Offener Brief an XING: Unerwünschte Kontaktaufnahme


Geschrieben am Mittwoch, 18. Juli 2012 von Thomas Kilian (22 Antworten)

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrtes XING-Team,

bereits zweimal habe ich Sie nach einer unerwünschten Kontaktaufnahme eines anderen XING-Mitglieds angeschrieben. Da ich bislang keine Antwort von Ihnen habe, sende ich Ihnen nun ein weiteres, dieses Mal öffentliches Schreiben. In allen drei Fällen ist die Datenfreigabe so eingestellt, dass fremde Mitglieder weder meine Kontaktdaten sehen können, noch eine direkte Nachricht an mich schicken können. Zu diesem Schritt sehe ich mich gezwungen, um der Flut von unsinnigen und (halb-)automatischen Kontaktanfragen sowie Gruppeneinladungen Herr zu werden.

Wie Sie sehen, darf Herr X mir keine Nachrichten zusenden. Seine Kontaktanfrage vom 15. Juli 2012 erreichte mich mit der Begründung “per iPhone-App“. Da ich weder an Finanzcoaching, noch an einem 7-Jahres-Kurs zur finanziellen Freiheit interessiert bin und mir das Profil sehr unseriös erschien, habe ich den Kontakt abgelehnt. Als Begründung habe ich kommentarlos den Link zu meinem Blogbeitrag “Die 10 schlechtesten Gründe für eine Kontaktanfrage bei XING” eingegeben, in einem anderen Fall war es der Link zum Beitrag “Klasse statt Masse“, weil mir jemand direkt in der Kontaktaufnahme Werbeartikel verkaufen wollte.

Heute nun erhalte ich von Herrn X eine weitere Nachricht über XING, die ich nicht nur als Frechheit, sondern als Belästigung empfinde – zumal es genau diese Form von unerwünschter Werbung ist, die mittlerweile viele XING-Nutzer dazu führt, sich von Ihrer Plattform zu verabschieden.

Wie Sie sehen, handelt es sich hier mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um eine automatisch generierte Nachricht. Dass ich den guten Mann gar nicht als Kontakt hinzugefügt habe, scheint er gar nicht mitbekommen zu haben – denn er bedankt sich bei mir. Dann kommt er gleich “zur Sache” und will mich für sein dubios-unseriöses Finanz-Coaching einladen. Was wohl im schlimmsten Fall passieren kann, wenn ich jetzt “Ja” sage, möchte ich mir gar nicht erst vorstellen.

Sehr geehrtes XING-Team, 

  • wie ist es möglich, dass mich jemand trotz abgeschalteter Datenfreigabe weiterhin über die Plattform kontaktiert? Durch den Wiederholungsfall kann es sich schwerlich um einen einzelnen, technischen Fehler handeln!
  • Wieso erhalte ich von Ihnen keine Antwort auf meine Beschwerde-Nachrichten, mit denen ich solche Personen melde? Zumal es mir nicht um die Personen ansich geht (z.T. “arme Schweine”), sondern um Ihre technischen Funktionen.
  • Wieso unternehmen Sie nichts gegen die (halb-)automatischen Tools zur Kontaktaufnahme und dem Versand von Nachrichten, die von unseriösen Info-Marketern, MLM-Vertretern und Klinkenputzern im Einsatz sind? Diese machen schließlich den Sinn des dialog-orientierten Networkings kaputt!
  • Was verstehen Sie als (zumindest noch) in Deutschland führende Business-Plattform selbst unter echtem Networking? Die o.g. Vorgehensweise kann doch auch nicht in Ihrem Interesse sein!

Ich erhoffe mir nicht nur Antworten auf diese Fragen sondern auch eine Entscheidungshilfe, ob und in welchem Umfang ich XING weiterhin nutzen werde.

Ich war ein Fan, ich bin ein Freund, doch mittlerweile wackelt diese Freundschaft gewaltig.

Herzliche Grüße, Thomas Kilian


Update 16.00 Uhr

Nachdem mir Christian Burtchen vom XING-Twitterteam heute Vormittag bereits nach kurzer Zeit geantwortet hat …

… erhielt ich eben folgende Information von ihm:

Anscheinend habe ich durch meine “Antwort” auf die Kontaktablehnung die Möglichkeit geschaffen, mich trotz unterbundener Freigabe wieder anzuschreiben. Ich werde solche Kontaktanfragen also in Zukunft unkommentiert löschen müssen, um keine weiteren Nachrichten zu erhalten. Die technische Frage ist damit zumindest beantwortet, doch meine anderen Fragen bleiben offen. Zu des Pudels Kern wird XING vermutlich weiterhin tapfer schweigen. Schade.

