geeigneten Produkten durchaus erfüllbar. In vielen Fällen bewegt PR aber andere Hebel und wirkt damit langfristiger und nachhaltiger.

Online-PR erzeugt Inhalte – Suchmaschinen-Optimierung positioniert sie

Besondere Chancen bieten sich bei der Online-PR, jenem Teilbereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der die Meinungskanäle, Multiplikatoren und technischen Möglichkeiten des Internets nutzt. Obgleich dieses Medium im Ruf steht, flüchtiger als die “reale Welt” und die gedruckten Medien zu sein, ist oft das genaue Gegenteil der Fall: Viele Texte, Informationen und Bilder werden für die digitale Ewigkeit archiviert, da Suchmaschinen wie Google in alle Winkel des Web vordringen und die gefundenen Inhalte permanent zugänglich halten. Darin liegen allerdings Fluch und Segen gleichzeitig, denn nicht nur die positiven, dem Markenkern entsprechenden Botschaften finden so ihren Weg zum Verbraucher, sondern auch die negative Kunden- oder Medienkritik. In unserem Fall der Online-Apotheke könnten zum Beispiel ein aufwändig lancierter Ratgebertext und ein kritischer Forenbeitrag über lange Lieferzeiten direkt untereinander in den Suchergebnissen erscheinen.

Aus dieser Doppelgesichtigkeit ergeben sich zwei strategische Aufgaben: Einerseits soll die Marke mit ihren positiven Eigenschaften gut sichtbar sein; sie soll also bei passenden Suchbegriffen auf der ersten Suchergebnisseite erscheinen. Und anderseits sollten störende Beiträge von eben jener ersten Suchergebnisseite getilgt werden. Spätestens an diesem Punkt endet die Kunst der Online-PR für sich alleine genommen. Wer hier weiterkommen will, benötigt zusätzlich Kenntnisse im Online-Reputation-Management und in der Suchmaschinenoptimierung. Die Online-PR erzeugt dann “Good News” und markenkonforme Inhalte für das Web, während die SEO für ein gutes Ranking dieser Inhalte sorgt.

Mit Linkaufbau zum Ziel

Damit die Allianz von PR und SEO in der Praxis aufgeht, sollten die Maßnahmen gut koordiniert sein und im besten Fall in einer Hand liegen. Wer schon bei der Erstellung und Verbreitung eines PR-Textes eine Ahnung davon hat, wie dieser von der Suchmaschine verarbeitet und im Ranking eingestuft wird, verringert die Nacharbeit. Diese besteht vor allem in einem gezielten Linkaufbau für einzelne Inhalte, die im Ranking gepusht werden sollen. So könnten grundsätzlich die Fachartikel oder Ratgebertexte unserer Online-Apotheke so lange gestärkt werden, bis sie den negativen Blogbeitrag auf eine hintere Position verdrängen. Ob dies tatsächlich gelingt, hängt nicht zuletzt vom Know-how und dem Engagement der beteiligten SEO-Agentur ab.

Selbstverständlich (und eigentlich zum Glück!) ist Google nicht vollständig berechenbar. Gerade in den zurückliegenden Monaten haben wir erlebt, wie Googles Algorithmusänderungen das Ranking mehrfach durcheinander gewürfelt haben. Hinzu kommt, dass weder die Mitbewerber noch die Verbraucher schlafen, sondern immer wieder neu ihre Meinung online äußern, ihrerseits PR beitreiben und neue Konkurrenzprodukte an den Markt bringen. Und so ist auch das E-Branding durch (Online-)PR und SEO ein fortwährender Prozess, der immer neu auf die Probe gestellt wird.

Gegen das Unwetter, das Google anrichten kann, ist nur ein Kraut gewachsen: das Zuhören in Sozialen Netzwerken und Medien, welche Themen wie diskutiert werden und der strategische Umgang mit diesem Wissen. Manchmal muss man Wellen reiten und zu anderen Zeiten sollte man sie erzeugen. Denn auch die Suchmaschine ist darauf angewiesen, dass hilfreiche Texte im Netz erscheinen. Sie können Nutzer auf die eigene Website lenken. Wenn sie dort etwas wirklich Nützliches finden, übermitteln sie sogar Adresse und E-Mail. Dazu muss man einen angemessenen Umgang mit der Zielgruppe pflegen: genau das ist die Kernaufgabe von Public Relations.

Fazit zum Thema E-Branding:

Gute Texte orientieren sich am Interesse des Lesers. Das schließt nicht aus, dass sich Firmen an genau dieser Stelle individuell positionieren. Suchmaschinen wiederum mögen Inhalte, die diskutiert werden. Dazu müssen die Inhalte im Netz bekannt werden. Das kann über Soziale Netzwerke oder Online-Magazine mit hoher Reputation geschehen. Magazine veröffentlichen externe Inhalte, wenn sie für die eigene Leserschaft nützlich sind. Nutzer verbreiten die Inhalte, wenn sie überzeugend sind. Mit etwas Geduld steigt dann das Ranking der eigenen Seite und damit die Klickraten. Langfristig erarbeitet sich die Firma Vertrauen bei den Themen, die den Markenkern berühren. Online-PR liefert für dieses Vorgehen das konzeptionelle und strategische Gerüst sowie das Handwerkszeug, diese Maßnahmen umzusetzen.

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Klasse statt Masse


Geschrieben am Sonntag, 24. Juni 2012 von Thomas Kilian (1 Antwort)

Mein Blogbeitrag zu den 10 schlechtesten Gründen für eine Kontaktanfrage bei XING scheint recht gut anzukommen, auch 10 Wochen nach Veröffentlichung bekomme ich beinahe täglich Statements wie dieses zugeschickt:

“Hallo Herr Kilian,
vielen Dank für Ihren Artikel “die schlechtesten Gründe für eine Kontaktanfrage”. Ich schicke den Link dazu jetzt jedem, der mir eine sinnfreie Kontaktanfrage zukommen lässt. Das sollte für eine Menge Traffic auf Ihren Blog sorgen ;-).”

