Woher kommen die richtig guten Adressen?


Geschrieben am Freitag, 26. August 2011 von Thomas Kilian (4 Antworten)

Vor einiger Zeit habe ich mit einem Existenzgründer telefoniert, der naturgemäß vor der Herausforderung steht, an neue Kunden zu gelangen. Er wollte Werbebriefe verschicken und dann einige Tage später selbst anrufen, um nachzufassen. Im Grunde keine schlechte Idee, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie schwierig Direktmarketing sein kann. Schließlich sind sowohl die Quoten ungeöffneter Werbebriefe, als auch die Absagen bei telefonischer Kaltakquise ziemlich mies – vor allem, wenn derjenige vom Telemarketing keine Ahnung hat.

Doch selbst mit einem gepimpten Werbebrief lässt der Erfolg auf sich warten, wenn nicht genügend oder falsche Adressen vorliegen. Meine Frage, an wen sich das Anschreiben denn richten solle, beantwortete der Gründe mit einem stolzen: “Ich habe jetzt vier Wochen lang Adressen aus den Gelben Seiten abgeschrieben!”, und schob nach: “Das darf ich doch auch, oder?”

Freilich darf er, doch wie effektiv diese Form der Adressbeschaffung sein mag, darf bezweifelt werden. Schlussendlich fehlten dem Akquiseneuling sogar die persönlichen Ansprechpartner. Ich habe ihm geraten, keine Werbebriefe an “Sehr geehrte Damen und Herren” zu schicken, sondern sich bei einem Dienstleister für die Adressbeschaffung zu informieren. Wir haben als Agentur in diesem Bereich keine besondere Erfahrung und verweisen deshalb auf spezialisierte Firmen.

Eine Recherche bei Google nach “Adressen Werbebriefe” fördert schon so einiges zutage. Vor einigen Jahren gab es mit Smartdex mal eine Suchmaschine für Direktmarketing-Adressen. So richtig scheint das nicht funktioniert zu haben, denn heute gibt es unter dieser Adresse nur noch ein Branchenbuch. Gestoßen bin ich bei meiner Recherche noch auf einen Anbieter namens www.adress-base.de, der Adressen zum Sofort-Download verspricht. Habt Ihr mit solchen Online-Anbietern schon Erfahrungen gemacht? Aufgefallen ist mir das Unternehmen, weil sie unter www.neukunden-marketing.de einen Weblog betreiben, in dem auch einige Fachartikel (z.B. zum Werbebrief) veröffentlicht wurden. Das halte ich immer schon für ein gutes Zeichen, zumal die Namensgleichheit zum Neukunden-Magnet Weblog für zusätzliche Sympathien sorgt.

Empfehlen kann ich an dieser Stelle auch die Firma Jannausch aus Vlotho, die zur Adress-Generierung eine besondere Taktik anwendet. Das Team hat überall in der Republik Kartons verteilt und sammelt dadurch die verschickten Werbebriefe an zentraler Stelle und wertet diese aus. Dadurch ist eine gigantische Datenbank von werbetreibenden Unternehmen entstanden, die ständig aktuell gepflegt und erweitert wird. Natürlich hat diese Form der angereicherten Adressen auch ihren Preis – da schließt sich leider der Kreis zum Existenzgründer vom Anfang der Geschichte. Er wird wohl weiter selbst sammeln müssen …

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Einen Online-Shop starten – die Produktauswahl (3)


Geschrieben am Montag, 22. August 2011 von Thomas Kilian (5 Antworten)

Nach meinem Urlaub (Bootfahren in Holland, sehr schön!) geht es jetzt mit großen Schritten Richtung Online-Gang. Möchte deshalb die Blogserie “Einen Online-Shop starten” gerne fortsetzen, wo ich letztes Mal aufgehört habe. Auch wenn ich Euch noch immer nicht verrate, was wir eigentlich verkaufen, können wir trotzdem schon mal über die detaillierte Produktauswahl sprechen. Denn innerhalb einer Branche gibt es ja meistens eine Vielzahl von Artikeln, die sich verkaufen lassen. Doch welche sind die richtigen? Welche Gegenstände reißen uns die Leute aus den Händen? Was werden echte Ladenhüter bzw. “Regalhüter” sein?

