Warum ich keine Gabeln in Gastartikel stecken werde


Geschrieben am Dienstag, 21. Januar 2014 von Thomas Kilian (8 Antworten)

Große Aufregung in SEO-Hausen! Der Meister hat gesprochen und Gastartikel für tot erklärt. Die letzte Bastion des verkaufbaren Linkbuildings ist gefallen, Rückzug Leute, Rückzug! Lasst uns die Content-Marketing-Sau noch mehr durch die Dörfer treiben, uns auf “das Wesentliche” besinnen (was auch immer das ist) oder die Zwillinge WDF und IDF kitzeln bis zum Umfallen. SEO funktioniert auch ohne Linkaufbau, das Thema ist Geschichte, aus, vorbei, Ende, Finito!

gabel-update
(Quelle: Flickr / bilderheld)

Google zieht die Daumenschrauben an und lässt nun auch Gastartikel nicht mehr gelten. Searchengineland.com zitiert Matt Cutts: “Stick a fork in it! Guest Blogging is done!” – was übersetzt so viel heißt wie “Es ist alles gesagt, Gastartikel sind nix mehr wert!” Also lasst das bleiben mit den Gastartikeln! Hört auf, Gastartikel zu veröffentlichen. Konzentriert Euch auf Eure eigenen Seiten, sonst wird Euch mächtiges Unheil drohen. Google wird Euch mit dem Gabel-Update härter bestrafen als mit Pandas, Pinguinen und Kolibris zusammen! Muhahahar!!!

Warum mir das Gabel-Update am Allerwertesten vorbeigeht

Kunden rufen aufgeregt an, fragen nach den Hintergründen, beschuldigen uns der Irreführung: Ihr habt doch immer gesagt, dass wir über Gastartikel an tolle Verlinkungen kommen, dass dies heute eine der wenigen Möglichkeiten zum natürlichen Linkaufbau darstellt. Soll das denn jetzt alles vorbei sein? Müssen wir nun auch die vorhandenen Gastartikel löschen? Gastartikel-Abbau an allen Fronten?

Meine Antwort: Klickklick!

Bitte mal richtig lesen, nicht nur Panik verbreiten!

Matt Cutts schüttet das Kind doch gar nicht mit dem Bade aus, wie er selbst ergänzt:

“It seems like most people are getting the spirit of what I was trying to say, but I’ll add a bit more context. I’m not trying to throw the baby out with the bath water. There are still many good reasons to do some guest blogging (exposure, branding, increased reach, community, etc.). Those reasons existed way before Google and they’ll continue into the future. And there are absolutely some fantastic, high-quality guest bloggers out there. I changed the title of this post to make it more clear that I’m talking about guest blogging for search engine optimization (SEO) purposes.

Es gibt nach wie vor gute Gründe für Gastartikel und gemeint ist ausschließlich Gast-Bloggen aus SEO-Gründen. Wenn Ihr unter einen 200-Wörter-Billig-Artikel schreibt: “Dies war ein Gastartikel vom Lila-Laune-Bär, der ideale Partner für den Kreditvergleich im Netz”, dann macht das aus einem Misthaufen noch keinen hochwertigen Beitrag. Auch die massenhafte E-Mail-Ansprache von Webmastern mit den ewig gleichen Platitüden ist gemeint:

“Ich würde gerne auf Ihrer Webseite einen themenrelevanten und hochwertigen Artikel mit Mehrwert für den Leser veröffentlichen, in dem ein Link auf meine Webseite eingebaut ist. Im Gegenzug können Sie auf eine meiner Webseiten ebenfalls einen Gastartikel mit einem Link auf Ihre Webseite veröffentlichen. Hierzu stehen Ihnen eine Vielzahl an hochwertigen Webseiten zum Thema Finanzen/Kredite sowie auch Seiten mit weiteren Themenbereichen zur Verfügung.”

SEO-Spam bleibt SEO-Spam, auch wenn Du es “Gastartikel” nennst.

