Das Webadressbuch für Deutschland 2011


Geschrieben am Sonntag, 21. November 2010 von Thomas Kilian (3 Antworten)

In der mittlerweile 14. Auflage ist die “analoge Google-Alternative” (Computer BILD) in diesem Jahr erschienen. Ich wollte wissen, ob das Kompendium mit den “6000 wichtigsten deutschen Internetadressen” hält, was es verspricht:

Zu über 1.800 Themenbereichen werden jeweils die zwei bis zehn absoluten Top-Adressen aus dem Internet übersichtlich im Web-Adressbuch präsentiert. Die Redaktion testet, bewertet und vergleicht jedes Jahr aufs Neue alle Web-Seiten und hat aus den Tiefen des Internets auch diesmal wieder die besten Perlen herausgefischt. Darunter sind auch viele neue, eher unbekannte Surf-Tipps zu den aktuellen Trends.

Und so habe ich mir nach und nach immer mal einige Kapitel aus dem Webadressbuch für Deutschland 2011 angeschaut. Zunächst einmal finde ich die Darstellung der Kategorien sehr übersichtlich und logisch. Bis auf wenige Ausnahmen konnte ich gut zuordnen, in welcher Rubrik die Webtipps eingeordnet waren. Darüber hinaus gibt es am Schluss auch noch mal einen umfangreichen Index. Wer nach einem Kamin sucht, sich für Aquaristik interessiert oder gerne neue Websites zum Thema Mode entdecken möchte, wird beim Webadressbuch schnell fündig. Gleichzeitig bieten die mal kürzeren, mal längeren Beschreibungstexte eine gute Orientierung, ob sich die Eingabe der Adresse in den Browser überhaupt lohnt.

Dies ist für mich aber auch der Wermutstropfen an einem gedruckten Linkverzeichnis. So sinnvoll ich eine redaktionell aufbereitete Linkliste finde, so untauglich erscheint sie mir als gedruckte Variante.

  • Der eine Grund dafür ist meine eigene Bequemlichkeit: Google sucht ja nicht nur für mich, sondern bietet mir auch den Luxus, mit einem Klick schnell mal eben “draufzuschauen”. Mit der neuen Preview-Funktion brauche ich dazu nicht einmal mehr zu klicken, sondern bekomme die Übersicht sofort in der Suchmaschine.
  • Der andere Grund ist die Aktualität: Im Webadressbuch gibt es viele Screenshots von den ausgewählten Websites. Doch wie lange behalten diese wirklich ihre Gültigkeit? Ein gedrucktes Werk (das merke ich natürlich auch am Igel-Faktor) ist schneller veraltet, als die Farbe auf den Seiten trocknen konnte. Dies wird sogar bei einer jährlich neuen Auflage zu Verschiebungen führen.

Nichts desto trotz halte ich das Webadressbuch für einen super Einstieg, vor allem für Internet-Neulinge, die mit Google & Co. ihre Mühe haben, qualitativ hochwertige Seiten zu entdecken. Besonders hervorheben möchte ich, dass ich in manchen (für mich interessanten) Kategorien auch noch Schätzchen entdeckt habe, die ich vorher nicht kannte. Der Mensch (Redakteur) ist eben doch das bessere Trüffelschwein.

Zum Schluss vielleicht noch eine persönliche Note von mir, die zeigt, dass ich ein Faible für redaktionell gepflegte Verzeichnisse habe. Eines meiner ersten Internetprojekte im Jahre 1999 (zusammen mit einem Freund) war die Online-Plattform “feelinx – einfach gute Links”. Die Website gibt es heute nicht mehr, aber ich habe mal in den Dateiarchiven nach einem Screenshot gekramt, den ich meinen Lesern natürlich nicht vorenthalten möchte …

Vielleicht sollten wir daraus eine Serie machen – “mein erstes peinliches Internetprojekt” … ;-)

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Journalisten bringen Sie auf die Seite 1 von Google


Geschrieben am Freitag, 19. November 2010 von Thomas Kilian (1 Antwort)

Dieser Betreff schlägt bei einem Bekannten im Postfach auf. Die E-Mail stammt von einem Anbieter namens “Top10press – Suchmaschinenpresse für Seite 1“. Hier heißt es:

Eine Gruppe von Journalisten bringt Ihr Unternehmen durch eine gezielte Pressearbeit auf die begehrte Seite 1 von Google und Yahoo. Innerhalb von nur 24 Stunden erhalten Sie mindestens eine Top10 Platzierung und das mit Garantie! So werden Sie gezielt im Internet gefunden.