Es freut mich, wenn sich die Idee weiter durchsetzt, von automatisierten Kontaktanfragen Abstand zu nehmen. Denn wie viel Akquise-Potenzial wird hier verschenkt, das sich mit einer konkreten und für den Adressaten passenden Ansprache nutzen ließe? Um es noch einmal deutlich zu wiederholen: Über XING lassen sich hervorragend Kontakte knüpfen und Kunden gewinnen – ich selbst nutze das Netzwerk regelmäßig, um mein Netzwerk zu erweitern, Kooperationen zu schließen oder mich bei interessanten Unternehmen ins Gespräch zu bringen. Wer meint, XING tauge nicht zur Neukunden-Gewinnung, irrt gewaltig! Aber …

Ja, aber!

Es kommt – wie vieles im Leben – darauf an, den richtigen Ton zu treffen. Bestes Beispiel eine Nachricht heute (Sonntag) morgen um 9.02 Uhr (!) mit dem Titel “Neu- oder Bestandskundenakquise! Vorstellung meines Unternehmens“:

Was hat der Absender falsch gemacht, außer dass er immerhin meinen Namen richtig geschrieben hat?

  1. Versand der Nachricht zu einer akquise-untypischen Uhrzeit. 
    Mag sein, dass hier antizyklisch gedacht wurde, aber ich denke sofort: “Der scheint es aber nötig zu haben, mich Sonntag morgen anschreiben zu müssen!”
  2. Langweilige, nichtssagende Überschrift
    Die Betreffzeile soll Lust machen, auf die Nachricht zu klicken – dabei ist es unerheblich, ob per E-Mail, XING oder sonstwie verschickt.
  3. Banalen Grund für die Kontaktaufnahme angeben
    Wer ist denn nicht an interessanten Kontakten interessiert (doppelt gemoppelt)? Was sind überhaupt “interessante Kontakte”? Wieso nicht weiter konkretisieren, z.B. “neue Kooperationen im Bereich außergewöhnlicher Akquisemethoden” – das hätte deutlich mehr Bezug zu meinem Profil.
  4. Konjunktiv-Schwadronieren
    Wieso “würde er sich gerne vorstellen” und tut es nicht einfach?
  5. PR-Blabla ohne Nutzen für den Kunden
    Was ist denn ein “kleines und feines Akquise-Center”? Und wieso überhaupt “Center”? Was habe ich davon, dass sie “klein und fein” sind?
  6. Masse statt Klasse
    Statt des selbst gewählten Mottos “Klasse statt Masse” bekomme ich eine unpersönliche Massenmail, die wenig “Klasse” mitbringt und damit die eigene Überzeugung ad absurdum führt.

Wer meint, es könnte ja im Rest der Nachricht nur besser werden, schaut leider ebenfalls in die Röhre. Die oben genannten Punkte wiederholen sich in mehreren Absätzen, bis der nichtssagende Abschluss (“Es wäre schön wenn wir Ihr Interesse geweckt haben und ich würde mich freuen mit Ihnen in Kontakt zu treten.”) den Höhepunkt der sehr langen Nachricht markiert. Dass weder das Hobby-Profilbild, noch die empfohlene Website für Vertrauen sorgen, sei hier nur am Rande bemerkt.

Wie Ihr wisst, bin ich kein meckernder Mieseprim, sondern versuche immer, auch einige Tipps für die optimale Vorgehensweise zu liefern. Deshalb zum Schluss noch ein Beispiel, wie es hätte besser laufen können (eine Versandzeit zu den geschäftlich üblichen Uhrzeiten sowie ein Business-taugliches XING-Profilfoto vorausgesetzt):

Hallo Herr Kilian,
an Ihrem Profil hat mir der Satz “Marketing abseits der üblichen Werbelangeweile” besonders gefallen. In unserem Akquisebüro unterstützen wir Kunden bundesweit nach dem Prinzip “Klasse statt Masse”, in dem wir Kontakte gezielt über XING recherchieren und mit pfiffigen und individuellen Nachrichten ins Gespräch kommen. Unserer Erfahrung nach schaffen es viele Unternehmer zeitlich nicht, regelmäßig mit neuen Kunden in Kontakt zu kommen (und auch zu bleiben), was für eine nachhaltige Akquisestrategie unerlässlich ist. Sehr gerne stelle ich Ihnen unsere Vorgehensweise einmal telefonisch vor, um Sie und Ihre Kunden in diesem Bereich zu unterstützen.
Bin gespannt auf Ihre Antwort,
herzliche Grüße nach Löhne – Max Muster

Besser, oder?

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Führen durch Vernetzung – Erkenntnisse der aktuellen IBM CEO Studie 2012


Geschrieben am Mittwoch, 20. Juni 2012 von Thomas Kilian Kommentare deaktiviert

Eine Freundin von mir arbeitet in Dublin bei IBM und hat mir vor ein paar Tagen die Ergebnisse der aktuellen CEO Studie 2012 gemailt. Sie schreibt als Betreff: “Als ich das gelesen hab, musste ich spontan an dich denken!” – In der Tat finde ich mich in der Zusammenfassung total wieder, die das Ergebnis der Befragung von weltweit mehr als 1.700 CEOs, Geschäftsführern und leitenden Führungskräften darstellt.

Die Studie hat Antworten auf die folgenden Fragen gesucht:

  • Wie reagieren die CEOs auf die zunehmende Komplexität von vernetzten Organisationen, Märkten, Gesellschaften und Regierungen?
  • Welche konkreten Veränderungen planen sie innerhalb ihrer Organisationen?
  • Wo sehen sie die größten Chancen der Differenzierung und Unternehmensführung?
  • Und welche Gemeinsamkeiten gibt es bei besonders erfolgreichen Unternehmen?