Also konzentriert Euch auf Mehrwerte, auf Informationen, die andere Leser wirklich weiterbringen, auf Reputation und auf Gastartikel-Plätze, die auch eine Leserschaft haben. Nutzt Gastartikel, um Reichweite zu erzielen, nicht vordergründig fürs Linkbuilding. Dann ist alles gut. Und das bleibt es auch. Da bin ich sicher. Ziemlich.

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Geschrieben am Sonntag, 12. Januar 2014 von Thomas Kilian (1 Antwort)

Einer meiner Vorsätze für 2014 besteht darin, das Thema “Multimedia-Content” aus der Versenkung zu holen. Wir haben als Agentur schon 2006/2007 damit begonnen, mit bewegten Bildern, verschiedenen Podcast-Formaten und anderen Medien zu spielen. Die Erfahrungen waren durchweg positiv, doch irgendwie ist dieses Thema bei uns dann wieder eingeschlafen. Schade eigentlich, dass wir uns in jüngster Vergangenheit nur noch “schwarz auf weiß”, also durch das geschriebene Wort geäußert haben. Als ich kurz vor Weihnachten auf einer Autofahrt beim iPhone-Shuffle eine Folge des Unternehmensnachfolge-Podcast auf die Ohren bekam, den wir vor einigen Jahren für einen Kunden konzipieren und produzieren durften, habe ich doch wieder Lust auf solche audio-visuellen Formate bekommen.

Videocontent bringt Zusammenhänge einfach auf den Punkt

Natürlich gab es zwischendurch immer mal wieder das eine oder andere Kundenprojekt, bei dem Videos oder Audiobeiträge zum Tragen kamen. Im Filmbereich arbeiten wir gerne mit Ralf Springhorn zusammen, der schon für einige unserer Kunden echt tolle Imagefilme produziert hat, jüngst für die Firma Optimum über das Thema industrielle Bilderkennung:

Ich bin davon überzeugt, dass solche kurzen Clips sich für die Ansprache von Neukunden excellent eignen, da sie die wesentlichen Vorteile leicht verständlich auf den Punkt bringen und darüber hinaus emotional ansprechen. Immer häufiger zu sehen sind in diesem Bereich auch die sogenannten Erklärvideos, hier ein Beispiel von www.explain-it.tv:

Einen solchen Erklärfilm haben wir auch auf dem Portal MittelstandsCLOUD.de eingebunden, das einer unserer Kunden betreibt. Auf jeder Landingpage (zu verschiedenen Themen) kommt der Clip zum Einsatz. Er veranschaulicht, welche Vorteile Cloud Computing für mittelständische Unternehmen mit sich bringt. Etwas ähnliches schwebt mir auch für uns als Agentur vor, denn unser Imagefilm aus 2007 ist mittlerweile echt veraltet und es geht mir heute vor allem darum, dass wir uns mit unserer Spezialisierung positiv abgrenzen.

Audiobeiträge zum Abonnieren

Dann denke ich noch über ein neues Podcast-Format nach; entweder im Stil des Neukunden-Podcast über Interviews – hier würde ich gerne was zu Unternehmertum und Werteorientierung machen, oder auch als Ego-Cast, wo ich einfach selbst zu bestimmten Entwicklungen und Trends ins Mikro spreche. Bei den Podcast-Formaten spricht mich besonders die Abo-Funktion an, da ich neue Folgen automatisch auf meinen Rechner bzw. mein MP3-Gerät geladen bekomme. Wenn ich längere Autofahrten vor mir habe, dann nutze ich die Zeit gerne zum Podcast-Hören und bringe mich auf den aktuellen Stand. Weiterhin spricht dafür, dass der Aufwand für die Audio-Aufnahmen verhältnismäßig gering ist und eigentlich recht schnell geht.

Ob meine Vorsätze sich halten? Was haltet Ihr von der multimedialen Idee – welche/s Format/e würdet Ihr Euch wünschen?

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