Nach dem Märchen von den Metatags und unzähligen Angeboten im Netz, eine Website in “über 300 Suchmaschinen” einzutragen, riecht dies zumindest danach, dass jemand den Kern der Suchmaschinen-Optimierung nicht verstanden hat. Der Service schlägt mit 298,00 Euro + Märchensteuer zu Buche, dafür wird eine Platzierung unter den Top 10 auf Seite 1 von Google und Yahoo GARANTIERT.

Immerhin ist die Vorgehensweise genau beschrieben:

Wir legen gemeinsam mit Ihnen 10 Suchbegriffe fest, unter denen Sie bei Google und Yahoo gefunden werden möchten.

Das klingt doch schon mal super! Ich nehme “Werbeagentur”, “Webdesign”, “Suchmaschinen-Optimierung”, … doch dann schweift mein Blick recht schnell auf das “Beispiel”:

Ah, okay – sicher keine Einwort-Keywords, sondern mindestens 3 Begriffe, die in Kombination ohnehin kaum jemand sucht. Google verrät mir, dass “Aachen PR Agentur” genau 12 Mal im Monat gesucht wird. Dies ist genau ein Vierzigstel der Suchanfragen für “Werbeagentur Aachen”. Für “Werbeagentur Köln” sind es sogar 200 Mal mehr Suchanfragen pro Monat mehr:

Nun gut, auch 12 Leute wollen glücklich gemacht werden. Wenn ein Kunde eine spezielle Zielgruppe hat, können ja auch 12 potentielle Interessenten schon Umsatz bringen. Gut ist, dass der Begriff laut Google überhaupt gesucht wird. Auf diesen Aspekt sollten Sie in einer Beratung beim Suchmaschinen-Spezialisten immer achten, dass der Dienstleister nicht für Begriffe optimiert, die “kein Schwein” sucht.

Weiter geht’s mit dem nächsten Schritt:

Anschließend schreiben wir eine entsprechende Pressemitteilung über Ihre Person, Ihre Dienstleistung, Ihr Produkt oder Ihre Firma.

Das halte ich in jedem Fall – ob für online oder offline – für eine gute Maßnahme. Der Wert guter Pressearbeit wird in meinen Augen völlig unterschätzt. Viele Unternehmen berichten höchstens über das Firmenjubiläum oder den Tag der offenen Tür. Dabei gibt es doch jeden Monat neue Anlässe, über die es zu berichten lohnt. Doch jetzt muss die Nachricht auch an den Mann:

Wir kontaktieren über 40 Presseportale mit über 40 Millionen Pageimpressions und nutzen auch Twitter!

Also, Verbreitung der Meldung über Presseportale und Soziale Netzwerke. Finde ich gut, wobei es in meinen Augen auch reichen würde, wenn der Eintrag in den wichtigsten 10 Portalen erfolgt. Wichtig zu wissen ist, dass es hier Dienstleister gibt, die so etwas für sehr schmales Geld automatisch verbreiten. Wir haben damit auch schon unserer Erfahrungen gesammelt und es kann von der Darstellung der Artikel einiges schiefgehen. Sie sollten also sicherstellen, dass die Beiträge in hochwertigen Portalen manuell eingetragen werden und sich die Liste der Eintragungen schicken lassen.

Wo für mich noch ein bisschen der Schuh drückt, ist eben das Thema “Top-Position bei Google & Co.”. Selbstverständlich erscheint eine Pressemeldung, sofern Sie ein wenig Keyword-optimiert betitelt und getextet ist, bei Google auf den vorderen Plätzen (solange es kein stark umkämpftes Keyword ist). Doch Achtung! Es erscheint das Presseportal, nicht die eigene Website! Die Online-Plattformen haben aufgrund ihrer Aktualität und der hohen Anzahl an Verlinkungen bei Google sowieso recht gute Positionen. Da ist es ein Leichtes, einen gut geschriebenen Beitrag schnell auf die vorderen Plätze zu bringen. Nur für Ihre Website bringt diese Form der Optimierung nichts.

Ich muss der Top10press zu Gute halten, dass Sie damit auch nicht wirbt: Hier steht “Journalisten bringen Sie, Ihre Firma, Ihre Person oder Ihre Dienstleistung (…) unter die Top 10“. Von “Ihre Website” ist weder online, noch in der E-Mail die Rede. Wer damit zufrieden ist, dass die neue Pressemeldung gut gefunden wird, kann sich mit diesem Service also auch ohne eigene Website auf gute Google-Positionen bringen. Wenn wir diesen kleinen, aber feinen Unterschied im Auge haben, scheint mir an dem Presseservice der Kollegen nichts auszusetzen.