Nun möchte ich Euch auch die Ergebnisse nicht vorenthalten, die ich sowohl für mich persönlich, als auch für das Thema Kundengewinnung und Unternehmertum 2012 total spannend finde:

  • Eine offenere Unternehmenskultur
    Um das Potenzial einer zunehmenden Vernetzung zu nutzen, fördern CEOs eine offenere Unternehmenskultur. Sich nach innen und außen zu vernetzen und voneinander zu lernen, wird für Mitarbeiter zur Kernkompetenz.
  • Kunden als Individuen behandeln
    Erfolgreiche CEOs verfolgen und interpretieren Kundenverhalten auf der individuellen Ebene, und nicht nach Kundengruppen oder Markt-Clustern. Daraus leiten sie kundenindividuelle Maßnahmen unter stärkerer Nutzung von Social Media ab. Mehr als die Hälfte von ihnen rechnet damit, dass sich Social Media zum zweitwichtigsten Kundenkontaktkanal – nach dem persönlichen Kontakt – entwickeln wird.
  • Innovationen durch Partnerschaften vorantreiben
    Die Bereitschaft, mit externen Partnern zusammenzuarbeiten, hat erheblich zugenommen. Mehr als die Hälfte aller CEOs arbeitet in großem Umfang mit ihnen zusammen. Outperformer, also Unternehmen, die überdurchschnittlich erfolgreich sind, gehen dabei noch offensiver vor. Sie wagen Partnerschaften zum Einstieg in andere Branchen oder in völlig neue Geschäftsmodelle.

Fünf Schwerpunkte kann ich extrahieren, die für meine Tätigkeit auch bisher schon sehr wichtig sind:

  1. Intensive Vernetzung und Austausch
  2. Individuelle Kundenbeziehungen
  3. Starke Nutzung von Social Media
  4. Partnerschaftliche Zusammenarbeit
  5. Entwicklung neuer Geschäftsmodelle

Mir “gefällt das”.

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Interview mit Ruben Timmermann vom “Amazon des Lernens”, der Online-Plattform Springest


Geschrieben am Mittwoch, 13. Juni 2012 von Thomas Kilian Kommentare deaktiviert

Von Zeit zu Zeit stelle ich hier im Blog neue Startups und Online-Projekte vor und Frage die Gründer nach Ihren Erfahrungen in der Vermarktung und Kundengewinnung. Heute steht mir Ruben Timmermann, CEO der Weiterbildungs-Plattform Springest Rede und Antwort. Der 31-jährige hatte 2007 die Idee während einer frustrierenden Weiterbildungssuche im Netz. Davor hatte er mehrere Jahre als Search Marketing und User Experience Consultant bei einem erfolgreichen Marketingblog in den Niederlanden gearbeitet. Sein Studium hat er abgebrochen, um mehrere kleine Internet Start-ups zu gründen – spannender Werdegang und deshalb sicher ebenfalls spannend, was Ruben zu sagen hat …

Ruben, Euer Portal Springest soll frischen Wind in die Weiterbildungsszene bringen – beschreib doch mal, was Euch von vorhandenen Angeboten unterscheidet!

Die beiden wichtigsten: Wir haben ein Bewertungssystem, in dem unsere User absolvierte Weiterbildungen bewerten können und ein kostenloses Business-Modell für unsere  Kursanbieter. Das funktioniert sehr gut für uns und wir sind dadurch ständig am Wachsen. Außerdem sind wir immer dabei, unsere Webseite zu verbessern. Dazu haben wir ein eigenes Team von Developern, die unter anderem dafür sorgen, dass die Seite fünf Mal am Tag upgedatet wird. Wir legen auch viel Wert auf Nutzerfreundlichkeit, und lassen die User die Seite ständig testen, um diese so optimal wie möglich zu gestalten. Unser Ziel ist es eines Tages das “Amazon des Lernens” zu werden. Und wir haben nicht nur Kurse auf unserer Webseite, sondern auch Artikel, Tests, Fragen und Antworten, und bald kommt noch vieles mehr …

Ein Start-up zu gründen, erscheint für viele eine ziemliche Herausforderung – wie und warum hast Du Dich dieser Herausforderung gestellt und was waren Eure ersten Erlebnisse in diesem Bereich?

Um ehrlich zu sein, kenne ich es nicht anders. Ich habe nie richtig für einen Boss gearbeitet, außer bei Nebenjobs. Danach habe ich eine kleine Webdesign-Firma gegründet, dann einen Computerladen für Studenten in vier verschiedenen Städten, dann eine Online Marketing Agentur, bei der sogar 15 Menschen angestellt waren, und aus der dann die Idee zu Springest entstanden ist.

Welche Kanäle nutzt Ihr zur Vermarktung Eures Portals, wie kommt Ihr an neue Kunden?

Das meiste läuft bei uns vor allem organisch ab, wir glauben, dass unser Produkt für sich die beste Werbung ist. Viele Anbieter kommen von selbst auf uns zu, aber natürlich kontaktieren wir auch interessante Partner. Und auch die Social Media werden immer wichtiger. Für unser Marketing investieren wir aber auch gerne, wie zum Beispiel in unser Video, um uns von der grauen Masse abzuheben.

Was würdest Du jungen Gründern in Hinblick auf die Kundengewinnung empfehlen, was können Sie falsch und was sollten sie richtig machen?

Auf das Produkt konzentrieren, keine Angst vor Niederlagen haben und so früh wie möglich Feedback zu sammeln. Auf diese Art fühlen sich potentielle Kunden mit dir verbunden und man kann später leichter verkaufen. Außerdem haben sie so Einfluss auf das Produkt. Dann muss sich so auch nicht alles selber ausdenken – und das Produkt wird natürlich dadurch verbessert. Unsere Kunden, die Bildungsanbieter sind z.B. alle mit unserem Admin-Bereich extrem zufrieden, weil er so einfach zu bedienen ist. Oder vielleicht, weil wir ihn für sie bedienen, wenn sie wollen …

Wenn Du Dir Springest in fünf Jahren vorstellst – wo seid Ihr gelandet und worauf dürfen wir uns freuen?

In fünf Jahren sind wir in 10 Ländern aktiv, weltweit bekannt als das “Amazon des Lernens”. Dann kann man bei uns noch mehr Weiterbildungen finden, vergleichen, bewerten und auch buchen. Außerdem haben wir dann Artikel, Tests, E-learning Angebote und Bücher. Man kann das alles in seinem Profil auf unserer Seite speichern und einfach in den sozialen Netzwerken teilen. Wir haben dann 50 Angestellte und sind immer noch in einem großartigen Gebäude im Zentrum von Amsterdam zu Hause. Daneben haben wir kleine regionale Büros, die in den größeren Ländern mit Sales, Marketing, Kundenservice und Events beschäftigt sind.