Diese Fragen beschäftigten uns im Vorfeld und auch im Gespräch mit den Lieferanten sehr stark. Natürlich konnten uns die Hersteller einige Tipps geben, doch da es sich bei unserem Online-Shop um einen für die Szene recht neuen Absatzkanal handelt, liegen kaum Erfahrungswerte in dieser Hinsicht vor. Insofern mussten wir uns auch eigene Kriterien überlegen, wie wir unsere Erstbestellung gestalten.

Zum Hintergrund müsste ich vielleicht noch sagen, dass es sich bei unseren Produkten fast ausschließlich um Lagerware handelt. Das bedeutet, wir können nicht von heute auf morgen neue Artikel nachordern, sondern müssen die Ware frühzeitig bestellen, um lieferfähig zu sein. Aus Budget- und Platzgründen ist es daher für die Erstbestellung besonders wichtig, die richtigen Artikel im Programm zu haben. Ob uns die Auswahl gelungen ist, werden wir noch sehen …

Nun zu den Kriterien: Wir haben die Produkte nach Herstellern geordnet, nach Kategorien und nach Preisen. Es wird bis auf wenige Ausnahmen bei uns Produkte im Wert von 5 bis 150 Euro geben. Etwa 60 Prozent der Artikel unserer Erstbestellung haben einen Preis von 5 bis 20 Euro, etwa 30 Prozent 20 bis 60 Euro und noch mal 10 Prozent kosten im Verkauf mehr als 60 Euro. So zumindest die Planung, denn diese Einteilung ist nicht immer ganz aufgegangen und wir haben prozentual etwas mehr teurere Produkte am Lager. Dies hat auch mit den Mindestbestellmengen (Verkaufseinheiten) zu tun, die es bei den meisten Produkten gibt. Wer direkt beim Hersteller bezieht, bekommt vor allem die günstigen Artikel nicht einzeln, sondern in 3er, 5er, 10er oder 12er Einheiten. Dadurch ist auch ein günstiger Artikel von vielleicht 5 Euro mit einer Anfangsinvestition von 50 Euro verbunden.

Erstaunt hat mich, wie schnell auch bei kleinen Mengen große Summen herauskommen. “Kleinvieh macht auch Mist” und so mussten wir – leider – nach unserer anfänglichen Euphorie einiges “ausmisten”, was wir gerne sofort mit ins Programm genommen hätten. Ich kann nur jedem raten, sich vor der Produktplanung ein Budgetlimit zu setzen und konsequent einzuhalten (vielleicht noch einen Externen hinzuziehen, der ein Auge darauf hat). Denn wir hätten locker auch für die doppelte Summe auf Einkaufstour gehen können, um die Erstausstattung zu beschaffen.

Auch die Hersteller haben wir klassifiziert. Ich hatte ja schon geschrieben, dass wir einen Hauptlieferanten haben, der über eine sehr breite Palette an Produkten verfügt, sowie 2-3 weitere, spezielle Hersteller und dann noch mal 2-3 Lieferanten, bei denen wir nur einen kleinen Teil ihrer Produkte beziehen. Auch hier haben wir die Gesamtbestellung prozentual geplant – über 50 Prozent beim größten Händler, 30 Prozent bei den speziellen Händlern und zehn Prozent bei den übrigen.

Natürlich mussten wir auch auf die Produktkategorien achten, um eine ausgewogene Mischung zu bekommen. Wer nur Angeln verkauft und keine Köder im Programm hat, wird seine Zielgruppe nicht glücklich machen. Leider ist auch hier häufig der Wunsch der Vater des Gedanken. Wir hatten bei unseren ersten Recherchen über 70 Kategorien ermittelt – jetzt haben wir etwa für die Hälfte davon Produkte im Sortiment. Den Rest wollen (und werden) wir nach und nach hinzunehmen.