 

 

 

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Akquise für Lektoren


Geschrieben am Donnerstag, 18. November 2010 von Thomas Kilian (1 Antwort)

Manchmal kommt es ganz dick. Gleich zwei Lektoren buhlen an einem Tag um meine Aufmerksamkeit und Gunst, denn hinter ihrer Werbung steckt schlicht und einfach der Wunsch, mich als Kunden zu gewinnen. Wie unterschiedlich sich beide anstellen, zeige ich in diesem Blogbeitrag.

Mit der Tür ins Haus gefallen

Erhalte gestern Abend, 17.39 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff “Initiativbewerbung” von einem Fachmann der deutschen Sprache, der wie ich einen “Magister Artium” als Germanist hingelegt hat und dies ebenso auffällig im Namen trägt. Doch leider ist das schon die einzige Gemeinsamkeit, die wir haben – lesen Sie selbst:

Sehr geehrte Damen und Herren,
wie beginnt man eine E-Mail, in der man sich als freier Lektor bewerben möchte, ohne Gefahr zu laufen, dass die Nachricht als billige Spamattacke betrachtet wird?

Meine klare Antwort: Eine E-Mail beginnt “man” erstmal gar nicht mit “Sehr geehrte Damen und Herren”. Ich habe einen Namen und ich freue mich über eine persönliche Anrede. Gleichzeitig scheint mir der Einstieg zu verschachtelt und kompliziert. Die Antwort auf die rhetorische Frage folgt auf dem Fuß:

Am besten, indem man gleich zur Sache kommt.

Nun gut, doch wieso dann dieser Absatz der Vorrede? Wieso dann nicht “gleich” zur Sache kommen?

Sie suchen hin und wieder einen Lektor mit Agenturerfahrung, der sich in der Werbebranche bestens auskennt, früher selbst Copy Writer war, ein abgeschlossenes Germanistikstudium vorweisen kann, für namhafte Unternehmen (z. B. xy, xy und xy) arbeitet und dennoch bezahlbar ist?

“Eigentlich nicht, nein.”

Geschlossene Fragen in einem solchen Anschreiben sind tödlich. Zumal hier kein besonderer Nutzen formuliert wird. “Lektor mit Agenturerfahrung” scheint noch einen sinnvollen Bezug herzustellen, “abgeschlossenes Germanistikstudium” hat mit Lektoratstätigkeiten genauso viel zu tun wie mit Gartenpflege (kann ich aus eigener Erfahrung so bestätigen), “für namhafte Unternehmen arbeiten” kann alles und nichts bedeuten und ebenso unkonkret bleibt das Wort “bezahlbar”.

Dann melden Sie sich bitte bei mir. Gerne übernehme ich auch ein kostenloses Probelektorat für Sie, um Sie von meinen Fähigkeiten zu überzeugen. (…) Zeugnisse und Arbeitsproben können bei Bedarf gerne zugesandt werden.

Wer von vorneherein eine kostenfreie Probeleistung anbietet, scheint es wirklich nötig zu haben. Hierüber habe ich mal mit Michael Zerban im Neukunden-Podcast geplaudert. Gleichzeitig bleibt mir eine Einsicht in die echten Qualitäten des Mannes verwehrt. Arbeitsproben leider nur “bei Bedarf” und nach Kontaktaufnahme. Auf der nicht verlinkten Website (also: “Copy & Paste”) finde ich zwar die “bezahlbaren” Preise, allerdings auch hier keine Arbeitsproben oder konkreten Referenzen. Die Websites der Kunden und Auftraggeber helfen mir nicht weiter, ebenso wenig die fast gleichen Formulierungen wie in der E-Mail.

Meine Frage an Sie, liebe Leser: Bleibt mir in diesem Fall etwas anderes als die Rundablage “P”? Würden Sie sich die Zeit nehmen, auf diese lieblose und unpersönliche Werbemail zu antworten?