Ein (offenes) Wort zum Schluss?

Gerade in Deutschland läuft Springest sehr gut und wir sind sehr stolz darauf, was wir bis jetzt erreicht haben. Auch die Medien sind sehr an uns interessiert und wir freuen uns über jeden Artikel und jedes Interview. Und wir freuen uns auch immer, wenn wir nach Deutschland fahren können, um Partner zu besuchen …

Ruben, vielen Dank für Deine Antworten und weiterhin viel Erfolg!

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Kommentare deaktiviert Existenzgruender Internet Web 2.0

Die 10 schlechtesten Gründe für eine Kontaktanfrage bei XING


Geschrieben am Montag, 09. April 2012 von Thomas Kilian (51 Antworten)

Schon seit einiger Zeit nehme ich mir vor, einen Beitrag über die unsäglichen Kontaktanfragen bei XING zu schreiben. Nachdem ich mit “Ächz” und “Ächz 2.0″ meinem Ärger schon vor einer Weile per Facebook & XING (!) Luft gemacht habe, möchte ich hier mal das skurille Verhalten von Kontaktsammlern und virtuellen Klinkenputzern anprangern, das aus meiner Sicht so gar nichts mit sinnvoller Neukunden-Gewinnung zu tun hat.

Hier die 10 schlechtesten Gründe für eine Kontaktanfrage bei XING:

  1. Ich habe gesehen, dass Sie sich auch für … interessieren.
  2. Ich bin durch eine Internet Recherche auf Ihre Seite aufmerksam geworden.
  3. Wie ich lese, sind Sie ja auch in der Gruppe “Aufträge und Kundengewinnung”, wie schön!
  4. Auch sonst ist Ihr Profil sehr interessant für mich.
  5. … da Sie ebenso im Bereich Marketing und Werbung in Deutschland arbeiten …
  6. … bei Gelegenheit über verschiedene Möglichkeiten der Kundengewinnung in unserer Branche sprechen.
  7. Ich suche derzeit gute Kontake aus dem Bereich “Gebäudetechnik” (WTF?)
  8. Vielleicht ergeben sich wertvolle Synergien.
  9. “Kein engeres Band gibt es unter den Menschen als gemeinschaftlich gewollte, begonnene und durchgeführte Unternehmungen.”
  10. “Kontakte schaden nur dem, der keine hat.”

Gerne konkretisiere ich noch, was mich an den Kontaktanfragen stört, um nicht missverstanden zu werden (ich nutze XING nämlich selbst auch gezielt, um Networking zu betreiben). Es ist die unkonkrete PR-Sülze, die Vertriebler in Zeiten von XiButler, Elepost und anderen “Power-CRM-Tools” automatisiert oder halb-automatisiert verbreiten, um für sich oder ihre Kunden Leads zu generieren. Einmal die Phrasendreschmaschine angeworfen, hundertfach kopiert und gepostet, was das Zeug hält. Am besten nach Guttenberg’scher Manier mit falscher Anrede, fehlerhafter Zuordnung der Interessen oder künstlich-aufgesetzter Grußformel (“Heitere Grüße aus dem sonnenverwöhnten Oberfranken”).

Ich kann dieses Geschwafel einfach nicht mehr ertragen und habe vor einigen Wochen bereits die Nachrichteneinstellungen so verändert, dass nur noch Kontakte 2. Grades direkte Nachrichten an mich schicken dürfen. Immerhin haben jetzt die unsäglichen Gruppeneinladungen (wer nutzt denn aktiv mehr als 2-3 Gruppen bei XING?) abgenommen, doch die Kontaktanfragen bleiben. Bevor ich jetzt jegliche Kontaktaufnahme über dieses “Business-Netzwerk” einschränke, werde ich jede Anfrage aus der Liste 1-10 mit dem Link zu diesem Artikel beantworten. Vielleicht klingelt es dann bei dem einen oder anderen, zumindest bleibt es zu hoffen.

Wie Sie es richtig machen – individuelle Kontaktanfragen mit Sinn, Verstand und Charme

Die – traurige – Wahrheit ist, dass Akquise Zeit, Aufwand und manchmal auch Nerven kostet. Es gibt von Mensch zu Mensch keine Abkürzung. Vergessen Sie deshalb jede (halb-) automatisierte Form von Massen-Anfragen. Suchen Sie lieber nach Personen, die tatsächlich einen Nutzen und einen Vorteil haben. Geben Sie etwas, bevor Sie erwarten. Machen Sie jemandem eine Freude. Beziehen Sie sich auf konkrete, tatsächliche Gemeinsamkeiten. Schmeicheln Sie nur, wenn Sie es auch ehrlich meinen.

Hallo Herr Kilian, ich verfolge sehr interessiert ihren Blog und den Podcast, da wir als sehr junges Unternehmen natürlich noch hart um Neukunden kämpfen müssen. Ich würde mich freuen, mich mit Ihnen über diese Themen persönlich auszutauschen.

Hier scheint sich jemand tatsächlich mit meinen Veröffentlichungen beschäftigt zu haben. Seine Einschätzung ist ehrlich, seine Kontaktaufnahme persönlich.

Sehr geehrter Herr Kilian, ich wünsche Ihnen einen guten Start in 2012! Wir kennen uns beide noch nicht und ich möchte Sie direkt auf eine eher unkonventionelle Art und Weise etwas fragen, weil ich Sie gerne als neuen Kunden gewinnen möchte.

Immerhin ehrlich und direkt, oder? Fand ich charmant, aber passte in dem speziellen Fall inhaltlich nicht für mich. Trotzdem haben wir sehr nett 2-3 Mal hin- und hergemailt.

Sehr geehrter Herr Kilian, und wie hat Ihnen gestern die Veranstaltung gefallen? Ich möchte Sie gerne zu meinen Kontakten hinzufügen und freue mich auf Ihre Bestätigung.