Der Prozess, innerhalb der Produktgruppe die erste Auswahl zu treffen, hat uns bestimmt 3-4 Wochen gekostet. Plant diesen Schritt – abhängig von Euren Produkten – unbedingt mit ein, vor allem wenn es sich um Lagerware handelt. Gleichzeitig hat diese Phase zu einer engeren Beziehung zu den Herstellern geführt, weil wir uns sehr intensiv mit ihrer Produktauswahl und mit verschiedenen Kaufkriterien auseinandergesetzt haben.

Weiter geht’s in einigen Tagen mit der Shop-Technik und der Einrichtung des virtuellen Ladengeschäfts. Dies ist zwar schon die ganze Zeit parallel gelaufen, hat sich aber immer wieder neu entwickelt und wurde zum Teil komplett über den Haufen geworfen. Ein spannendes Thema für den 4. Teil …

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Einen Online-Shop starten – die Vorbereitung (2)


Geschrieben am Freitag, 05. August 2011 von Thomas Kilian (2 Antworten)

Wie Ihr im ersten Teil erfahren habt, brauchten wir ganz schön lange, um auf die Idee für das richtige Produkt für unseren eigenen Online-Shop zu bekommen. Am Ende war ein Messebesuch in Verbindung mit viel Internet-Recherche der Schlüssel zur Entscheidung. Doch wie geht es weiter? Ware direkt bestellen, Shop zusammenklicken, fertig? So einfach ist das leider nicht. Bei der von uns ausgewählten Produktart handelt es sich um hochwertige, in Deutschland gefertigte und von namhaften Produzenten vertriebene wrzlbrft*.

* Mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten … Was ich aber verraten darf: Die Unternehmen sind überwiegend recht vorsichtig und skeptisch, was reine Online-Händler angeht. Sie haben – wie wir in einzelnen Gesprächen erfahren haben – meistens schon schlechte Erfahrungen gemacht. Entweder wurden die Produkte in einem “nicht repräsentativen Umfeld” angeboten oder zu Schleuderpreisen verkauft, was die langjährigen, stationären Kunden verständlicherweise auf die Palme brachte. Also beschlossen wir, nicht einfach loszustürmen, sondern uns gut vorzubereiten.

Wir wollten uns als vertrauenswürdiger Partner bei den wichtigsten Herstellern aus der Szene bewerben. Dazu haben wir ein Layout des geplanten Online-Shops und ein kurzes Strategiepapier vorbereitet. Gleichzeitig haben wir kleinere Händler direkt kontaktiert, um erste Gespräche zu führen. Hier war die Gefahr einer Absage nicht so schlimm für uns und wir konnten schon besser verstehen, wie die Produzenten “ticken”.

Erst mit fertigem Logo, einem überarbeiteten Layout-Entwurf und einem geprüften Konzept sind wir dann auf die wichtigsten Lieferanten zugegangen, per Post und mit Igel-Buch als kleines Geschenk. Dadurch wollten wir uns von anderen ebay-Powersellern & Co. deutlich abheben.

Die gute Vorbereitung hat sich ausgezahlt. Wir haben zwar leider zwei Absagen von Wunsch-Herstellern bekommen, aber dafür gab es auch viele Zusagen für eine konkrete Zusammenarbeit. Jetzt haben wir 5-6 Hersteller im Programm, die uns mit Ware beliefern, darunter auch einer der beiden großen “Player” in diesem Segment, was uns natürlich sehr freut.

Heute ist von diesem Haupt-Lieferanten die Erstbestellung angekommen und wir sind jetzt dabei, alles im Lager einzusortieren. Es war gar nicht so leicht, sich bei der Vielzahl der Produkte für die Erstausstattung zu entscheiden, aber das ist wieder eine andere Geschichte …

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Einen Online-Shop starten – Die Idee (1)


Geschrieben am Mittwoch, 03. August 2011 von Thomas Kilian (12 Antworten)

In wenigen Tagen Wochen starten wir als Agentur einen eigenen Online-Shop. Es war bis hierhin eine sehr spannende Zeit für uns und es wird sicherlich noch spannender, wenn das neue “Baby” endlich online geht. Noch will ich nicht verraten, was wir im Webshop verkaufen, dafür müsst Ihr Euch noch ein paar Tage (?) gedulden. Wir arbeiten mit Hochdruck neben den anderen Agenturprojekten an der Umsetzung und der Einpflege von Artikeln. Ich möchte in einer kleinen Artikelserie mal den Weg von der Idee bis zum Start des Online-Shops beschreiben. Vielleicht tragt Ihr Euch auch mit dem Gedanken, online mit Waren zu handeln und bekommt dadurch ein paar hilfreiche Tipps.