Die zaghafte Gazelle

Ein zweites Beispiel hatte ich ich Ihnen versprochen, sollen Sie auch bekommen. Stoße heute morgen auf einen Artikel bei meiner Bloggerkollegin Martina Bloch aus Hamburg. “Was macht eigentlich … eine Lektorin?” heißt der Beitrag und springt sofort ins Thema:

Ich korrigiere Rechtschreib- und Grammatikfehler, spinne rote Fäden, pflücke Stilblüten, sortiere durcheinandergeratene Redewendungen, hänge schiefe Bilder gerade, ergänze, streiche und formuliere um. Damit Texte klar sind, lebendig wirken und sich ohne Mühe lesen lassen.

Zunächst bin ich etwas verwirrrt, dass der Artikel in der Ich-Form von Martina stammen soll. Ist die telefonische Akquise derart auf dem absteigenden Ast, dass sogar sie mittlerweile als Lektorin arbeiten muss? Doch der Hinweis am Ende des Beitrags bringt Licht ins Dunkel. Hier geht es um einen Gastbeitrag, der eine Reihe von Fragen zum Lektorat beantwortet:

  • Was geht für Ihre Kunden zum ersten Mal, wenn Sie für sie arbeiten?
  • Was geht für Ihre Kunden besser, wenn Sie für sie arbeiten?
  • Was geht nicht mehr, nachdem Sie für Ihre Kunden gearbeitet haben?
  • Welche Kunden können Sie besonders glücklich machen?
  • Was möchten Sie den Lesern noch sagen?
  • Wenn die Leser jetzt Lust darauf bekommen haben, Sie näher kennenzulernen, wie können sie Sie am besten erreichen?

Ich finde diese Fragen klasse! Die sind konkret und nutzenorientiert. Ebenso sind es die Antworten. Nach dem Lesen des Beitrags bekomme ich den Eindruck: Hier versteht jemand etwas von seinem Handwerk. Gleichzeitig ist die Sprache verständlich, fast locker und direkt – ein erster Eindruck für klare Kommunikation, die nichts mit staubiger Germanistik zu tun hat.

Dann entdecke ich Website, Blog und Twitter-Account der Lektorin Juliane Topka, die aktuell gepflegt sind und ebenso mit klarer Sprache aufwarten:

Was Sie im Rahmen der Unternehmenskommunikation veröffentlichen, soll ankommen. (…) Rechtschreibfehler, schwer verständliche Formulierungen, zu viel Fachsprache oder strukturelle Brüche sind wie Schmutz auf der Scheibe eines Schaufensters: Sie trüben den Blick auf das, was Sie zu bieten haben. (…) Ein klares Lektorat sorgt für den klaren Blick aufs Wesentliche.

Die Überschrift “Treffer” passt wie die Faust aufs Auge. Hier hat jemand verstanden, den Nutzen in ein schönes Bild zu verpacken. In den Artikeln, Newslettern, Twitter-Nachrichten und Gastbeiträgen entdecke ich weitere Schätze.

Meine erneute Frage: Wenn ich jetzt eine Lektorin suche, würde ich zu Juliane Topka wohl Kontakt aufnehmen? Und wenn ich zurzeit keinen konkreten Bedarf habe, was mache ich dann?

Ich folge ihrem Twitter-Profil, schreibe in XING: “Hallo Juliane, habe heute bei Martina Bloch Deinen Gastbeitrag entdeckt und würde mich gerne mit Dir vernetzen. Vielleicht habe ich ja mal Bedarf an einem zusätzlichen Lektorat, dann komme ich gerne auf Dich zu. Mir haben Deine Seiten sehr gut gefallen, wie Du bei mir in Form eines aktuellen Blogartikels lesen kannst. Beste Grüße nach Hamburg, Thomas” und abonniere den RSS-Feed ihres Blogs (der leider etwas versteckt ist).

Und damit komme ich auch zur konstruktiv gemeinten Kritik: Diese Form der eleganten Kundenansprache ist so dezent, dass sie kaum auffällt. Der Gastbeitrag rutscht als solcher durch, da der Hinweis auf die Websites zu spät erscheint und mir vielleicht ein Foto oder eine konkrete Einleitung “Dies ist ein Interview mit xy, die ich …” besser geholfen hätte, den Kontext zu verstehen. Das Blog wirkt etwas unpersönlich, der Hinweis “meine Website” geht in der Blogroll unter. Ebenso sind auf der Website das Blog und der Newsletter nicht sofort ersichtlich und der Twitter-Account wird noch gar nicht verlinkt. Ohne den Hinweis von Martina wäre ich also auf den “Sprachpingel” gar nicht erst gestoßen.

Die Mischung macht’s!