Nachdem wir uns gestern ja jetzt auch persönlich kennengelernt haben, würde ich mich freuen, wenn wir uns “verxingen”.

Die gemeinsame Teilnahme an einem Event, der Austausch der Visitenkarten oder kurzer Plausch am Kaffeetisch ist immer eine Gelegenheit, den Kontakt über XING und andere Plattformen zu vertiefen. Hier besteht eine Basis für weitere Gespräche allein aufgrund des persönlichen Treffens.

Es gibt viele weitere Möglichkeiten, um einen konkreten Bezug herzustellen. Nutzen Sie die Vorteile von XING, bei den meisten Profilen auch persönliche Interessen einsehen zu können. Bei mir sind dies z. B. Segeln, mein Golden Retriever, das Interesse für Resthöfe oder der christliche Glaube. Doch bitte nicht als vorgeschobener Grund, bleiben Sie authentisch. Und wenn es keine Gemeinsamkeiten gibt, dann konstruieren Sie keine – gehen Sie weiter und networken Sie nur mit denjenigen, bei denen wirklich eine gemeinsame Basis vorhanden ist. In diesem Sinne freue ich mich auf den Dialog und die Vernetzung – vielleicht auch mit Ihnen, liebe Leser?!

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Über den Social Media OWL (e. V.)


Geschrieben am Donnerstag, 14. Juli 2011 von Thomas Kilian (2 Antworten)

Habe eben bemerkt, dass ich hier noch gar nicht über unsere Vereinsgründung in Sachen Social Media berichtet habe. Ende Juni haben wir uns mit acht Personen (1,2,3,4,5,6,7,8) zur konstituierenden Sitzung getroffen und einige Tage später den “Social Media OWL” beim Vereinsregister in Bad Oeynhausen angemeldet. Zu den erklärten Zielen des Vereins gehört es, …

  • … das Thema Social Media in der Region Ostwestfalen nach vorne zu bringen.
  • … die Kompetenzen aus der Region für die Region (und gerne darüber hinaus) sichtbar zu machen.
  • … die Kräfte zu bündeln, indem wir einen offenen Austausch und echten Dialog fördern sowie gemeinsam Projekte voranbringen.

Entstanden ist die Idee zum Verein aus dem Themenjahr “Social Media 2011“, das von der OWL Marketing GmbH in Kooperation mit IT-Dialog OWL und den Branchennetzwerken in OWL initiiert wurde (wer daran alles beteiligt war, findet sich hier). Wir treffen uns alle 6-8 Wochen an unterschiedlichen Orten in Ostwestfalen-Lippe, um miteinander neue Trends im Social Web zu diskutieren, das Thema Social Media in der Region stärker zu verankern, gemeinsame Veranstaltungen zu planen, Informationen und Veröffentlichungen zu besprechen und auch konkrete Projekte zu vereinbaren. Denn zwischen den Treffen läuft der Dialog weiter, nicht immer in der ganzen Runde, aber doch zwischen einigen Akteuren, die etwas miteinander auf die Beine stellen wollen.

Natürlich lebt vor allem ein Verein, der sich mit dem Thema “Mitmach-Web” beschäftigt, vom Mitmachen der Beteiligten. Es gibt keine Vorturner und keine allzu festen Strukturen, so dass sich jeder mit seinen Anliegen einbringen kann. Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht, dass hier Personen an einem Strang ziehen, die eigentlich in einem Wettbewerbsverhältnis zueinander stehen. Mein Agenturkollege Stefan Freise aus Paderborn hat es in seinem Artikel sehr schön formuliert: “Warum denn nicht?” Kirchturmdenken, Geheimniskrämerei und tiefe Wassergräben sind im Social Web nicht mehr möglich. Aus diesem Grunde sehe ich im neu gegründeten Verein echte Chancen, wenn es uns gelingt, das Miteinander und den Dialog nicht nur zu wünschen, sondern auch zu leben. Der Anfang ist gemacht, wie “sozial” sich unser Miteinander gestaltet, werden wir sehen.

Aktive Teilnahme am Verein Social Media OWL

Zum Schluss noch ein Wort für alle, die sich in und um Ostwestfalen-Lippe mit dem Thema Social Media befassen – sei es als Berater, Agenturen, aber auch als Unternehmen oder Organisationen, die mit dem Web 2.0 (intern/extern) ihre Erfahrungen sammeln: Wir freuen uns über jeden, der sich engagiert, offen und mit Freude am Thema beim SMOWL-Verein beteiligen möchte. Meldet Euch dafür bei unserer Geschäftsführerin Stefanie Möller oder einem von uns aus dem Vorstand, wenn ihr mehr zur aktiven Teilnahme wissen möchtet.

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Was würdest Du Kunden raten, deren Budget nur 1000 Euro beträgt?


Geschrieben am Donnerstag, 16. Juni 2011 von Thomas Kilian (5 Antworten)

Diese Frage stellt die “Ragazzi Group” in ihrer 1000-Euro-Marketing-Idee Blogparade, die noch bis zum 1. Juli läuft. Vor einiger Zeit hat mir Norbert Weider, der Initiator des närrischen Treibens eine Einladung dazu geschickt:

“Im Rahmen der Blogparade möchten wir Marketing-Ideen zusammentragen die sich für ein Kampagnenbudget von rund 1000 Euro realisieren lassen und daraus ein gratis eBook erstellen.”

Nun finde ich es ja immer sehr spannend, wenn es bei Blogparaden um Marketing-Themen geht. Doch in diesem Fall ist mir die Fragestellung zu “schwammig” – geht es nun um eine einzelne Kampagne oder um das “Marketing-Budget”? Beschreiben die Teilnehmer eine Werbemaßnahme oder einen systematischen Plan zur (kontinuierlichen) Neukunden-Gewinnung? Was ich immer wieder erlebe, ist blinder Aktionismus. “Herr Kilian, wir müssen mal wieder was tun, lassen Sie uns mal über ein Mailing sprechen!” – “Ich habe mal überlegt, einen Flyer zu machen und den irgendwie zu verteilen!” – “Diese Google Ad-Dings, das soll ja was bringen, machen Sie mir das mal!”

Gutes Marketing braucht einen Plan!