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Kommunikation verkaufen


Geschrieben am Dienstag, 17. Juli 2012 von Thomas Kilian Kommentare deaktiviert

Kleines, feines Büchlein, das meine Blogger-Kollegin Elke Fleing vor einigen Wochen herausgebracht hat – im Fokus des “Praxisbuchs für Kontakter, Konzeptioner, Texter, Grafiker, Fotografen, Illustratoren, Webdesigner, Audio- und Videoworker” steht die Kundengewinnung in der Kommunikationsbranche, verbunden mit allem, was drumrum wichtig ist. Ich habe die 180 Seiten fast in einem Rutsch durchgelesen, so einfach und flott ist der Ratgeber geschrieben – typisch Elke eben! Dennoch behandelt das Buch “Kommunikation verkaufen – Marketing, Design, Text” alle wichtigen Aspekte im Vertriebs- und Verkaufsprozess, der gerade für Selbständige und Freelancer oftmals mit viel Mühe verbunden ist.

Von der Positionierung (Leistungsangebot, Zielgruppe, Alleinstellungsmerkmale, Marktnischen) über die Bestimmung des passenden Honorars (Bedarf, Marktwert, regionale Unterschiede) bis zur Vorgehensweise in der Vermarktung (Reputation, Soziale Netzwerke, Aktive Ansprache) spricht die Autorin die wesentlichen Bausteine in der Kundengewinnung an; dabei hat sie stets die geschilderte Zielgruppe im Visier und kann ihre Kenntnisse durch eigene Beispiele lebhaft und glaubhaft einbringen. Den Abschluss bildet die eigentliche Verkaufsphase: Die Honorarverhandlung, das Auftrags-Angebot, das Kleingedruckte. Auch im Nicht-Erfolgsfall gibt es einige Tipps und Tricks, um im Gedächtnis des Auftraggebers zu bleiben.

“Kommunikation verkaufen” eher für Einsteiger und Freelancer

Aus zwei Gründen habe ich mich im Buch nicht (mehr) wiedergefunden:

  1. Die meisten Themen habe ich nach mehr als 12 Jahren Selbständigkeit aus dem Effeff drauf – sonst könnten wir als Agentur heute gar nicht überleben. Das Buch richtet sich also ganz klar an Einsteiger und Existenzgründer oder zumindest junge Selbständige.
  2. Gleichzeitig stehen wirklich die Einzelkämpfer im Zentrum, so dass es häufig Vergleiche mit Bewerbungen, der Rolle von Festangestellten, der Zuarbeit für Agenturen gibt. Auch dies hat mit meiner täglichen Praxis nicht immer exakt zu tun.

Dennoch konnte ich viele Aspekte auf unsere Situation übertragen und bei manchen Tipps habe ich gedacht: “Das könntest Du auch mal wieder machen”, weil im Alltag dafür häufig die Zeit fehlt. Beispielsweise Textbausteine überlegen, Angebote besser strukturieren, neue Kanäle für den Reputationsaufbau bespielen, die etwas eingeschlagen sind (denke da an unseren Neukunden-Podcast) …

Zusammenfassend also eine klare Leseempfehlung für alle, die ihre Kommunikations- und Werbe-Dienstleistungen verkaufen wollen und in einem kompakten Ratgeber die wesentlichen Bausteine zum Erfolg suchen; Elke ist dies mit “Kommunikation verkaufen” auf jeden Fall gelungen.

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Akquisetipps für Existenzgründer


Geschrieben am Montag, 02. Juli 2012 von Thomas Kilian (3 Antworten)

Immer wieder kommen wir in Kontakt mit Existenzgründern, zumeist Einzelkämpfern und jungen Start-ups, die mit einer neuen alten Geschäftsidee auf den Markt wollen. Im Erstgespräch frage ich eigentlich immer nach Ihrer Vermarktungsstrategie, denn die Unsicherheit scheint groß, wenn es um neue Kunden geht. Häufig rufen die Gründer bei uns in der Agentur an, weil sie ein Logo, eine Geschäftsausstattung oder eine Website brauchen – das “gehöre schließlich mit dazu”. Doch wie sie tatsächlich an neue Kunden kommen, darüber haben sich viele keine Gedanken gemacht.

Manche meinen, es wäre noch immer eine gute Idee, Unternehmen aus den Gelben Seiten abzuschreiben (!) und dann einfach durchzutelefonieren. Andere sammeln Adressen, um dann einfache Werbebriefe zu verschicken. Doch selbst, wenn Sie ordentliche Adressen kaufen ist diese Vorgehensweise nur selten von Erfolg geprägt – zu kurz der Atem, zu schlecht der Aufhänger, zu profan und billig gemacht das Anschreiben. Mag ja sein, dass manche Werbemailings 3-5 Prozent Response erhalten, doch in den meisten Fällen läuft es eher in der Kategorie “schade“. Schade auch ums schöne Geld für Porto, Druck und Nebenkosten.