Ich bin davon überzeugt, dass der zweite Ansatz genau richtig ist. Mehrwerte bieten, sich zeigen, im Internet sichtbar und vor allem auch verstanden werden. Juliane Topka gelingt es, den Nutzen eines Lektorats rüberzubringen und gleichzeitig durch die passende Sprache auch einen Zugang zu ihren Lesern zu finden. Wieso nicht noch einen Schritt weiter und aktiv auf mögliche Interessenten zugehen?

Wie eine solche E-Mail aussehen *könnte*, zeige ich im folgenden Beispiel:

Hallo Herr Kilian,
Lektoren haben keine Ahnung von der Werbebranche, schreiben staubige Texte und sind meistens unbezahlbar. Dass dieses Vorurteil nicht stimmen muss, zeige ich in einem aktuellen Gastbeitrag bei Ihrer Blogger-Kollegin Martina Bloch. Hier beantworte ich die wichtigsten Fragen zum Lektorat und liefere Ihnen damit gute Argumente für Ihre Kunden. Gleichzeitig möchte ich mich bei Ihnen vorstellen und würde mich über eine Vernetzung auf XING oder Twitter sehr freuen. Vielleicht ergibt sich ja mal die Möglichkeit für eine Zusammenarbeit.
Herzliche Grüße, …
P.S.: In meinem Blog “Frisch gestrichen” schreibe ich regelmäßig über …

Die Nachricht kommt sofort auf den Punkt, muss nicht mit den Leistungen, Kunden und dem Titel prahlen, sondern weckt mein Interesse ganz natürlich. Gleichzeitig bietet sie mir einen Nutzen: Durch den Gastartikel habe ich neue Argumente für meine Kundengespräche an die Hand bekommen. Dies ist eine “kostenfreie Probearbeit”, wie ich sie mir vorstelle.

Aufdringlich unaufdringlich ist in meinen Augen noch immer der beste Weg, um heute mit neuen Kunden in Kontakt zu kommen. Probieren Sie es doch einfach mal aus!

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Fremde Inder Nacht


Geschrieben am Donnerstag, 04. November 2010 von Thomas Kilian (2 Antworten)

Montag morgen. Feiertag aller Heiligen, dichter Nebel umhüllt mein Büro. Genieße die Stille, kremple die Ärmel hoch, um mein Tagwerk in Angriff …

“Rrrrrriiiiiinnnnnnnngggg” (???)

“Kilian, schönen guten Morgen?”

“Hello Thomas, how are you?” (…)

“Öhm … hm … ??? … Thanks, I’m fine … who are you?”

“Thomas, I am Rashid, … I call from India and I am working for a webworking company … I just visited your website. Is it true that you work in the field of webdesign and search engine optimiziation?”

“Well, that’s right, … but I’m not interested!”

“Thomas, not interested in what?”

“Not interested in a cooperation.” (!!!)

“Thomas … I really would like … would you mind, … answering just one question? … How much earns a PHP developer in Germany?”

“Listen, Rashid! I don’t want to cooperate and I don’t want to answer your questions on the telephone. Please delete my number and never call me again!” (Hmpf)

“Ok, bye!”

Erleichtert lege ich den Hörer auf. Schüttle den Kopf, frage mich, ob wir vielleicht bald mit einer Telefonakquise-Schwemme aus Indien zu rechnen haben, wo in Deutschland aufgrund verschärfter gesetzlicher Regelungen etwas mehr Ruhe eingekehrt ist.

Hierzulande gibt es nach Schätzungen etwa 450.000 Call-Center-Mitarbeiter auf 82 Millionen Einwohner. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung Indiens müssten es dort um die 6,5 Millionen sein, die uns bald – sofern die Verhältnisse stimmen – zu jeder Tages- und Nachtzeit die Leitungen verstopfen werden. “Wolle Rose kaufe” war gestern, heute wird die schnelle Mark am Telefon gemacht.

Doch nicht nur das — der unnachgiebige Rashid ist auch in Sachen Web 2.0 unterwegs, denn wenige Minuten nach dem erfolglosen Telefonat macht es “XING” und ich finde dies in meiner Mailbox:

Im Klartext: “Dear Thomas, I would like to add you as a contact“, was nichts anderes heißt als: “Sehr geehrter Herr Kilian, ich würde Sie gern zu meinen Kontakten hinzufügen.” (davon liegen schon einige in meiner XING-Box). Denn was ich davon halte, das wisst Ihr ja bereits

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