Doch selten genug haben gerade kleine und mittelständische Unternehmen einen echten Plan für Ihre Marketing-Aktivitäten. Es gibt in den meisten Fällen gar kein festes Budget für die Vermarktung der Produkte und Dienstleistungen, sondern es werden “billige Werbeaktionen” gefahren, die nur selten nachhaltigen Erfolg erzielen. “Oft schießen trifft das Ziel” – natürlich hat dieses Zitat recht und ich kann durch regelmäßige Werbung auf mich aufmerksam machen. Aber ob ich dadurch langfristig Geschäft entwickeln kann, bleibt zu bezweifeln. Zum “Marketing” gehört eben auch, den richtigen “Markt” zu erobern. Viele kennen ihren Markt ja noch nicht einmal, geschweige denn sind sie im Kontakt mit ihrer Zielgruppe.

Mir geht es auf den Keks, immer über Budgets zu diskutieren. “Was sind schon 1000 Euro?”, werden manche sagen. Andere halten 1000 Euro für eine riesige Summe, da sie sich auf einen sehr kleinen, regionalen Markt konzentrieren. Wer bundesweit nach Kunden für hochpreisige Produkte sucht, wird hingegen mit 1000 Euro nicht weit kommen – größere Reichweite kostet einfach mehr Geld. Und noch mal stelle ich die Frage, ob eine einzelne “Aktion” – und mag sie noch so innovativ, aufmerksamkeitsstark und ungewöhnlich sein, für nachhaltigen Erfolg sorgt.

Ob ein Restaurant sich bei den “Koch-Profis” bewirbt, die den Laden sogar ins Fernsehen bringen (und dann am Ende trotzdem pleite gehen) … ob ein Maschinenbau-Unternehmen bei der nächsten Fachmesse eine Guerilla-Marketing-Aktion durchführt, die schaulustige Besucher an den Stand lockt, aber nicht unbedingt mehr teure Maschinen verkauft … ob eine Software-Bude ein Tool programmiert, das zwar viele Endverbraucher im Einsatz haben, aber keine Großprojekte im Zielmarkt hervorbringt … ob, ob, ob … Glückstreffer, Akquise-Lotto, Einzelfälle – aber ein völlig anderes Verständnis von “Marketing” als ich es habe.

Ich sage es noch mal: Nachhaltige, erfolgreiche Neukunden-Gewinnung und Umsatz-Steigerung braucht einen (guten) Plan. Wenn sich dieser Plan für 1000 Euro umsetzen lässt, umso besser. Doch die Grundlage im Marketing ist nicht die Budgetfrage, sondern die Ausrichtung des Unternehmens, die Zielgruppe und das zu erwartende Potenzial. Auf dieser Basis lässt sich nun darüber nachdenken, wie die Zielstellung möglichst effektiv und zugleich effizient zu erreichen ist.

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Was passiert im Social Web in 60 Sekunden?


Geschrieben am Donnerstag, 09. Juni 2011 von Thomas Kilian (4 Antworten)

Wer es wissen möchte, findet die Antwort in der folgenden Infografik und natürlich auch (auf deutsch) in diesem Blogartikel. Fand die Auswertung der verschiedenen Kanäle sehr spannend – sonst sind es meistens nur Infografiken für Twitter oder Facebook – auf einen Blick lassen sich die Auswirkungen des Web 2.0 hier sehr schön beobachten:

60 Seconds - Things That Happen On Internet Every Sixty Seconds
(via Shanghai Web Designers)

Was im Web 2.0 in 60 Sekunden passiert …

  • Die Suchmaschine Google verarbeitet 694.445 Anfragen
  • 6.600 Bilder werden auf Flickr hochgeladen
  • 600 Videos werden auf Youtube hochgeladen, die über 25 Stunden Videomaterial beinhalten
  • 695.000 Status-Updates, 79.364 Beiträge und 510.040 Kommentare werden auf dem Sozialen Netzwerk Facebook veröffentlicht
  • 70 neue Domains werden registriert
  • 168.000.000 E-Mails werden verschickt
  • 320 neue Accounts werden auf dem Sozialen Netzwerk Twitter eingerichtet und 98.000 Tweets werden veröffentlicht
  • Mehr als 13.000 Mal werden iPhone “Apps” heruntergeladen
  • 20.000 neue Beiträge erscheinen auf der Micro-Blogging-Plattform tumbler
  • Der populäre Browser FireFox wird mehr als 1.700 Mal heruntergeladen
  • Die beliebte Blog-Plattform WordPress wird mehr als 50 Mal heruntergeladen
  • WordPress Plugins werden sogar mehr als 125 Mal heruntergeladen
  • 100 Accounts werden auf der professionellen Networking-Plattform LinkedIn erstellt
  • 40 neue Fragen werden bei YahooAnswers.com gestellt
  • Weitere 100 Fragen kommen bei Answers.com dazu
  • 1 neuer Artikel wird bei Associated Content veröffentlicht, der weltweit größten Sammlung von gemeinschaftlich erstellten Inhalten
  • 1 neue Definition wird auf UrbanDictionary.com hinzugefügt
  • 1.200 neue Werbeformate werden auf Craigslist erstellt
  • 370.000 Sprachminuten werden bei Skype übermittelt
  • 13.000 Stunden Musik laufen beim personalisierten Internet Radio Pandora über den virtuellen Äther
  • 1.600 Aufrufe kann Scribd verzeichnen, das größte soziale Schriftenverzeichnis
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Akquise für Lektoren


Geschrieben am Donnerstag, 18. November 2010 von Thomas Kilian (1 Antwort)

Manchmal kommt es ganz dick. Gleich zwei Lektoren buhlen an einem Tag um meine Aufmerksamkeit und Gunst, denn hinter ihrer Werbung steckt schlicht und einfach der Wunsch, mich als Kunden zu gewinnen. Wie unterschiedlich sich beide anstellen, zeige ich in diesem Blogbeitrag.