Manche Unternehmer meinen, die beste Werbeform wären immer noch “Empfehlungen“. Doch wo sollen diese ohne erfolgreiche Kundenprojekte und ohne Netzwerk herkommen? Gerade Existenzgründer stehen deshalb vor besonderen Herausforderungen. Aus eigener, leidgeprüfter Erfahrung weiß ich, dass aller Anfang schwer ist. Deshalb hier einige Akquisetipps für Existenzgründer:

  1. Fokussieren Sie Ihre Vermarktung
    Richten Sie sich (zunächst oder generell) an eine spezielle Zielgruppe; dies kann eine bestimmte Branche oder eine spezielles Interesse sein. In jedem Fall brauchen Sie einen guten Fokus, das macht es für Sie viel leichter. Ein Kunde von uns kommt aus der Gebäudereinigung und hat sich als Trainer und Coach für die Reinigungsbranche selbständig gemacht – sehr gute Spezialisierung und damit auch nach kurzer Zeit erfolgreich.
  2. Klasse statt Masse
    Wie im vorangegangenen Beitrag beschrieben, sollten Sie lieber kleine, feine Schritte machen und die “richtigen” Unternehmen kontaktieren. Das Internet allgemein, Fachportale und auch XING und Soziale Netze geben heute sehr detaillierte Auskünfte über potenzielle Kunden. Es ist natürlich viel (!) aufwändiger, diese auch gezielt zu recherchieren, als plump Adressen abzuschreiben. Doch am Ende zahlt es sich aus, konkrete und exakt auf die Bedürfnisse zugeschnittene Angebote machen zu können.
  3. Kreativität in der Ansprache
    Wer mag schon mit Werbefloskeln zugemüllt werden? Auf welche Werbeform würden Sie anspringen und warum? Wann haben Sie das letzte Mal über eine gut gemachte Anzeige gelacht? Wie muss eine XING-Nachricht aufgebaut sein, so dass Sie auf jeden Fall darauf antworten? Auch hier hilft nur die individuelle und möglichst kreative Form der Kontaktaufnahme.
  4. Akquise ist kein Sprint, sondern Marathon
    Viele geben nach den ersten Versuchen bereits wieder auf. Ihnen fehlt der “lange Atem”; dabei geht es in der Neukunden-Gewinnung nicht um den Sprint auf Kurzdistanz, sondern um einen Langstreckenlauf. Manchmal dauert es Wochen, Monate oder Jahre, bis sich aus einem Erstkontakt ein Kunde entwickelt. Wer zu früh aufgibt, bringt sich um die Ernte.
  5. Machen!
    Jetzt haben Sie vier Tipps gelesen und häufig bleibt es auch dabei, manche sagen “Ahh!” und “Oh” oder “Ach so!” und dann klicken sie oben rechts (im Mac links) auf das rote Symbol und gehen zum nächsten Theme. Das echte Geheimnis in der Akquise liegt aber in drei bis sechs Buchstaben: T – U – N oder M – A – C – H – E – N !!! Egal, wie Sie es buchstabieren – wenn Sie nicht aktiv werden, haben Sie keinen Erfolg – also ran an den Speck!

Achso – noch ein kleiner Tipp zum Schluss:

Die Suche nach “Existenzgründung” und “Ich suche: Kunden” innerhalb meiner Kontakte 2. Grades brachte mir 179 Treffer. Was meinen Sie, ob und welche Reaktionen ich erhalte, wenn ich folgende Nachricht – persönlich, konkret und sympathisch adaptiert – an die Empfänger verschicke?

“Hallo Herr Muster,
auf  http://www.neukunden-magnet.de/akquisetipps-fuer-existenzgruender habe ich vor wenigen Minuten einen Blogbeitrag geschrieben, der vielleicht auch für Sie interessant ist. Schließlich suchen Sie lt. XING-Recherche selbst nach neuen Kunden. Über Frau Muster sind wir ja schon miteinander bekannt, außerdem habe ich gesehen, dass Sie ebenfalls einen Golden Retriever haben – bei so vielen Gemeinsamkeiten musste ich Sie einfach anschreiben. Ich bin nächste Woche auf Durchreise in XY-Stadt und wir könnten uns bei der Gelegenheit vielleicht auch persönlich kennen lernen. Freue mich darauf, von Ihnen zu hören!”

Soll ich?

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