Barrierefreies Internet als Qualitätsmerkmal


Geschrieben am Donnerstag, 04. Oktober 2007 von Natalie Zwiefka

Letzter Teil der Blogserie “Der ‘Nutzen’ im Internet – Über Nutzertypen, Nutzungsgewohnheiten und Nutzungsfreundlichkeit Ihres Online-Angebots” 

In diesem letzten Beitrag der sechsteiligen Blogserie möchte ich darauf eingehen, wie nutzerfreundlich Online-Angebote eigentlich für Menschen mit Behinderung sind und worauf Sie bei der Konzeption Ihres Angebotes achten sollten. Besonders interessant sind diese Aspekte z.B. für öffentliche Einrichtungen, zumal auch gesetzlich festgelegt ist, dass niemand aufgrund einer Behinderung benachteiligt sein darf.

Auch für Sie als Unternehmer kann eine behindertengerechte Website ein zusätzliches Qualitätsmerkmal darstellen. Ihre Nähe zu (allen) Kunden und Ihre Internetkompetenz können Sie so eindrucksvoll unter Beweis stellen. Barrierefreie Online-Angebote sind dabei nicht nur nutzerfreundlich für Menschen mit Behinderung, sondern können von Suchmaschinen besser gefunden werden und gewährleisten eine Zugänglichkeit für alternative Ausgabegeräte (z.B. Screenreader für Blinde). Dem Besuch Ihrer hochwertigen Website steht dann nichts mehr im Wege und Sie wird im Idealfall sogar als “gutes Beispiel” weiterempfohlen.

Ein sehr hilfreicher Kriterienkatalog für Barrierefreies Internet dient einerseits als Grundlage für den BIENE-Award 2008, kann Ihnen aber gleichzeitig als Leitfaden für die Planung und Umsetzung Ihres Online-Angebots dienlich sein. B I E N E steht für: Barrierefreies Internet Eröffnet Neue Einsichten und wurde ins Leben gerufen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen und die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren.

In verschiedenen Kategorien finden Sie Tipps, an denen Sie sich orientieren können oder sich Anregungen für die Gestaltung Ihres Internetauftritts holen können. Hier nur einige Beispiele:

  • die Lesbarkeit der Inhalte sollte gewährleistet sein durch klaren Satzbau, klare Textgliederung und „Nur-Text-Format“, damit Texte auch von Lesegeräten erfasst werden können
  • Bildern und Animationen, aber auch Klängen und Geräuschen sollten zusätzlich erklärende Textelemente zugeordnet werden, damit sich auch blinde und gehörlose Menschen die Inhalte erschließen können
  • in jedem Fall sollte auch die Skalierbarkeit der Schrift über den Browser gewährleistet sein
  • die Navigationsmechanismen sollten offensichtlich sein und Navigationselemente zusätzlich mit verständlichen Bezeichnungen versehen werden
  • Komplexe Angebote oder Dienstleistungen sollten mit Hilfefunktionen oder Hintergrundinformationen versehen werden
  • Inhalte und Layout sollten getrennt voneinander sein und Frames möglichst sparsam verwendet werden
  • die Website sollte mit den gängigen Browsern fehlerfrei dargestellt werden
  • Rückmeldungen bzw. Fehlermeldungen sollten sofort und leicht verständlich erfolgen
  • bei Online-Shops sollten die Preise transparent sein und mehrere Bezahlfunktionen angegeben werden
  • Downloads sollten so einfach wie möglich sein
  • Videos zur Vermittlung von Informationen sollten mit zugänglichen Beschreibungen versehen werden

Viele dieser Kriterien erinnern zu Recht an meinen Blogeintrag zum Thema “Usability”. Zusammenfassend kann ich nur noch mal betonen, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der erklärten Zielgruppe ist. Dabei gibt es grundlegende Punkte, die für alle Zielgruppen Gültigkeit besitzen, aber eben auch zielgruppenspezifische Aspekte. Ich hoffe ich konnte Ihnen mit dieser kleinen Serie neue Perspektiven öffnen und Tipps für gutes Webdesign an die Hand geben, die sich nicht nur auf ein schickes Layout beziehen.  

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