Mit der Tür ins Haus gefallen

Erhalte gestern Abend, 17.39 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff “Initiativbewerbung” von einem Fachmann der deutschen Sprache, der wie ich einen “Magister Artium” als Germanist hingelegt hat und dies ebenso auffällig im Namen trägt. Doch leider ist das schon die einzige Gemeinsamkeit, die wir haben – lesen Sie selbst:

Sehr geehrte Damen und Herren,
wie beginnt man eine E-Mail, in der man sich als freier Lektor bewerben möchte, ohne Gefahr zu laufen, dass die Nachricht als billige Spamattacke betrachtet wird?

Meine klare Antwort: Eine E-Mail beginnt “man” erstmal gar nicht mit “Sehr geehrte Damen und Herren”. Ich habe einen Namen und ich freue mich über eine persönliche Anrede. Gleichzeitig scheint mir der Einstieg zu verschachtelt und kompliziert. Die Antwort auf die rhetorische Frage folgt auf dem Fuß:

Am besten, indem man gleich zur Sache kommt.

Nun gut, doch wieso dann dieser Absatz der Vorrede? Wieso dann nicht “gleich” zur Sache kommen?

Sie suchen hin und wieder einen Lektor mit Agenturerfahrung, der sich in der Werbebranche bestens auskennt, früher selbst Copy Writer war, ein abgeschlossenes Germanistikstudium vorweisen kann, für namhafte Unternehmen (z. B. xy, xy und xy) arbeitet und dennoch bezahlbar ist?

“Eigentlich nicht, nein.”

Geschlossene Fragen in einem solchen Anschreiben sind tödlich. Zumal hier kein besonderer Nutzen formuliert wird. “Lektor mit Agenturerfahrung” scheint noch einen sinnvollen Bezug herzustellen, “abgeschlossenes Germanistikstudium” hat mit Lektoratstätigkeiten genauso viel zu tun wie mit Gartenpflege (kann ich aus eigener Erfahrung so bestätigen), “für namhafte Unternehmen arbeiten” kann alles und nichts bedeuten und ebenso unkonkret bleibt das Wort “bezahlbar”.

Dann melden Sie sich bitte bei mir. Gerne übernehme ich auch ein kostenloses Probelektorat für Sie, um Sie von meinen Fähigkeiten zu überzeugen. (…) Zeugnisse und Arbeitsproben können bei Bedarf gerne zugesandt werden.

Wer von vorneherein eine kostenfreie Probeleistung anbietet, scheint es wirklich nötig zu haben. Hierüber habe ich mal mit Michael Zerban im Neukunden-Podcast geplaudert. Gleichzeitig bleibt mir eine Einsicht in die echten Qualitäten des Mannes verwehrt. Arbeitsproben leider nur “bei Bedarf” und nach Kontaktaufnahme. Auf der nicht verlinkten Website (also: “Copy & Paste”) finde ich zwar die “bezahlbaren” Preise, allerdings auch hier keine Arbeitsproben oder konkreten Referenzen. Die Websites der Kunden und Auftraggeber helfen mir nicht weiter, ebenso wenig die fast gleichen Formulierungen wie in der E-Mail.

Meine Frage an Sie, liebe Leser: Bleibt mir in diesem Fall etwas anderes als die Rundablage “P”? Würden Sie sich die Zeit nehmen, auf diese lieblose und unpersönliche Werbemail zu antworten?

Die zaghafte Gazelle

Ein zweites Beispiel hatte ich ich Ihnen versprochen, sollen Sie auch bekommen. Stoße heute morgen auf einen Artikel bei meiner Bloggerkollegin Martina Bloch aus Hamburg. “Was macht eigentlich … eine Lektorin?” heißt der Beitrag und springt sofort ins Thema:

Ich korrigiere Rechtschreib- und Grammatikfehler, spinne rote Fäden, pflücke Stilblüten, sortiere durcheinandergeratene Redewendungen, hänge schiefe Bilder gerade, ergänze, streiche und formuliere um. Damit Texte klar sind, lebendig wirken und sich ohne Mühe lesen lassen.

Zunächst bin ich etwas verwirrrt, dass der Artikel in der Ich-Form von Martina stammen soll. Ist die telefonische Akquise derart auf dem absteigenden Ast, dass sogar sie mittlerweile als Lektorin arbeiten muss? Doch der Hinweis am Ende des Beitrags bringt Licht ins Dunkel. Hier geht es um einen Gastbeitrag, der eine Reihe von Fragen zum Lektorat beantwortet:

  • Was geht für Ihre Kunden zum ersten Mal, wenn Sie für sie arbeiten?
  • Was geht für Ihre Kunden besser, wenn Sie für sie arbeiten?
  • Was geht nicht mehr, nachdem Sie für Ihre Kunden gearbeitet haben?
  • Welche Kunden können Sie besonders glücklich machen?
  • Was möchten Sie den Lesern noch sagen?
  • Wenn die Leser jetzt Lust darauf bekommen haben, Sie näher kennenzulernen, wie können sie Sie am besten erreichen?

Ich finde diese Fragen klasse! Die sind konkret und nutzenorientiert. Ebenso sind es die Antworten. Nach dem Lesen des Beitrags bekomme ich den Eindruck: Hier versteht jemand etwas von seinem Handwerk. Gleichzeitig ist die Sprache verständlich, fast locker und direkt – ein erster Eindruck für klare Kommunikation, die nichts mit staubiger Germanistik zu tun hat.

Dann entdecke ich Website, Blog und Twitter-Account der Lektorin Juliane Topka, die aktuell gepflegt sind und ebenso mit klarer Sprache aufwarten:

Was Sie im Rahmen der Unternehmenskommunikation veröffentlichen, soll ankommen. (…) Rechtschreibfehler, schwer verständliche Formulierungen, zu viel Fachsprache oder strukturelle Brüche sind wie Schmutz auf der Scheibe eines Schaufensters: Sie trüben den Blick auf das, was Sie zu bieten haben. (…) Ein klares Lektorat sorgt für den klaren Blick aufs Wesentliche.

Die Überschrift “Treffer” passt wie die Faust aufs Auge. Hier hat jemand verstanden, den Nutzen in ein schönes Bild zu verpacken. In den Artikeln, Newslettern, Twitter-Nachrichten und Gastbeiträgen entdecke ich weitere Schätze.