Am Anfang war die Idee

Wir spielen schon seit längerer Zeit (1-2 Jahre) mit dem Gedanken, einen eigenen Online-Shop aufzubauen. Die Erfahrung aus einer Vielzahl an Kundenprojekten, für die wir Shop-Konzepte entwickelt, Layouts entworfen, Programmierungen durchgeführt oder begleitet und letztlich auch die Optimierung übernommen haben, hat mich immer wieder auf den Gedanken gebracht: “Das können wir auch selbst”. Was mir lange Zeit fehlte, war die zündende Idee fürs (hoffentlich) richtige Produkt.

Den Ausschlag, das Projekt konkret anzugehen, haben mir Gespräche mit anderen Shop-Betreibern gegeben. Es war total spannend, von ihren Erfahrungen zu hören und sich selbst vorzustellen, wie es sich mit einem eigenen Online-Shop wohl anfühlen würde. Natürlich lockt uns auch der E-Commerce-Umsatz (in der Statistik lässt sich gut erkennen, wo die Reise hingeht). Aber ich kann nur jedem raten, sich sehr intensiv mit dem Thema Online-Handel zu beschäftigen und vor allem mit erfolgreichen Händlern zu sprechen. Fragt ihnen Löcher in den Bauch, schaut Euch ihre Versand- und Lagerräume an, untersucht ihre Online-Shops und verschafft Euch einen Eindruck über die vielen Bausteine, die zum E-Commerce dazugehören. Ich gebe zu: Als Agentur hatten wir bis dato immer nur die Vermarktung des “fertigen” Shops im Blick. Doch wie viel Vorarbeit zu leisten ist, bevor sich die virtuellen Ladentüren öffnen können, war mir nicht klar. Schließlich gehört dazu viel mehr als ein schickes Design und die Einrichtung von Magento & Co. Zu diesen praktischen Erfahrungen gibt es in den späteren Teilen dieser Serie mehr zu lesen.

Wichtig war für uns von Anfang an, eine Produktgruppe zu finden, die thematisch zu unserer Agentur passt, die sich leicht lagern und verschicken lässt und möglichst keinen allzu starken Wettbewerb hat. Schuhe kommen nicht in Frage, Glasvasen ebenfalls nicht, Hundespielzeug – gibt es schon zahlreiche Anbieter … So suchten wir sehr lange nach der richtigen Nische, recherchierten Keywords, schauten uns andere Online-Shops an, ließen uns inspirieren … und fanden doch nicht das ideale Produkt.

Einen wertvollen Hinweis bekam ich dann wieder von einem anderen Shop-Betreiber. Er empfahl mir, zu verschiedenen Messen zu gehen und dort direkt mit den Händlern zu sprechen. Die Fülle an verschiedenen Angeboten sei so groß, dass dort bestimmt etwas Passendes dabei wäre. Gesagt getan, im Februar fuhren unsere Projektmanagerin Silke und ich zur Ambiente nach Frankfurt, um bei 4.500 Ausstellern in den Kategorien “Living”, “Giving” und “Dining”  zu stöbern.

Ich darf verraten: Wir haben ein Produkt gefunden, das uns auf der Messe an verschiedener Stelle “angesprungen” hat und für das wir uns einige Wochen später, nach intensiver Recherche, auch entschieden haben. Lasst Euch überraschen, worum es sich dabei handelt … :-)

Am Anfang steht die Idee, aber es steht dort auch viel Fleiß für Informationsbeschaffung, Recherche und Gespräche. Ich empfehle jedem, diesen Schritt nicht zu schnell zu gehen. Gute Vorbereitung ist alles!

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