Meine erneute Frage: Wenn ich jetzt eine Lektorin suche, würde ich zu Juliane Topka wohl Kontakt aufnehmen? Und wenn ich zurzeit keinen konkreten Bedarf habe, was mache ich dann?

Ich folge ihrem Twitter-Profil, schreibe in XING: “Hallo Juliane, habe heute bei Martina Bloch Deinen Gastbeitrag entdeckt und würde mich gerne mit Dir vernetzen. Vielleicht habe ich ja mal Bedarf an einem zusätzlichen Lektorat, dann komme ich gerne auf Dich zu. Mir haben Deine Seiten sehr gut gefallen, wie Du bei mir in Form eines aktuellen Blogartikels lesen kannst. Beste Grüße nach Hamburg, Thomas” und abonniere den RSS-Feed ihres Blogs (der leider etwas versteckt ist).

Und damit komme ich auch zur konstruktiv gemeinten Kritik: Diese Form der eleganten Kundenansprache ist so dezent, dass sie kaum auffällt. Der Gastbeitrag rutscht als solcher durch, da der Hinweis auf die Websites zu spät erscheint und mir vielleicht ein Foto oder eine konkrete Einleitung “Dies ist ein Interview mit xy, die ich …” besser geholfen hätte, den Kontext zu verstehen. Das Blog wirkt etwas unpersönlich, der Hinweis “meine Website” geht in der Blogroll unter. Ebenso sind auf der Website das Blog und der Newsletter nicht sofort ersichtlich und der Twitter-Account wird noch gar nicht verlinkt. Ohne den Hinweis von Martina wäre ich also auf den “Sprachpingel” gar nicht erst gestoßen.

Die Mischung macht’s!

Ich bin davon überzeugt, dass der zweite Ansatz genau richtig ist. Mehrwerte bieten, sich zeigen, im Internet sichtbar und vor allem auch verstanden werden. Juliane Topka gelingt es, den Nutzen eines Lektorats rüberzubringen und gleichzeitig durch die passende Sprache auch einen Zugang zu ihren Lesern zu finden. Wieso nicht noch einen Schritt weiter und aktiv auf mögliche Interessenten zugehen?

Wie eine solche E-Mail aussehen *könnte*, zeige ich im folgenden Beispiel:

Hallo Herr Kilian,
Lektoren haben keine Ahnung von der Werbebranche, schreiben staubige Texte und sind meistens unbezahlbar. Dass dieses Vorurteil nicht stimmen muss, zeige ich in einem aktuellen Gastbeitrag bei Ihrer Blogger-Kollegin Martina Bloch. Hier beantworte ich die wichtigsten Fragen zum Lektorat und liefere Ihnen damit gute Argumente für Ihre Kunden. Gleichzeitig möchte ich mich bei Ihnen vorstellen und würde mich über eine Vernetzung auf XING oder Twitter sehr freuen. Vielleicht ergibt sich ja mal die Möglichkeit für eine Zusammenarbeit.
Herzliche Grüße, …
P.S.: In meinem Blog “Frisch gestrichen” schreibe ich regelmäßig über …

Die Nachricht kommt sofort auf den Punkt, muss nicht mit den Leistungen, Kunden und dem Titel prahlen, sondern weckt mein Interesse ganz natürlich. Gleichzeitig bietet sie mir einen Nutzen: Durch den Gastartikel habe ich neue Argumente für meine Kundengespräche an die Hand bekommen. Dies ist eine “kostenfreie Probearbeit”, wie ich sie mir vorstelle.

Aufdringlich unaufdringlich ist in meinen Augen noch immer der beste Weg, um heute mit neuen Kunden in Kontakt zu kommen. Probieren Sie es doch einfach mal aus!

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Fremde Inder Nacht


Geschrieben am Donnerstag, 04. November 2010 von Thomas Kilian (2 Antworten)

Montag morgen. Feiertag aller Heiligen, dichter Nebel umhüllt mein Büro. Genieße die Stille, kremple die Ärmel hoch, um mein Tagwerk in Angriff …

“Rrrrrriiiiiinnnnnnnngggg” (???)

“Kilian, schönen guten Morgen?”

“Hello Thomas, how are you?” (…)

“Öhm … hm … ??? … Thanks, I’m fine … who are you?”

“Thomas, I am Rashid, … I call from India and I am working for a webworking company … I just visited your website. Is it true that you work in the field of webdesign and search engine optimiziation?”

“Well, that’s right, … but I’m not interested!”

“Thomas, not interested in what?”

“Not interested in a cooperation.” (!!!)

“Thomas … I really would like … would you mind, … answering just one question? … How much earns a PHP developer in Germany?”

“Listen, Rashid! I don’t want to cooperate and I don’t want to answer your questions on the telephone. Please delete my number and never call me again!” (Hmpf)

“Ok, bye!”

Erleichtert lege ich den Hörer auf. Schüttle den Kopf, frage mich, ob wir vielleicht bald mit einer Telefonakquise-Schwemme aus Indien zu rechnen haben, wo in Deutschland aufgrund verschärfter gesetzlicher Regelungen etwas mehr Ruhe eingekehrt ist.

Hierzulande gibt es nach Schätzungen etwa 450.000 Call-Center-Mitarbeiter auf 82 Millionen Einwohner. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung Indiens müssten es dort um die 6,5 Millionen sein, die uns bald – sofern die Verhältnisse stimmen – zu jeder Tages- und Nachtzeit die Leitungen verstopfen werden. “Wolle Rose kaufe” war gestern, heute wird die schnelle Mark am Telefon gemacht.

Doch nicht nur das — der unnachgiebige Rashid ist auch in Sachen Web 2.0 unterwegs, denn wenige Minuten nach dem erfolglosen Telefonat macht es “XING” und ich finde dies in meiner Mailbox:

Im Klartext: “Dear Thomas, I would like to add you as a contact“, was nichts anderes heißt als: “Sehr geehrter Herr Kilian, ich würde Sie gern zu meinen Kontakten hinzufügen.” (davon liegen schon einige in meiner XING-Box). Denn was ich davon halte, das wisst Ihr ja bereits

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